Europäische Hochschulombudsleute tagen Ende Mai 2015 in Innsbruck

Bilanz und Ausblick auf Weiterentwicklung im hochschulischen Beziehungs-, Beschwerde- und Verbesserungsmanagement

Wien (OTS) - Vom 28. bis 30. Mai 2015 findet in Innsbruck die zwölfte Jahreskonferenz des europäischen Netzwerkes der hochschulischen Ombudsstellen ENOHE (European Network of Ombudsmen in Higher Education) statt. Das Generalthema lautet "30 Years of Solitude? University Ombudsmen´s Pioneering Past, Confident Present, Challenging Future".

Konferenzthemen im Mittelpunkt sind Bilanz zur und Ausblick auf die Weiterentwicklung im hochschulischen Beziehungs-, Beschwerde- und Verbesserungsmanagement. Die Innsbrucker ENOHE- Konferenz wird vom Europäischen Ombudsmann-Institut mit Sitz in Innsbruck und der Ombudsstelle für Studierende im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Wien gemeinsam inhaltlich vorbereitet und organisatorisch unterstützt.

Hochschulombudsstellen in Europa: Expertise seit 30 Jahren

Vor 30 Jahren wurde in Spanien auf Eigeninitiative der Universität Leon (Provinz Kastilien und Leon) die allererste hochschulische Ombudsstelle in Europa eingerichtet
( http://www.ots.at/redirect/unileon1 ).

Heutzutage gibt es derartige Institutionen bereits in rund 20 europäischen Ländern, in Österreich derzeit an sechs Universitäten und Hochschulen
( http://www.hochschulombudsmann.at/ombudsstellen-in-osterreich/ ).

Hochschulische Ombudsstellen werden immer bedeutender, nachdem bereits in der Europäischen Charta für Jungforscher 2005 für Beschwerdeprozesse ausdrücklich ombudsmann-ähnliche Personen bzw. Einrichtungen gefordert werden
( http://ec.europa.eu/euraxess/index.cfm/rights/europeanCharter ).

Die Charta und ihre Ziele sind mittlerweile auch in die Leistungsvereinbarungen des Wissenschaftsministeriums mit den öffentlichen Universitäten eingegangen. Im Beantragungs- und Evaluierungsverfahren für europäische Forschungsförderungen im Hochschulbereich wird die Charta ebenfalls immer wichtiger.

Die dreitägige Innsbrucker Konferenz bietet neben einer Rückschau auf die Erfahrungen aus der 30jährigen Geschichte von hochschulischen Ombudsstellen in Europa (plus weiteren 20 Jahren Expertise aus Kanada und den USA) auch einen Überblick über aktuelle Herausforderungen im derzeitigen hochschulischen Alltagsbetrieb. Den Hauptvortrag wird die ehemalige Universitätsdirektorin der Wiener Kunstuniversität sowie Sektionschefin im Wissenschaftsministerium und nunmehrige Rektorin der Universität für Musik und Darstellende Kunst Graz, Elisabeth Freismuth halten.

Internationale Zukunftsthemen: Mediation, Social Media, Ethik-Codes

Zu den Themen, die von europäischen, amerikanischen, kanadischen, mexikanischen und australischen sowie österreichischen Expertinnen und Experten in Arbeitskreisen und in moderierten Vorträgen behandelt werden, zählen der Umgang mit hocheskalierten Konflikten, die unterschiedlichen Arbeits- und Berichtsmethoden von Hochschulombudsstellen, Verschwiegenheitspflicht vs. Öffentlichkeit sowie die Kooperation mit Hochschulorganen und Studierendenvertretungen.

Zukunftsthemen sind Mediation als verstärkt gefragtes und zum Einsatz kommendes Vermittlungsinstrument, der Einfluss von Social Media sowie Initiativen für die Einrichtung weiterer universitärer Ombudstellen zur Einhaltung von Ethik-Codes, Letzteres vor allem zur Gewährleistung guter wissenschaftlicher Praxis. Dieses Thema stellt auch einen Schwerpunkt in der luxemburgischen EU-Ratspräsidentschaft im zweiten Halbjahr 2015 dar.

Weiterführende Informationen:

Die Innsbrucker Veranstaltung steht allen Interessierten aus dem Hochschulbereich (Universitäten, Privatuniversitäten, Fachhochschulen, Pädagogische Hochschulen) und der öffentlichen Verwaltung offen. Nähere Informationen zum Detailprogramm unter
http://www.ots.at/redirect/hochschulombudsmann

bzw. unter
http://www.enohe.net/innsbruck2015/

ENOHE, European Network of Ombudsmen in Higher Education

(www.enohe.net), ist ein Netzwerk vor allem europäischer Ombudsmänner und -frauen, das von Reading bei London aus koordiniert wird. Auch außereuropäische Institutionen sind darin vertreten. Die Hauptzielsetzungen des Netzes sind der Erfahrungsaustausch über unterschiedliche rechtliche Rahmenwerke von hochschulischen Ombudsstellen, deren berufliche Praxiserfahrungen und deren organisatorische Weiterentwicklung.

Die Ombudsstelle für Studierende im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft in Wien ist für studentische Anliegen aus dem Studien-, Lehr-, Prüfungs-, Service- und Verwaltungsbetrieb an hochschulischen Bildungseinrichtungen in Österreich (und auch internationale Studierende) zuständig und gibt dazu jährliche Tätigkeitsberichte an den Wissenschaftsminister und an den Nationalrat heraus. (www.hochschulombudsmann.at)

Das Europäische Ombudsmann-Institut in Innsbruck ist ein Kompetenzzentrum zum Austausch von Wissen und Informationen zwischen Ombudspersonen und Human Rights Institutionen. Es stellt elektronisch und in gedruckter Form Rechtsgrundlagen und Tätigkeitsberichte von europäischen Ombuds-Einrichtungen, Papiere von Ombudsmann-Konferenzen, Expertisen zu besonderen Problemen u. ä. zur Verfügung. (www.eoi.at)

Rückfragen & Kontakt:

Ombudsstelle für Studierende
im Bundesministerium für Wissenschaft, Forschung und Wirtschaft Wien
Dr. Josef Leidenfrost, +43-1-53120-5533
josef.leidenfrost@bmwfw.gv.at

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