Greenpeace-Report: Erhöhtes Risiko bei LandwirtInnen durch Pestizideinsatz

Potentiell gesundheitsgefährdende Substanzen müssen schrittweise verboten werden!

Exeter/Wien (OTS) - Krankheiten wie Parkinson und Alzheimer, Störungen des Immun- und Hormonsystems sowie eine verringerte kognitive Leistung bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft Pestiziden ausgesetzt waren: Das sind nur einige Beispiele, die mit Pestiziden in Verbindung gebracht werden. Zu diesem Ergebnis kommt die Umweltschutzorganisation Greenpeace, die heute den Bericht "Pestizide und unsere Gesundheit - die Sorge wächst" veröffentlicht hat. Der Bericht zeigt statistische Zusammenhänge zwischen einer Pestizidexposition und einem höheren Risiko für bestimmte Erkrankungen. "Jene, die unser tägliches Essen produzieren, leiden am meisten unter dem Pestizideinsatz. Wir müssen eine Agrarwende in Europa einleiten und die Chemie nach und nach aus der Produktion verdrängen, um Bäuerinnen und Bauern sowie andere Risikogruppen wie Kleinkinder und Ungeborene zu schützen", betont Huem Otero, Landwirtschaftssprecherin von Greenpeace in Österreich.

Greenpeace fasst in dem Bericht über 150 wissenschaftliche Publikationen zusammen: Der Fokus wurde dabei auf LandwirtInnen, LandarbeiterInnen, Beschäftigte in Gewächshäusern und die in landwirtschaftlichen Gebieten lebende Bevölkerung gelegt. Beispielsweise zeigte eine Studie aus den Niederlanden ein vierfach höheres Fehlgeburtenrisiko unter Frauen, die berufsbedingt mit hohen Mengen an Pestiziden in Kontakt kamen. "Angesichts der wissenschaftlichen Erkenntnisse fordern wir die Europäische Kommission und die politischen Verantwortlichen in Europa auf, chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel in der Landwirtschaft nach und nach zu verbannen. Oberste Priorität hat dabei ein Verbot von Wirkstoffen, die krebserregend, neurotoxisch, erbgutschädigend oder fortpflanzungsgefährdend wirken oder in das Hormonsystem eingreifen" so Otero weiter. In Österreich zählt beispielsweise Chlorpyrifos zu den Wirkstoffen, die einige der oben genannten Eigenschaften aufweisen.

Es finden sich kaum Studien in Österreich zu diesem Thema, erklärt Hans-Peter Hutter, Vorstand des Vereins ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt. "Dies ist problematisch, da sich in epidemiologischen Studien, die in industrialisierten Ländern, wie den USA, durchgeführt wurden, durchaus Effekte zeigten", so der Umweltmediziner. Er ist überzeugt: "Vor allem angesichts der beeinträchtigenden Wirkungen auf das Nervensystem, aber auch im Hinblick auf hormonelle Effekte ist es sicher an der Zeit, sich diesem Thema viel stärker anzunehmen, als es bisher der Fall war."

"Um diese Risiken auszuschalten, müssen wir die ökologische Landwirtschaft vorantreiben. Wir brauchen mehr Forschung in diesem Bereich sowie eine Umverteilung von Förderungen, weg von der chemie-intensiven Landwirtschaft. Bäuerinnen und Bauern brauchen Unterstützung für eine gesunde und umweltverträgliche Produktion", so Otero abschließend.

Die Greenpeace-Studie "Pestizide und unsere Gesundheit - die Sorge wächst" finden Sie unter diesem Link: http://bit.ly/1FauW68

Rückfragen & Kontakt:

Huem Otero
Landwirtschaftssprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 192 55 74
E-Mail: huem.otero@greenpeace.org

Hans-Peter Hutter
Umweltmediziner
Verein ÄrztInnen für eine gesunde Umwelt
Tel.: +43 (0)681 203 031 61
E-Mail: hans-peter.hutter@meduniwien.ac.at

Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 85 74 598
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

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