ÖGB-Achitz: Vom aufgewärmten Uralt-Liberalismus zurück zur bewährten sozialen Marktwirtschaft

Auch wenn das manche ‚retro‘ finden: Arbeitszeitverkürzung, Wertschöpfungsabgabe notwendig

Wien (OTS) - "Immer mehr Menschen stehen ohne Arbeit da, oder sie bekommen Teilzeitjobs, von denen sie kaum leben können. Wenn gegen diese Folgen des ‚Neo‘ genannten Uralt-Liberalismus nur als ‚Retro-Ideen‘ diffamierte Maßnahmen helfen, dann brauchen wir eben mehr Retro, um Österreich wieder zur bewährten sozialen Marktwirtschaft zurückzubringen. Bei guten Ideen ist es völlig egal, wann sie zum ersten Mal gedacht wurden", sagt Bernhard Achitz, Leitender Sekretär des ÖGB. Kürzere Arbeitszeiten und eine Wertschöpfungsabgabe würden die Unternehmer zwingen, wieder verstärkt ihre gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. ++++

Ende April waren insgesamt 419.875 Menschen arbeitslos oder in Schulungen. Wenn jede und jeder einzelne kürzer arbeitet, haben insgesamt mehr Menschen Arbeit. Es gibt viele Wege, um das zu erreichen: Die Wochenarbeitszeit verkürzen, weniger Überstunden zulassen, den ArbeitnehmerInnen mehr Urlaub geben etc. Achitz: "Die sechste Urlaubswoche war ursprünglich für alle ArbeitnehmerInnen gedacht, die eine gewisse Anzahl von Jahren gearbeitet haben. Aber heutzutage schafft es kaum noch jemand, lang genug in ein und derselben Firma zu arbeiten, um jemals den erhöhten Urlaubsanspruch zu erreichen."

Überstunden machen arbeitslos und krank

"Während die einen bis zur Erschöpfung arbeiten, bleibt für andere höchstens eine geringfügige Beschäftigung übrig. Die Überstunden müssen teurer werden", fordert Achitz. Der ÖGB fordert eine Überstundenabgabe in Höhe von einem Euro pro Stunde. Die Einnahmen sollen je zur Hälfte an das AMS und ins Gesundheitssystem fließen. "Die Unternehmer, die maßlos Überstunden anordnen, zahlen dadurch einen Teil der Kosten, die sie verursacht haben. Denn Überstunden machen die einen krank und die anderen arbeitslos."

Lohnnebenkosten-Senkung ohne Sozialabbau

Ein innovatives Konzept für die Entlastung der Arbeit ist die Umwälzung der Sozialversicherungsbeiträge auf Unternehmen mit viel Gewinn und wenigen Beschäftigten. "Die Wertschöpfungsabgabe macht Arbeit billiger, ohne dem Sozialstaat Geld zu entziehen:
Lohnnebenkosten-Senkung ohne Sozialabbau", so Achitz.

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB Österreichischer Gewerkschaftsbund
Florian Kräftner
01/53 444-39 264, 0664/301 60 96
florian.kraeftner@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at
www.twitter.com/oegb_at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002