Erster Espresso im Weltall - ISSpresso sorgt für italienischen Caffè-Genuss im Orbit

Wien/Turin (OTS) - Internationale Raumstation, 3. Mai 2015 | 12:44 Uhr: ISSpresso, das erste kapselbasierende Espressosystem für die Nutzung im Weltall, wurde am 3. Mai auf der Internationalen Raumstation ISS in Betrieb genommen. Entwickelt wurde ISSpresso von Argotec und Lavazza in Kooperation mit der Italienischen Raumfahrtbehörde (ASI).

Nachricht von Caffè an Erde: Am 3. Mai um 12:44 GMT wurde die erste Tasse Espresso im Weltall getrunken. Mit Hilfe von ISSpresso wurde der Wunsch nach einem Espresso im Orbit erfüllt - es handelt sich dabei um das erste kapselbasierende Espressosystem, das auch unter extremen Bedingungen wie man sie im Weltall vorfindet, betrieben werden kann. ISSpresso wurde von Samantha Cristoforetti, Kapitän der italienischen Luftwaffe und Leiterin der Mannschaft der "Mission Zukunft" - der zweitlängsten Weltraummission Italiens auf der ISS in der Internationalen Raumstation ISS - in Betrieb genommen. Cristoforetti ist somit nicht nur die erste Italienerin im All, sondern auch die erste Astronautin in der Geschichte der Raumfahrt, die einen echten italienischen Espresso in der Erdumlaufbahn genießen kann. Das Projekt ISSpresso geht auf eine Initiative von Argotec und Lavazza zurück und entstand in Zusammenarbeit mit der Italienischen Raumfahrtbehörde ASI.

ISSpresso ist eines von insgesamt neun Experimenten, das von der Italienischen Raumfahrtbehörde ASI für die "Mission Zukunft" ausgewählt wurde. Das System symbolisiert ausgefeilte italienische Technologie, die einen Platz in der ISS gefunden hat, und ist das Ergebnis wissenschaftlicher Forschungen. Da die fluiddynamischen Eigenschaften von Flüssigkeiten und Mischungen im Weltall ganz anders sind als jene, die auf der Erde vorherrschen, benötigt man für die Zubereitung von Caffè eine extrem hochentwickelte Technik: ISSpresso ist das erste kapselbasierende Espressosystem, das unter extremen Bedingungen, wie man sie im Weltall vorfindet, funktioniert und perfekten Espresso auch in der Schwerlosigkeit zubereitet. Deshalb wurde es von der ASI für die Verwendung an Bord der ISS ausgewählt.

Eine Caffè-Pause im All

Das Experiment wurde von der Argotec Leitstelle sowie vom ASI Kontrollzentrum begleitet und überwacht. Der erste Weltraum-Espresso wurde von der Mannschaft der "Mission Zukunft" - der zweitlängsten Weltraummission Italiens auf der ISS - enthusiastisch begrüßt. Das System ISSpresso verwendet die gleichen Lavazza-Kaffeekapseln wie auf der Erde und wurde so entwickelt, dass es in Bezug auf Crèma, Körper, Aroma und Temperatur die gleiche Qualität eines original-italienischen Espressos in der Schwerelosigkeit erzeugen kann. Sobald der Caffè aufgegossen ist, reinigt ein neues patentiertes System den letzten Teil des Hydraulikkreislaufs und erzeugt gleichzeitig einen kleinen Druckunterschied im speziellen Beutel, der als "Espressotasse" verwendet wird. Wird nun der Strohhalm hineingedrückt, kann sich das ganze Aroma des Caffès entfalten. Der Beutel ist dabei aus einem transparenten Material, so dass es möglich ist, die Crèma - als Teil des Fluiddynamik-Experiments - zu beobachten und das Verhalten von Flüssigkeiten unter hohem Druck und Temperatur zu untersuchen.

ISSpresso

Das System ISSpresso leitet sich von der Internationalen Raumstation ISS ab und wurde von der Italienischen Raumfahrtbehörde, die die exklusiven Zugangs- und Nutzungsrechte im Rahmen der bilateralen Zusammenarbeit mit der NASA hält, in Betrieb genommen. Es handelt sich dabei um das erste kapselbasierende Espressosystem, das auch unter extremen Bedingungen betriebsfähig ist, wie man sie im Weltall vorfindet. Dort sind die fluiddynamischen Eigenschaften von Flüssigkeiten und Mischungen ganz anders als jene, die auf der Erde vorherrschen. ISSpresso ist das Ergebnis eines gemeinsamen Projekts von Argotec und Lavazza: Argotec, ein italienisches Technologieunternehmen, das sich auf die Entwicklung von Luft- und Raumfahrtsystemen spezialisiert hat, und gleichzeitig führender europäischer Anbieter von gesunden und nährstoffreichen Lebensmitteln für den Verzehr im All ist und Lavazza, der traditionsreichen, italienischen Kaffeemarke.
ISSpresso ist die Antwort auf eine technologische Herausforderung, die selbst die äußerst strengen Auflagen erfüllt, die von der Italienischen Raumfahrtbehörde und NASA hinsichtlich Funktionalität und Sicherheit festgelegt wurden: Damit setzt ISSpresso einen Meilenstein in der Naturwissenschaft und der Ingenieurskunst und wird dazu beitragen, die Kenntnisse über die Prinzipien der Fluiddynamik unter Bedingungen der Mikrogravitation und gleichzeitig die Lebensqualität der Astronauten auf der ISS zu verbessern. ISSpresso ist so ein Meisterwerk der Ingenieurs- und Entwicklungsarbeit - eine Kapselmaschine, mit der man selbst im schwerelosen Raum einen perfekten Espresso zubereiten kann. Das innovative Kapselsystem ist aber auch in der Lage, einen Caffè Lungo (d.h. einen Espresso mit einer größeren Wassermenge als normal) sowie Heißgetränke wie Tees zuzubereiten, oder auch Fond für die Rehydrierung von gefriergetrockneten Lebensmitteln.

"Das Experiment stellt ein technisch fortschrittliches Projekt auf anspruchsvollem Niveau dar. Die Zusammenarbeit von privatem und öffentlichem Bereich hat innovative Lösungen hervorgebracht, die nicht nur einen unmittelbaren Vorteil für die Astronauten haben, sondern auch einen wichtigen wirtschaftlichen Wert für den italienischen Industrie-Sektor. Dadurch wird dessen Image gefördert sowie die Positionierung einer fortschrittlichen Technologie für zukünftige Raumfahrtmissionen etabliert", zeigt sich der Präsident der ASI Roberto Battiston überzeugt.

"Mit dem erfolgreichen Abschluss des heutigen Experiments haben wir die Herausforderung, die wir uns vor mehr als einem Jahr mit der Projektpräsentation gesetzt haben, erfüllt: Wir haben nicht die Einschränkungen der Schwerelosigkeit überwunden und den Astronauten an Bord der Internationalen Raumstation einen köstlichen Espresso -Aushängeschild aller Produkte ‚Made in Italy‘ - ermöglicht, sondern auch das Wissen um die Fluiddynamik verbessert", kommentieren ein zufriedener David Avino, Geschäftsführer von Argotec, und Giuseppe Lavazza, Vizepräsident des Konzerns. "Die Zusammenarbeit von Argotec und Lavazza in Partnerschaft mit ASI zeigt, wie die Synergien zwischen zwei italienischen Unternehmen, die beide ihren Sitz in Turin haben und für ihre Exzellenz in ihrem Sektor bekannt sind, außergewöhnliche Ergebnisse mit internationaler Relevanz hervorbringen können", so David Avino und Guiseppe Lavazza weiter.

Extraterrestrische Technologie

Einen weiteren Rekord hat ISSpresso mit der Geschwindigkeit der Umsetzung gesetzt: Das Projekt wurde, im Vergleich zum Durchschnitt anderer Raumfahrtprojekte, mit einer Rekordzeit von 18 Monaten realisiert. Jedes Detail der ISSpresso wurde genau analysiert, um auf die wissenschaftlichen und ingenieurstechnischen Heraus-forderungen reagieren zu können. Im Rahmen des Projekts galt es physikalische und fluiddynamische Problemstellungen, wie etwa die Frage der sicheren Handhabung von Flüssigkeiten unter hohem Druck und bei hohen Temperaturen im Weltraum zu lösen. Für mehrere der vorgestellten Lösungen wurden bereits internationale Patente erteilt, die für zukünftige Raumfahrtmissionen nützlich sein können, aber auch hier auf der Erde unmittelbare Einsatzmöglichkeiten bieten. Denn anders als bei handelsüblichen Espressomaschinen, bei denen die Wasserzufuhr über Kunststoffleitungen erfolgt, wurden bei der ISSpresso auf Leitungen aus Edelstahl verwendet, die einem Druck von mehr als 400 bar standhalten. Aufgrund des von der Italienischen Raumfahrtbehörde vorgegebenen Einbaus von Reservekomponenten für alle sicherheitsrelevanten Bauteile, ist die Maschine ISSpresso sehr komplex, so dass sie rund 25 Kilogramm wiegt.

Twitter: #MissionEspresso, #ISSpresso, @Lavazza, @argotec_it, @ASI_spazio

Weiteres Bildmaterial ist über den folgenden Link abrufbar:
http://filex22.currycom.at/Lavazza/Lavazza-Argotec_Bildmaterial_ISSpresso.zip

Über LAVAZZA

Der Name Lavazza steht seit mehr als einem Jahrhundert für hochwertigen Caffè-Genuss. Gegründet im Jahr 1895 befindet sich das Unternehmen seit vier Generationen im Besitz der Familie Lavazza. Es gehört zu den größten Kaffeeröstern der Welt und zählt zu den Marktführern des italienischen Kaffeehandels. Lavazzas Produkte werden über eigene Niederlassungen und Lieferanten in mehr als 90 Ländern vertrieben. Das Unternehmen agiert weltweit in den Bereichen "Home" und "Away-from-Home". Dabei blickt es auf über 25 Jahre Erfahrung in der Herstellung und dem Vertrieb von Espresso-Portionssystemen und -produkten zurück. In Österreich ist Lavazza seit 1988 mit einer eigenen Niederlassung vertreten.

Weitere Informationen zu Lavazza: www.lavazza.at

Argotec

Argotec ist ein italienisches Raumfahrtunternehmen mit Sitz in Turin; das Unternehmen investiert massiv in die Forschung, Innovation und Entwicklung in den verschiedensten Branchen, darunter Ingenieurwesen, IT, Systemintegration sowie in bemannte Raumflüge und -einsätze. Argotec schult europäisches Bodenpersonal und Astronauten am Europäischen Astronautenzentrum in Köln und ist in Europa alleinverantwortlich für deren Bonus Food (Sonderkost).

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