Grüne/Johann: Anlage zur „richtigen“ Einbringung von Blaukalk erst im November 2014 hergestellt

HCB: Wie aus einem kleinen Genehmigungsverfahren ein großes Umwelt-Desaster wurde

Klagenfurt (OTS) - Als "Bombe" bezeichnet Grün-Landtagsabgeordneter Michael Johann die Aussage des Leiters der Umweltkontrolle Dr. Kurt Hellig. Dieser stellte heute im HCB-Untersuchungsausschuss fest, dass das Rohr zur Einbringung des HCB-haltigen Blaukalks bei 1.100 Grad an der Schurre zum Drehrohrofen des Zementwerks Wietersdorf erst im November 2014 technisch hergestellt wurde. "Daraus lässt sich schließen, dass praktisch die gesamte Blaukalkmenge falsch, weil bei zu geringen Temperaturen bzw. zu geringer Verweildauer, eingebracht wurde. Damit fällt die Verteidigungsstrategie von w&p, deren Rechtsanwälte behaupteten, die als CKW-kontaminiert deklarierten Blaukalkchargen korrekt eingebracht zu haben," so Johann.

"Der Blaukalk wurde im Jahr 2012 erst über Tinkalbox, Rohmehlmühle und den 400 Grad heißen Zyklon eingebracht. Später wurde zumindest der hochbelastete Kalkschlamm über eine bis heute nicht behördlich genehmigte Betonpumpe in den 850 Grad heißen Bereich der Einlaufkammer eingebracht. In beiden Fällen bei zu niedrigen Temperaturen, um HCB zuverlässig zu zerstören. Erst für die von der Behörde angeordneten Messungen im November 2014 wurde ein zusätzliches Rohr angebracht, durch das die Einbringung an der Schnittstelle zum Drehrohrofen möglich wurde. Nur dort sind die hohen Temperaturen (1.100 Grad) und die ausreichende Verweildauer für die Zerstörung des HCB gegeben. Somit steht fest, dass die gesamte in Wietersdorf verarbeitete Blaukalkmenge falsch eingebracht wurde", erklärt Johann.

Nachdem die Anlage zur korrekten Blaukalkeinbringung im Jahr 2010 noch nicht vorhanden war, hätte nach Rechtsansicht der Grünen damals keine Behandlererlaubnis für Blaukalk ausgestellt werden dürfen. Der heute befragte Jurist Dr. Arno Kampl hatte allerdings wenig Erfahrung und setzte keinen Ortsaugenschein an. Der mit dem Werk vertraute verfahrenstechnische Sachverständige machte den Verfahrensleiter auf die fehlenden Anlagenteile nicht aufmerksam, der Luftsachverständige verlangte keine Grenzwerte. "So wurde aus einem ,kleinen Genehmigungsverfahrenʻ ein großes Umwelt-Desaster", sagt Johann.

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