Mauthausen-Gedenken: "Niemals einen Schlussstrich ziehen"

Ökumenischer Gottesdienst zum Auftakt der Gedenkfeiern in KZ-Gedächtnisstätte - Bischof Bünker: "Botschaft der Freiheit, der Menschenwürde und der Menschenrechte kann und darf nicht zum Schweigen gebracht werden"

Linz, 10.5.2015 (KAP) Mit einem ökumenischen Gottesdienst ist am Sonntagvormittag in der KZ-Gedenkstätte Mauthausen die traditionelle Gedenkfeier eröffnet worden. Dem Gottesdienst standen der evangelische Bischof Michael Bünker, Caritas-Präsident Michael Landau und der orthodoxe Metropolit Arsenios (Kardamakis) vor. Das Gedenken gebiete, "die Opfer niemals zu vergessen und niemals einen Schlussstrich zu ziehen", betonte Bischof Bünker in seiner Predigt. Es sei zu begrüßen, "dass auch noch über 90-jährige vor Gericht gestellt werden, gut, wenn wir uns Klarheit verschaffen über die Beteiligung der Menschen damals, oft auch bis in die eigenen Familien hinein".

Heuer jährt sich zum 70. Mal die Befreiung des Konzentrationslagers und seiner Außenlager. Die Überlebenden wurden Anfang Mai 1945 von US-Truppen befreit. Die Botschaft der Freiheit, der Menschenwürde und der Menschenrechte könne und dürfe nicht zum Schweigen gebracht werden, sagte Bischof Bünker in seiner Predigt: "Sie setzt sich durch. Unwiderstehlich. Dafür stehen wir, das ist unser Auftrag."

Gedenken heute bedeute u.a., gegen jede Form von Zwangsarbeit einzutreten, etwa gegen die Zustände in den Textilfabriken Asiens oder die Kinderarbeit in den Ländern des Südens oder den Frauenhandel und die Prostitution in Österreich. Bünker: "Heute heißt das, auch allen Kräften zu widerstehen, die solche steinerne Verhältnisse, Ausgrenzung, Rassismus, Antisemitismus in Kauf nehmen oder sogar bewusst herstellen."

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