TIROLER TAGESZEITUNG, Ausgabe vom 3.5.2015, Leitartikel von Peter Nindler: "Osttiroler Befindlichkeiten"

Innsbruck (OTS) - Die monatelange Debatte über die hubschrauberunterstützten Bergrettungsübungen im Nationalpark Hohe Tauern symbolisiert das fehlende Fingerspitzengefühl der schwarz-grünen Landesregierung mit dem Bezirk Osttirol. Es sind Gefühlswelten, die Schwarz-Grün unterschätzt; ob beim Aus für den Direktzug von Lienz nach Innsbruck oder der Diskussion über die Ausweisung der Isel als Natura-2000-Schutzgebiet. Beides ist politisch nachvollziehbar, bei der notwendigen Nachnominierung von Schutzgebieten sogar unabdingbar. Doch die Landesregierung konnte die Weichenstellungen nicht nachvollziehbar machen, deshalb hat sie den Protest im Allgemeinen und die Tiroler ÖVP den nach der Landtagswahl abmontierten Matreier Bürgermeister Andreas Köll im Speziellen wieder stark gemacht.
Wenn es um Osttirol in Innsbruck geht, halten die Osttiroler überparteilich in einer Zweckgemeinschaft zusammen; auch mit dem selbst im Bezirk umstrittenen Machtpolitiker Andreas Köll. Das haben Regierung und Volkspartei politisch unterbewertet. Deshalb brodelt es, das Bauchgefühl von der Benachteiligung wird im schwarzen Osttirol zur politischen Empfindung. Das spüren vor allem die beiden VP-Abgeordneten Hermann Kuenz und Martin Mayerl,
Die Änderung des Nationalparkgesetzes für die von der Bergrettung geforderten Übungsflüge wäre schon im März und nicht erst nach Protesten im Mai möglich gewesen. Es sind auch ihre Leute und ihre Freiwilligen, die die ÖVP damit vor den Kopf stößt. Beteuerungen danach können die monotonen "Es-geht-nicht-Argumente" von davor nicht mehr aufwiegen. So gesehen hat die Landesregierung unter Führung der ÖVP mehr denn je Handlungsbedarf bei den Osttiroler Befindlichkeiten.

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