Walser: Gedenkstätte Mauthausen hat massiven Reformbedarf

Grüne fordern echte Neugestaltung der KZ-Gedenkstätte statt versteckter Sparreform

Wien (OTS) - "Das Erinnern anlässlich der Befreiung des KZ Mauthausen vor 70 Jahren darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Gedenkstätte ihrem Auftrag derzeit nur unzureichend nachkommt", weist Harald Walser, vergangenheitspolitischer Sprecher der Grünen, auf die in der letzten Zeit immer lauter vorgebrachten Kritikpunkte an der Führung der Gedenkstätte hin: "Die Gedenkstätte Mauthausen hat massiven Reformbedarf."

Bedrückend seien vor allem die zurückgehenden BesucherInnenzahlen, insbesondere jene von österreichischen Schulgruppen. Besuchten im Jahr 2007 noch 57.500 SchülerInnen die Gedenkstätte, ging diese Zahl im letzten Jahr auf ein Rekordtief von 48.100 zurück. Für Walser ist dies ein deutliches Zeichen dafür, dass in der Führung der Gedenkstätte etwas schief läuft: "Noch 2010 haben Bundeskanzler Faymann und Ex-Unterrichtsministerin Schmied verkündet, Maßnahmen zu setzen, um die jährliche Kapazität für Schulgruppen aus Österreich auf 100.000 zu steigern. Das Resultat zeigt jedoch leider eine gegenläufige Entwicklung und dem ist angesichts des erschreckend zunehmenden Rechtsextremismus ganz entschieden entgegenzuwirken." Walser plädiert dafür, die geplante Neuordnung der Gedenkstätte auch als Chance wahrzunehmen, eine vom Innenministerium tatsächlich unabhängige Verwaltung zu schaffen und in einer internationalen Besetzung der Gremien auch dem Faktum gerecht zu werden, dass die Opfer aus Mauthausen zu 98 Prozent aus dem Ausland stammten. Zudem sei zu verhindern, dass es mit der Auslagerung zu versteckten Sparmaßnahmen ausgerechnet in der wichtigsten nationalen Gedenkstätte komme.

"In diesen Tagen gedenken wir den fast 100.000 Menschen im KZ Mauthausen Ermordeten und jener, die die unbeschreiblichen Torturen überlebt haben. Heute bedeutet das für uns den Auftrag, allen undemokratischen und rassistischen Tendenzen entgegenzuwirken. Die Vermittlungsarbeit in Mauthausen ist dafür ein zentraler und unentbehrlicher Bestandteil."

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