AMS Wien: Noch höhere Anstrengungen für ältere Arbeitslose

AMS-Wien-Chefin Petra Draxl: „Brauchen zumindest 50 Millionen Euro zusätzlich für Deutschkurse und Basisbildung“

Wien (OTS) - Die Zahl der beim AMS Wien als arbeitslos vorgemerkten Personen ist im April 2015 im Jahresvergleich um 24,2 Prozent auf 122.347 gestiegen. Die Zahl der AMS-Kundinnen und -Kunden in Schulung ist in Wien um 28,3 Prozent auf 24.924 gesunken, die Summe beider Gruppen um 10,5 Prozent gewachsen.

Nach Altersgruppen betrachtet, ist die Zahl der unter-20-jährigen Arbeitslosen um 8,3 Prozent gestiegen, jene der über-50-jährigen um 25 Prozent. "Wir bekämpfen die Arbeitslosigkeit älterer Menschen durch einen Mix aus zielgerichteter Unternehmensförderung und einem breiten Angebot an Sozialökonomischen Betrieben", sagt AMS-Wien-Chefin Petra Draxl. "Die zusätzlichen Mittel, die uns die Bundesregierung dafür zur Verfügung stellt, machen es uns möglich, unsere Anstrengungen für die Zielgruppe 50+ noch einmal zu erhöhen".

Die besondere Struktur der Wiener Arbeitslosigkeit - vor allem der extrem hohe Anteil an Menschen, die keinen höheren Abschluss haben als jenen der Pflichtschule - mache allerdings ein zusätzliches Sonderprogramm für Wien nötig, fordert Draxl: "Solange die Arbeitslosigkeit so stark steigt, brauchen wir jährlich zumindest 50 Millionen Euro mehr, um sowohl Deutschkurse als auch Basisbildung bis hin zum Lehrabschluss im nötigen Ausmaß anbieten zu können."

Die Zahl der offenen Stellen, die die Wiener Unternehmen dem AMS Wien im April 2015 neu gemeldet haben, liegt um 8,6 Prozent höher als im April des Vorjahres. "Das lässt uns vorsichtig hoffen, dass die Konjunktur an Fahrt gewinnt", sagt Draxl. "Denn letztlich kann nur ein Wirtschaftsaufschwung der Arbeitslosigkeit nachhaltig entgegenwirken." Im Rahmen von "AMS on Tour" sind derzeit mehr als 100 Beraterinnen und Berater des AMS Wien unterwegs zu den Wiener Betrieben, um die Personalverantwortlichen über Fördermöglichkeiten und Stellenbesetzung zu beraten.

Nach wichtigen Branchen betrachtet, ist die Arbeitslosigkeit am Bau im April um 22,1 Prozent gestiegen, in der Hotellerie und Gastronomie um 21,5 Prozent, in der Warenproduktion um 20,5 Prozent und im Einzelhandel um 19,4 Prozent.

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