Korun zu MIPEX-Empfehlungen: Doppelstaatsbürgerschaft und Einbürgerung hier Geborener ermöglichen

Österreich bekommt bei Integrationsindex nur 50 von 100 Punkten

Wien (OTS) - Der heute präsentierte Integrationsindex MIPEX bescheinigt Österreich leider den 20. Platz unter 38 untersuchten Ländern und nur 50 Punkte von insgesamt 100. "Besonders bei politischer Teilhabe, Einbürgerung und Familienzusammenführung gibt es laut StudienautorInnen großen Nachholbedarf für Regierungspolitik", erzählt die Integrationssprecherin der Grünen, Alev Korun, die bei der Studienpräsentation anwesend war.

Österreich ist laut Studie eines der Länder mit den restriktivsten Regeln für Einbürgerung: Großen Hürden und hohen Einkommenserfordernissen stehen wenig Unterstützung bei der Bewältigung dieser Hürden gegenüber. "Deshalb beträgt die jährliche Einbürgerungsquote bei uns auch nur 1,1 Prozent, und 6,4 Prozent der erwachsenen Wohnbevölkerung sind vom Wahlrecht ausgeschlossen. Das ist der höchste Wert in der gesamten EU. Wenn unsere Demokratie alle auf Dauer hier lebenden Menschen beinhalten soll, braucht es lebensnahe Einbürgerungsbedingungen statt Hürden und die Doppelstaatsbürgerschaft, die in den letzten Jahren z.B auch Dänemark, Luxemburg und Finnland eingeführt haben", betont Korun.

Die Studie bemängelt auch die mangelnde politische Kultur der Evaluierung von getroffenen Maßnahmen. "Leider kann ich das aus der Praxis bestätigen: Oft wird etwas von der Regierung beschlossen und es wird nie evaluiert, ob diese Integrationsmaßnahme auch greift und erfolgreich ist. Zum Beispiel belegt die Studie, dass die vor einigen Jahren eingeführte Pflicht, bereits vor der Einreise eine Deutschprüfung zu machen, nicht den Erfolg gebracht hat, MigrantInnen Deutsch besser beizubringen. Der Integrationsminister Kurz sollte die Empfehlungen genau studieren und neben einer notwendigen Evaluierungskultur auch die Doppelstaatsbürgerschaft und Einbürgerung von hier geborenen Kindern von Geburt an umsetzen", verlangt Korun.

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