Greenpeace fordert Schulterschluss für nationale Gentech-Verbote

Offener Brief der Umweltschutzorganisation an die Länder

Wien (OTS) - In einem offenen Brief fordert Greenpeace-Geschäftsführer Alexander Egit alle Landeshauptleute sowie Umwelt- und AgrarreferentInnen der Länder dazu auf, sich für die Möglichkeit starker, nationaler Verbote von Gentech-Pflanzen einzusetzen. "Der aktuelle Entwurf zu einem Gentechnik-Anbauverbots-Rahmengesetz von Bundesminister Rupprechter wird zu einem Fleckerlteppich führen, in dem sich Gentechnik-Konzerne das langsamste Land, oder das mit dem schwächsten Verbot herauspicken und es klagen könnten", warnt Dagmar Urban, Gentechnik-Sprecherin von Greenpeace in Österreich. Die EU-weit beschlossene Richtlinie zum Selbstbestimmungsrecht ermöglicht jetzt Mitgliedsstaaten, neben dem Anbau von einzelnen gentechnisch veränderten Pflanzen (GVO), auch den Anbau von GVO-Gruppen zu verbieten.

"Wir brauchen unbedingt die Möglichkeit nationaler Verbote um langfristig die Gentechnikfreiheit abzusichern. Ein Staat wie Österreich hat einem Gentechnik-Konzern mehr entgegenzusetzen, als einzelne Bundesländer", so Dagmar Urban, Gentechnik-Sprecherin von Greenpeace in Österreich. Hinzu kommt auch der Kostenfaktor: Aktive Verbote von GVO-Gruppen oder einzelnen GVO brauchen nach der EU-Richtlinie eine Begründung, die im Sinne solider Verbote auch wissenschaftlich untermauert sein soll. Studien auf nationaler Ebene durchzuführen und auf Basis derer nationale Verbote auszusprechen wäre einfacher, rascher und womöglich auch kostengünstiger - daher ist die Möglichkeit nationaler Verbote durchaus auch im Interesse der Länder.

Selbstverständlich spielen die Länder auch weiterhin eine zentrale Rolle bei Österreichs Anti-Gentechnik-Politik: Erstens bleiben die Gentechnik-Vorsorgegesetze der Länder ein unverzichtbares Sicherheitsnetz. Zweitens müssen in Zukunft die Strategien und Begründungen für nationale Gentechnik-Verbote in enger Absprache mit den Ländern entwickelt werden. Und nicht zuletzt müssen die Länder die Möglichkeit haben Gruppen von Gentechnik-Pflanzen oder einzelnen Gentechnik-Pflanzen in ihrem Bundesland zu verbieten, falls der Bund in Zukunft keine nationalen Verbote erlässt.

Neben BM Rupprechter und BM Oberhauser sind jetzt vor allem die Bundesländer gefragt: "Jetzt müssen alle Länder Teil eines Schulterschlusses für die stärkste Lösung werden und dürfen diese nicht aus machtpolitischem Kalkül oder aus verhandlungstaktischen Gründen während den Verhandlungen zum Finanzausgleich blockieren. Das Thema Gentechnikfreiheit ist einfach zu wichtig für Machtspiele!" so Urban abschließend.

Den offenen Brief finden Sie unter: http://bit.ly/1EfIh8k

Rückfragen & Kontakt:

Dagmar Urban
Gentechnik-Sprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 612 67 21
E-Mail: dagmar.urban@greenpeace.org

Réka Tercza
Pressesprecherin
Greenpeace CEE in Österreich
Tel.: +43 (0)664 85 74 598
E-Mail: reka.tercza@greenpeace.org

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | GRP0001