IV zu Arbeitsmarkt: Österreich fällt in Europa weiter zurück, Lohnnebenkosten endlich senken

IV-GS Neumayer: Steigende Arbeitslosigkeit in Österreich – Senkung der Lohnnebenkosten jetzt umsetzen – Arbeitszeitmodernisierung und Pensionsreformen angehen

Wien (OTS/PdI) - "Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung lässt einmal mehr alle Alarmglocken läuten. Während die Reformbemühungen in den europäischen Ländern ihren Erfolg zeigen und bei konjunkturellem Aufschwung die Arbeitslosigkeit zurückgeht, nimmt in Österreich die Zahl der Arbeitslosen auch Ende April erneut deutlich zu. Österreich liegt im EU-Vergleich der Arbeitslosigkeit nur noch auf Platz drei und ein weiterer Abstieg droht. Doch es geht uns anscheinend noch zu gut, um zu erkennen, dass an der Umsetzung von mutigen Strukturreformen kein Weg vorbeiführt", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer anlässlich der heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.

"Was die Menschen und Unternehmen brauchen, sind Rahmenbedingungen, die den Standort attraktiv machen, Investitionen fördern und zu Wachstum und Arbeitsplätzen führen. Die Politik muss ihre Verantwortung ernst nehmen und ein reformorientiertes politisches Umfeld schaffen, das die Wettbewerbsfähigkeit der österreichischen Industrie fördert. Die Senkung der Lohnnebenkosten darf nicht auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden, sondern muss zur Stunde konsequent umgesetzt werden", betonte Neumayer mit Nachdruck und fordert neben der Senkung des Beitrages zum Familienlastenausgleichsfonds eine Reduzierung des Unfallversicherungsbeitrages, denn "der erfreuliche, erneut fortgesetzte Rückgang bei den Arbeitsunfällen zeigt, dass hier erhebliches Potenzial zur Beitragssenkung besteht. Es gilt, die Kostenwahrheit in der Unfallversicherung sicherzustellen und der Quersubventionierung der Krankenkassen ein Ende zu setzen." Positiv sei, dass die Beschäftigung in der Altersgruppe 50 plus erneut überdurchschnittlich anstieg. Auch die Arbeitslosenquote liegt bei den über 50-Jährigen - unter Berücksichtigung der Teilnehmer an AMS-Schulungen - sogar unter der allgemeinen Arbeitslosenquote. "Rufe nach bürokratischen Belastungen für Betriebe, wie ein Bonus-Malus-Quotenmodell für Ältere, sind hier kontraproduktiv und sachlich nicht gerechtfertigt", so der IV-Generalsekretär, "denn es sind die pensionsrechtlichen Regelungen, die einer grundlegenden Reform bedürfen, insbesondere ist die raschere Angleichung des Frauenpensionsalters an jenes der Männer dringend erforderlich."

Wiederholt spricht sich der Generalsekretär gegen die Einführung einer generellen sechsten Urlaubswoche aus. "Nur weil ein Software-Techniker mehr Urlaub hat, hat ein Pflichtschulabsolvent noch keinen Job", so Neumayer kritisch und mit dem Hinweis, dass knapp die Hälfte aller Arbeitslosen nur einen Pflichtschulabschluss hat. "Es braucht stattdessen eine zeitgemäße und flexible Ausgestaltung des Arbeitszeitrechts, um der modernen, international vernetzten Arbeitswelt gerecht zu werden sowie gemeinsamer Anstrengungen, um unser Bildungssystem zu verbessern."

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