„Österreichische Musik – quo vadis?“

Donauinselfest und Casinos Austria initiierten emotionalen Talk

Wien (OTS/SPW) - Zu diesem Thema diskutierten gestern Abend auf der Wiener Summerstage Karl Amon, ORF-Hörfunkdirektor, Thomas Andreas Beck, Coach und Musiker, Birgit Denk, Musikerin, Walter Gröbchen, Journalist und Musikverleger, Dietmar Hoscher, Vorstandsmitglied der Casinos Austria und Musikjournalist, Rudi Nemeczek, Werber und Minisex-Legende, und Thomas Waldner, Projektleiter des Donauinselfests. Die Diskussion wurde von Dani Linzer moderiert.****

Austro-Bands sind momentan in aller Munde. Und das nicht nur in Österreich. Deutschland feiert "Ja, Panik" beispielsweise schon als Deutsche. Und das deutsche Feuilleton feiert "Wanda" und "Bilderbuch" in mehrseitigen Jubelstrecken ab. Doch wem ist der neue Austro-Pop-Boom eigentlich zu verdanken? Machen Massenmedien wirklich noch immer Stars? Und haben Social-Media-Kanäle und damit das Publikum die Rolle von Plattenfirmen und MusikjournalistInnen übernommen? Diese und viele andere Fragen, die heimischen MusikerInnen unter den Fingernägeln brennen, diskutierten profunde KennerInnen der heimischen Szene.

"Wir österreichischen Musikerinnen und Musiker brauchen die klassischen Medien längst nicht mehr so, wie sie uns brauchen. Durch viel Eigeninitiative von Bands und Musikfans in den Social-Media-Kanälen ist genug Publikum vorhanden, die heimische Szene funktioniert sehr gut, nur der Überbau nicht", so Denk. Hoscher stimmt Denk zu und ergänzt: "Ich sehe das genauso. Die Szene ist da. Nur leider wird sie von Massenmedien großteils viel zu wenig unterstützt. Viele Medienmacher sind offenbar der Meinung, dass gute Musik nur von weit her kommen kann. Der Prophet im eigenen Land zählt noch immer nichts."

Gröbchen ortet, dass wir uns gerade jetzt, im Vorfeld des Eurovision Song Contests, als Land der Musik, der Kreativität und der Vielfalt verkaufen. Doch die Realität zeichnet ein ganz anderes Bild. "Österreich ist für mich wie ein potemkinsches Dorf - viel Fassade, wenig dahinter. Während die heimischen Medienmacher noch diskutieren, ob heimische Newcomer-Bands ins Flächenradio passen, werden sie in Deutschland vom Publikum und den Medien bereits gehypt. Eigentlich nicht überraschend für ein Land, in dem überlegt wird, ob man Daft Punk dem österreichischen Publikum überhaupt zumuten darf, während die ganze Welt deren Song schon als Hit feiert."

Nemeczek stimmt dem zu. Obwohl er selbst einst durch die österreichischen Medien mit seiner Band Minisex bekannt geworden ist:
"Was jetzt passiert, ist pure Verhinderung. Wir lassen volkswirtschaftlich durch die Nicht-Förderung der heimischen Musikszene viele Millionen einfach liegen. Beck schließt sich hier an: "Steuerlich wurde mein Investment als Geschäftsmann in die heimische Musik als reine Liebhaberei abgetan. Wenn dem so ist, dann bin ich der Heini Staudinger der österreichischen Musikindustrie."

Amon will die Aussagen seiner Vorredner freilich so nicht stehen lassen: "Wir sind auf einem guten Weg und haben uns in der Musikcharta gerade auf eine 15-prozentige Quote von heimischer Musik geeinigt. Schließlich gibt es für uns alle entweder nur eine Win-Win-Win- oder eine Lose-Lose-Lose-Situation."

Thomas Waldner, Projektleiter des Donauinselfests, zeigt sich auch zuversichtlich: "Das Donauinselfest gibt heimischen Bands und Nachwuchs-MusikerInnen schon lange eine Bühne. Aufgrund der Flut an Bewerbungen jedes Jahr haben wir den Rock The Island Contest ins Leben gerufen. Wir müssen österreichischen MusikerInnen einfach weiterhin eine Chance und die richtige Bühne geben, denn das Publikumsinteresse für österreichische Musik ist ja da." Nemeczek resümiert: "Musik muss man hören, dann kann man sie auch spüren."

Ein Bild der Veranstaltung steht unter
https://www.flickr.com/photos/donauinselfest/sets/72157652007521130/
zum Download zur Verfügung.

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