Industrie zu Konteneinsicht: Weg zum gläsernen Steuerzahler bedenklich

IV-GS Neumayer: Redliche Unternehmer und Bürger nicht durch noch umfangreichere Prüfungshandlungen und noch höheren bürokratischen Aufwand belasten

Wien (OTS) - "Fairer Wettbewerb ist für alle Unternehmen wichtig, folglich sind Maßnahmen zur Bekämpfung von Steuer- und Sozialbetrug grundsätzlich zu begrüßen. Dazu zählt aber ganz sicher nicht die de-facto Abschaffung des Bankgeheimnisses bei abgabenbehördlichen Prüfungen. Hier wird ein sehr bedenklicher Schritt hin zum ‚gläsernen Bürger‘ gesetzt", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer anlässlich des heute, Dienstag in Begutachtung gegangenen Teils der Steuerreform.

"Es kann nicht sein, dass jede Abgabenprüferin und jeder Abgabenprüfer nach eigenem Ermessen in das zentrale Kontenregister Einsicht nehmen kann. Redliche Unternehmen dürfen nicht durch noch umfangreichere Prüfungshandlungen und noch höherem bürokratischen Aufwand belastet werden", betonte Neumayer. Zudem sei nicht verständlich, warum die geplante Konteneinsichtnahme für Unternehmen und natürliche Personen gelten soll, die Steuern zahlen, alle anderen aber, z.B. bei vermutetem Missbrauch von Sozialleistungen, davon ausgenommen werden.

Zusätzlich sei für den Standort und den Kapitalmarkt Österreich die vorgesehene Anhebung der Kapitalertragsteuer auf 27,5 Prozent kontraproduktiv. "Damit wird neben dem Kapitalmarkt insbesondere auch der Mittelstand belastet. Einerseits sind sehr viele mittelständische Unternehmen als GmbH organisiert, andererseits besitzen aber auch rund 20 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher Wertpapiere, insbesondere auch zur Pensionsvorsorge", so der IV-Generalsekretär.

Weitere Informationen: www.iv-net.at/medien

Rückfragen & Kontakt:

IV-Newsroom
+43 (1) 711 35-2306
info@iv-newsroom.at
www.iv-net.at/medien

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NPI0001