Tag der Arbeit: Jugendliche präsentieren ihre Visionen zu fairer Arbeit

„wir.gestalten.arbeit“ ist ein Vorzeigeprojekt der Katholischen Jugend Österreich für Jugendliche in der Arbeitswelt

Wien (OTS) - "Jugendliche wollen mitreden, wenn es um die Gestaltung ihrer Lebens- und Arbeitswelt geht", erklärt Matthias Kreuzriegler, ehrenamtlicher Vorsitzender der Katholischen Jugend Österreich, und weiter: "Mit unserem Lehrlingsprojekt ‚wir.gestalten.arbeit‘ haben wir ihnen die Plattform gegeben, ihre Ideen und Visionen zu entwickeln und zu diskutieren sowie diese an Verantwortliche in der Politik weiterzugeben."

Mit "wir.gestalten.arbeit" hat die Katholische Jugend Österreich ein Projekt für eine Zielgruppe entwickelt, für die es kaum bildungspolitische Angebote gibt: Jugendliche am Einstieg in die Arbeitswelt, Lehrlinge oder arbeitssuchende Jugendliche. Seit Jänner 2015 beschäftigten sich über 150 Lehrlinge und arbeitssuchende Jugendliche in sechs Bundesländern mit dem Thema "Faire Arbeit". Am 05. und 06. März 2015 kamen dann 100 TeilnehmerInnen nach Wien und formulierten in Workshops Forderungen und Ideen, die sie an Jung-PolitikerInnen im Parlament übergaben. Mit dabei waren Julian Schmid (Grüne), Asdin El Habbassi (ÖVP), Katharina Kucharowits (SPÖ), Douglas Hoyos (JUNOS), Eva Maria Himmelbauer (ÖVP). "Die Jugendlichen haben mit den PolitikerInnen im direkten Dialog über ihre Sorgen, Probleme und eben auch Ideen zu einer fairen Arbeit sprechen können", erklärt Kreuzriegler die Besonderheit des Projekts "wir.gestalten.arbeit".

Die fünf zentralen Ideen und Wünsche an Verantwortliche in Wirtschaft und Politik

1.) Wertschätzung für Lehrlinge und generell Jugendliche in der Arbeitswelt: Immer wieder begegnen sie gesellschaftlichen Vorurteilen, wie: Nur minder begabte Jugendliche lernen einen Beruf. Die Lehrlinge wünschen sich Anerkennung für ihre Entscheidung und generell als Mensch im Betrieb und in der Gesellschaft akzeptiert und anerkannt zu werden.

2.) Die Qualität der Ausbildung: Anstatt Lehrlingen nach einer gewissen Einschulung angemessene Aufgaben anzuvertrauen, nutzen viele Betriebe Lehrlinge als billige Arbeitskräfte für Hilfsdienste aus. Die Jugendlichen wünschen sich qualitätsvolle Ausbildung am Arbeitsplatz sowie fachlich und pädagogisch geeignete Lehrkräfte in der Berufsschule.

3.) Faire Bezahlung: Es gibt ein großes Unverständnis dafür, dass es je nach Branche oft zu sehr eklatanten Unterschieden kommt. Die Lehrlinge fordern ein gerechtes Einkommen zum Auskommen, das unabhängig von Berufssparte oder Geschlecht ist.

4.) Ein gesicherter Ausbildungsplatz: Viele Lehrlinge haben Angst durch Gründe wie Krankheit, schlechte Noten in der Schule, Konflikte am Arbeitsplatz entlassen zu werden und somit auch ihren Ausbildungsplatz zu verlieren. Sie fordern gesicherte Ausbildungsplätze für Lehrlinge.

5.) Respekt vor Diversität: Viele Lehrlinge klagen über Diskriminierungserfahrungen aufgrund ihres Migrationshintergrunds, äußerlichen Erscheinungsbildes und ihres Geschlechts. Ein (elterliches) Herkunftsland und andere erwähnte Kategorien dürfen keine Hindernisse für Einstellungen bzw. Entlassungen sein.

Die von den Lehrlingen im März eingebrachten Feststellungen und Ideen wurden nun schriftlich in einem Ideenkatalog zusammengefasst und an die PolitikerInnen ausgesendet.

Jugendliche werden gehört

Zwei Abgeordnete resümieren das Projekt in folgenden Statements:

Eva-Maria Himmelbauer (ÖVP): "Es ist wichtig, dass auch junge Menschen ihre Anliegen einbringen können und diese in Entscheidungsprozesse miteinfließen. Als Lehrlinge und Arbeitssuchende wissen sie am besten, was sie sich von ihrer Ausbildung und ihrer beruflichen Zukunft erwarten und wo es Handlungsbedarf gibt. Daher möchte ich mich bei den TeilnehmerInnen von wir.gestalten.arbeit für ihre Ideen bedanken, aber auch für die Möglichkeit direkt mit ihnen über ihre Erfahrungen zu sprechen."

Katharina Kucharowits (SPÖ): "Es war super und es hat mich gefreut, mit dabei gewesen zu sein. Damit habe ich wichtige Eindrücke von den Wünschen und Problemen der Lehrlinge mitgenommen. Es kann nicht sein, dass junge Leute, als Hilfskräfte eingesetzt werden, obwohl sie ganz klar einen Beruf erlernen sollten. Solche Lebensrealitäten gibt es und die gehören unterbunden."

Der gesamte Ideenkatalog steht unter
http://katholische-jugend.at/wir-gestalten-arbeit/ zum Download zur
Verfügung.

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