KURIER: Aliyev-Anwälte erheben schwere Vorwürfe gegen die Wiener Staatsanwaltschaft

Fragwürdige Beweise sollen ungeprüft von der kasachischen Justiz übernommen worden sein.

Wien (OTS/Kurier) - Nach der überraschenden Entlassung angeblicher Komplizen des kasachischen Ex-Botschafters noch während des Strafprozesses aus der U-Haft spricht Rakhat Aliyevs Anwalt Manfred Ainedter vom "größten Justizskandal der jüngeren Geschichte".

Gründe für die Freilassung sind unter anderem das Erkenntnis des Gerichts, dass zumindest einer der beiden Hauptbelastungszeugen gelogen habe. Außerdem gab die kasachische Justiz auf offizielle Anfrage der österreichischen Justiz völlig widerspüchliche Angaben zu einem Militärgerichtsverfahren gegen Aliyev in Kasachstan wieder.

Darüber hinaus wurde festgestellt, dass die Wiener Staatsanwaltschaft ungeprüft fragwürdige Beweismittel aus Kasachstan übernommen habe. Hier hakt Aliyev-Anwalt Klaus Ainedter ein: "Wir haben während des jahrelangen Vorverfahrens gebetsmühlenartig darauf hingewiesen, dass die kasachische Seite Beweismittel fälscht und Zeugenaussagen erpresst." Ihre Einwände wurden nicht gehört, dafür Aliyev aber in U-Haft genommen.

Ainedter: "Umso fragwürdiger ist der bis heute ungeklärte Tod unseres Mandanten in der U-Haftzelle. Er wäre heute ebenso wie die anderen Beschuldigten frei gegangen."

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