Neues Volksblatt: "Digitale Grenzen" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 16. Mai 2015

Linz (OTS) - Es ist klar, dass sich auch Telekom-Konzerne finanzieren müssen. Es ist ebenso klar, dass es Telekom-Konzernen erlaubt sein muss, Geld zu verdienen - zumal viele von ihnen auch für den nicht gerade billigen Netzausbau sowie für Wartung und Betrieb der Netze zu sorgen haben.
Ob all diese Argumente aber für die Beibehaltung von Roaming-Gebühren sprechen, muss zumindest sehr kritisch hinterfragt werden. Denn welchen Grund sollte es dafür geben, dass ich etwa in Grenzregionen im heimischen Netz günstig telefonieren und im Internet surfen kann, dass ich aber womöglich dreihundert Meter weiter über ein ausländisches Netz für dasselbe Service plötzlich einen viel höheren Preis zu bezahlen habe?
Wir haben in weiten Teilen der EU die Grenzkontrollen abgeschafft, es gibt den freien Waren- und Dienstleistungsverkehr, wir haben in vielen Ländern sogar dieselbe Währung. Da mutet es doch reichlich anachronistisch an, für mobiles Telefonieren und für den mobilen Datenverkehr vergleichsweise horrende Tarife zu verrechnen. Dies umso mehr, als die Kosten für Telekom-Anbieter nicht sonderlich hoch sind, nur weil sich ein "ausländisches" Mobiltelefon ins Netz einwählt. Die EU hat sich bislang dem Abbau von Grenzen verschrieben, welche dem gemeinsamen Friedens- und Wirtschaftsprojekt entgegenstehen. Es ist nicht einsichtig, warum man mit Roaming digitale Grenzen aufrechterhalten sollte.

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