• 04.05.2015, 11:39:33
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IV zu Arbeitsmarkt: Österreich fällt in Europa weiter zurück, Lohnnebenkosten endlich senken

IV-GS Neumayer: Steigende Arbeitslosigkeit in Österreich – Senkung der Lohnnebenkosten jetzt umsetzen – Arbeitszeitmodernisierung und Pensionsreformen angehen

Utl.: IV-GS Neumayer: Steigende Arbeitslosigkeit in Österreich –
Senkung der Lohnnebenkosten jetzt umsetzen –
Arbeitszeitmodernisierung und Pensionsreformen angehen =

Wien (OTS/PdI) - "Die aktuelle Arbeitsmarktentwicklung lässt einmal
mehr alle Alarmglocken läuten. Während die Reformbemühungen in den
europäischen Ländern ihren Erfolg zeigen und bei konjunkturellem
Aufschwung die Arbeitslosigkeit zurückgeht, nimmt in Österreich die
Zahl der Arbeitslosen auch Ende April erneut deutlich zu. Österreich
liegt im EU-Vergleich der Arbeitslosigkeit nur noch auf Platz drei
und ein weiterer Abstieg droht. Doch es geht uns anscheinend noch zu
gut, um zu erkennen, dass an der Umsetzung von mutigen
Strukturreformen kein Weg vorbeiführt", so der Generalsekretär der
Industriellenvereinigung (IV) Mag. Christoph Neumayer anlässlich der
heute, Montag, veröffentlichten Arbeitsmarktdaten.

"Was die Menschen und Unternehmen brauchen, sind
Rahmenbedingungen, die den Standort attraktiv machen, Investitionen
fördern und zu Wachstum und Arbeitsplätzen führen. Die Politik muss
ihre Verantwortung ernst nehmen und ein reformorientiertes
politisches Umfeld schaffen, das die Wettbewerbsfähigkeit der
österreichischen Industrie fördert. Die Senkung der Lohnnebenkosten
darf nicht auf die nächste Legislaturperiode verschoben werden,
sondern muss zur Stunde konsequent umgesetzt werden", betonte
Neumayer mit Nachdruck und fordert neben der Senkung des Beitrages
zum Familienlastenausgleichsfonds eine Reduzierung des
Unfallversicherungsbeitrages, denn "der erfreuliche, erneut
fortgesetzte Rückgang bei den Arbeitsunfällen zeigt, dass hier
erhebliches Potenzial zur Beitragssenkung besteht. Es gilt, die
Kostenwahrheit in der Unfallversicherung sicherzustellen und der
Quersubventionierung der Krankenkassen ein Ende zu setzen." Positiv
sei, dass die Beschäftigung in der Altersgruppe 50 plus erneut
überdurchschnittlich anstieg. Auch die Arbeitslosenquote liegt bei
den über 50-Jährigen - unter Berücksichtigung der Teilnehmer an
AMS-Schulungen - sogar unter der allgemeinen Arbeitslosenquote. "Rufe
nach bürokratischen Belastungen für Betriebe, wie ein
Bonus-Malus-Quotenmodell für Ältere, sind hier kontraproduktiv und
sachlich nicht gerechtfertigt", so der IV-Generalsekretär, "denn es
sind die pensionsrechtlichen Regelungen, die einer grundlegenden
Reform bedürfen, insbesondere ist die raschere Angleichung des
Frauenpensionsalters an jenes der Männer dringend erforderlich."

Wiederholt spricht sich der Generalsekretär gegen die Einführung
einer generellen sechsten Urlaubswoche aus. "Nur weil ein
Software-Techniker mehr Urlaub hat, hat ein Pflichtschulabsolvent
noch keinen Job", so Neumayer kritisch und mit dem Hinweis, dass
knapp die Hälfte aller Arbeitslosen nur einen Pflichtschulabschluss
hat. "Es braucht stattdessen eine zeitgemäße und flexible
Ausgestaltung des Arbeitszeitrechts, um der modernen, international
vernetzten Arbeitswelt gerecht zu werden sowie gemeinsamer
Anstrengungen, um unser Bildungssystem zu verbessern."

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