AK-Appell an Landeshauptleute: Faire Kostenbeteiligung des Lkw-Verkehrs durchsetzen

Ein Lkw schädigt Straßen um das 50.000-Fache eines Pkw / Lebensmittel werden dadurch kaum teurer

Wien (OTS) - "Der Schwerlastverkehr verursacht die meisten Straßenschäden. Zahlen muss aber bisher immer noch die Allgemeinheit", sagt die Leiterin der AK Verkehrspolitik, Sylvia Leodolter. Deshalb appelliert die AK an die Landeshauptleute, endlich eine faire Kostenbeteiligung des Lkw-Verkehrs durchzusetzen. Derzeit beraten die Länder darüber, ob eine flächendeckende Lkw-Maut sinnvoll ist. Denn auf den rund 110.000 Kilometern Landes- und Gemeindestraßen und bei Brücken gibt es einen enormen Sanierungsbedarf, der in den nächsten Jahren jeweils eine dreistellige Millionensumme kosten wird. Während ein Mittelklassewagen eine Achslast von 500 Kilogramm hat, hat ein 30-Tonnen-Lkw eine Achslast von 7.500 Kilogramm und schädigt die Straßen um etwa das 50.000-Fache. Denn die Abnützung der Straße durch ein Fahrzeug steigt exponentiell zur Achslast, so eine Faustregel im Stra-ßenbau. Auch die Nahversorgung mit Lebensmitteln am Land dürfte durch eine flächendeckende Lkw-Maut nicht spürbar teurer werden. Dies zeigt eine neue Studie des Österreichischen Instituts für Raumplanung (ÖIR) im Auftrag der AK. So würde der Liter Milch im Schnitt um höchstens etwa rund 0,2 Cent belastet. "Die flächendeckende Lkw-Maut ist machbar. Sie würde endlich dafür sorgen, dass die Kosten des Lkw-Verkehrs fairer verteilt werden. Wenn sie zweckgebunden für die Straßensanierung und die Verbesserung des regionalen Öffentlichen Verkehrs eingesetzt wird, haben alle etwas davon", so Leodolter.

Die neue Studie des ÖIR analysiert mit Blick auf die Erfahrungen anderer Länder mit der Lkw-Maut, wie etwa der Schweiz, dass sich die Lebensmittelpreise kaum verändern. Die Nahversorgung darf durch eine flächendeckende Lkw-Maut nicht spürbar teurer werden. Gleichzeitig hat die flächendeckende Lkw-Maut positive Effekte auf die kleinteilige lokale Wirtschaft, die kurze Transportwege hat. Und sie schafft Anreize für die Logistik-Unternehmen, den Lkw-Verkehr zu reduzieren und Leerfahrten zu vermeiden.
Güter wie Erdäpfel, Holz oder Zuckerrüben würden wieder verstärkt auf der umweltfreundlichen Schiene transportiert. "Rund 500 Millionen Euro kann eine flächendeckende Lkw-Maut jährlich bringen", schätzt Leodolter. Investiert in die Straßensanierung könnten damit im Jahr rund 3.000 bis 5.000 neue Jobs auch im ländlichen Raum geschaffen werden.

Deshalb fordert die AK:
+ Die Lkw-Maut muss auf Landes- und Gemeindestraßen ausgedehnt werden. Die Ein-nahmen sollen in einen Infrastrukturfonds fließen und zweckgewidmet für die Instandhaltung der Landes- und Gemeindestraßen und für ein zusätzliches Angebot im Öffentlichen Verkehr verwendet werden.
+ Bund und Länder müssen eine Lkw-Bemautung aus einem Guss und nach einheitlichen Kriterien einführen. Ein neues Mautsystem für Landes-und Gemeindestraßen muss sich mit dem bestehenden Mautsystem auf der Autobahn ergänzen.
+ Die Landeshauptleute haben eine Pflicht zur Instandhaltung der Landes- und Gemeindestraßen. Sie müssen dafür sorgen, dass dafür auch die Mittel zur Verfügung stehen. Sie müssen sich für die flächendeckende Lkw-Maut einsetzen.

Die Studie gibt es zum download unter wien.arbeiterkammer.at

Rückfragen & Kontakt:

Arbeiterkammer Wien
Ute Bösinger
(+43-1) 501 65-2779
ute.boesinger@akwien.at
wien.arbeiterkammer.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | AKW0001