Ein trauriger Rekord jagt den nächsten – AK fordert am Tag der Arbeit aktives Gegensteuern auf dem Arbeitsmarkt

Linz (OTS) - Am 1. Mai, dem Tag der Arbeit, soll die schwierige Situation von Menschen ohne Beschäftigung nicht vergessen werden:
Denn der negative Arbeitsmarkttrend setzt sich fort: Im 1. Quartal 2015 waren in Oberösterreich mehr als 60.000 Menschen ohne Arbeit -mehr als je zuvor. AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer fordert daher die Politik auf, endlich zu reagieren: "Wir brauchen ein Konjunkturbelebungsprogramm und mehr Geld für die aktive Arbeitsmarktpolitik!"

Laut der aktuellen Arbeitsmarktanalyse der AK waren im 1. Quartal 2015 in Oberösterreich 60.783 Personen ohne Beschäftigung - um 3,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor und um 2000 Personen mehr als am Höhepunkt der Wirtschaftskrise im 1. Quartal 2010. Die Zahl der arbeitslosen Personen betrug 47.532. Das ist ein neuer negativer Rekordwert in Oberösterreich. Der Anstieg in beinahe allen Branchen ist weniger auf einen vermehrten Zugang an Arbeitslosen zurückzuführen, sondern auf eine Verfestigung der bestehenden Arbeitslosigkeit. Das zeigt der deutliche Anstieg an Langzeitarbeitslosen.

Die Zahl der AMS-Schulungsteilnehmer/-innen ist innerhalb eines Jahres um 12,6 Prozent auf 10.362 Personen gesunken. Damit zeichnet sich bereits der Strategiewechsel des AMS in Zusammenhang mit den Kürzungen des AMS-Budgets für aktive Arbeitsmarktpolitik ab. "Die Gefahr besteht, dass es künftig weniger Angebote für arbeitslose Menschen durch das AMS geben wird. Dadurch würde sich das Arbeitsmarktproblem zusätzlich verschärfen", erklärt AK-Präsident Dr. Johann Kalliauer.

Der AK-Präsident fordert angesichts dieser dramatischen Zahlen und Entwicklungen die Entscheidungsträger/-innen auf, endlich zu reagieren: "Wir brauchen in Oberösterreich dringend ein Konjunkturbelebungsprogramm zur Ankurbelung der Wirtschaft und zur Schaffung von Arbeitsplätzen." Die Bundesregierung hat sich erst kürzlich zu einem Konjunkturpaket durchgerungen, Salzburg und Wien haben ebenfalls konjunkturbelebende Maßnahmen im Bereich des Wohnbaus beschlossen. "Ein derartiges wirtschaftspolitisches Gegensteuern brauchen wir auch in Oberösterreich", betont Kalliauer. Neben Investitionen in den öffentlichen Verkehr und einem sozialen Wohnbauprogramm ist insbesondere der Ausbau von Bildungs-, Kinderbetreuungs- und Pflegeinfrastruktur besonders sinnvoll. Der Effekt ist dreifach: Mehr Arbeitsplätze durch Investitionen, eine verbesserte Ausbildungssituation für Kinder und Jugendliche und mehr Angebote in der Pflege.

Keinesfalls darf es zu weiteren Kürzungen im Bereich der aktiven Arbeitsmarktpolitik kommen: Denn diese senkt die Arbeitslosigkeit, verbessert das Qualifikationsniveau und erhöht die Chancengleichheit. "Im neuen Budgetrahmen bis 2019 muss daher sichergestellt werden, dass angesichts der horrenden Arbeitslosenzahlen ausreichend Mittel für das AMS vorhanden sind", fordert der AK-Präsident.

Die gesamte Arbeitsmarkt Quartalsanalyse der AK Oberösterreich ist abrufbar unter:
http://ooe.arbeiterkammer.at

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