Eltern sollten in die Berufsberatung einbezogen werden

Zukunftskonferenz des Bundesrats und des NÖ-Landtags zu Bildungs- und Berufsperspektiven Jugendlicher

Wien/St. Pölten (PK) - Junge Menschen würden heute viel früher über ihre Zukunft nachdenken als frühere Generationen und seien über die sozialen Medien "in einem ständigen Kampf um Aufmerksamkeit", betonte der Jugendforscher Bernhard Heinzlmaier bei der gemeinsamen "Zukunftskonferenz" von Bundesrat und Niederösterreichischem Landtag. Heinzlmaier hat in einer Studie Schülerinnen und Schüler der 8. Schulstufe zu ihren Bildungs- und Berufsperspektiven befragt. Eines der zentralen Ergebnisse: Bei den Motiven für eine Ausbildungsentscheidung liegt die Erwartung, mit dieser Ausbildung "später einmal leichter einen Job zu finden", an der Spitze, gefolgt von der Beratung mit den Eltern. Heinzlmaiers Schluss daraus: "Wir müssen Eltern in die Berufsberatung einbeziehen."

BundesrätInnen: Rahmenbedingungen schaffen, um Potentiale aller Kinder zu fördern

Nach einer Vorstellung von Praxisbeispielen wie dem Niederösterreichischen Begabungskompass, Teach for Austria und dem vom Landesschulrat Niederösterreich koordinierten Netzwerk für Berufsorientierung setzte sich die niederösterreichische Bildungslandesrätin Barbara Schwarz mit "Herausforderungen für eine moderne Bildungspolitik" auseinander. Schule müsse auf Kinder mit unterschiedlichen Lerngeschwindigkeiten eingehen, auch Werte vermitteln, und Kinder müssten im Zuge ihrer Schulzeit auch verstärkt handwerkliche Möglichkeiten kennenlernen, so Schwarz. "Unser Schulsystem braucht Freiheit in den Methoden." Von Schwarz definitiv unterstützt wurden Forderungen nach einer fixen Berufsorientierung in der 7. und 8. Schulstufe an allen Schultypen.

Es brauche "eine Schule, die jede und jeden mitnimmt", hielt Bundesrätin Elisabeth Reich (S/O) in ihrem politischen Resümee fest. Als Hauptproblem des Schulsystems ortete sie eine zu frühe Selektion. Für Bundesrätin Monika Mühlwerth (F/W) muss durch entsprechende Rahmenlehrpläne sichergestellt werden, dass die einzelnen Schulen genügend Zeit haben, dass sich die Begabungen der Kinder entwickeln können. "Das kostet nichts und könnte rasch umgesetzt werden." Efgani Dönmez (G/O) drängte auf bessere Rahmenbedingungen, schon für die Kleinsten, und Angebote für Kinder mit Migrationshintergrund, damit Sprachprobleme diese Kinder nicht hindern, ihre Potenziale abzurufen. "Es fehlt uns nicht an der Expertise, uns fehlt der politische Mut."

Zwazl: Lehre ist interessante und zukunftsträchtige Ausbildung

In ihrem Resümee dankte Bundesratspräsidentin Sonja Zwazl allen Teilnehmerinnen und Teilnehmern an der Konferenz. Gerade auch die Lehre sei eine interessante und zukunftsträchtige Ausbildung für unsere Jugend. Für Maturantinnen und Maturanten könne eine Lehre nach dem Schulabschluss eine gute Alternative zu einem Uni-Studium sein. "Wir müssen dafür sorgen, dass aus unseren Kindern selbstbewusste, glückliche Menschen werden." (Schluss Zukunftskonferenz) red

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