Deutscher Fußball-Gewerkschaftschef: "Wir beneiden euch um euren Kollektivvertrag"

Baranowsky lobt Vorsorge-Schulungen in Nachwuchszentren in Kooperation mit Liga

Wien (OTS) - Ulf Baranowsky, Geschäftsführer der Deutschen Spieler-Vereinigung VdV, nahm zuletzt auf Einladung der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB) an der Diskussionsrunde der Vereinigung der Fußballer (VdF) zum Thema Arbeitslosigkeit im österreichischen Fußball teil. Er sieht zwischen Deutschland und Österreich viele Themen, wo es Überschneidungen gibt. "Wir haben unterschiedliche Systeme, daher gibt es verschiedene Lösungsansätze. Aber es gibt Probleme, die ähnlich gelagert sind." Österreich hat vor allem in Sachen Kollektivvertrag die Nase vorne. "Wir haben keinen und beneiden euch darum. In Deutschland haben wir einen Kooperationsvertrag mit den Vereinen und der Liga. Bei vielen Klubs wird die VdV als wichtiges Korrektiv gesehen, als soziale Instanz. Aber es herrscht auch eine gewisse Angst, zu viel Macht an die Spieler zu übertragen."

Umgekehrt ermöglicht die Kooperation gemeinsame Projekte wie das Vereinslosen-Camp. Jahr für Jahr nehmen daran bis zu 100 Spieler teil, 80 Prozent gelingt der Wiedereinstieg in den Profi-Fußball. Standort des Camps ist die Sportschule Wedau in Duisburg, für Freundschaftsspiele zieht das VdV-Team wie ein Zirkus umher. "Das Camp ist schwer zu finanzieren, es kostet viel Geld. Aber da hilft uns die Liga sehr."

Die VdF muss nach der Camp-Premiere 2014 heuer noch um eine Wiederholung zittern. Gespräche mit dem AMS werden geführt, Unterstützung von anderen Stellen bleibt bis dato jedoch aus. VdF-Vorstand Gernot Zirngast bedauert die Situation: "Das zeigt einmal mehr die geringe Wertigkeit des Fußballs in der Gesellschaft. Fußballer sind Arbeitnehmer, die sehr wohl Beiträge zahlen. Fußballer ist ein Beruf, der noch dazu begrenzt auszuüben ist. Das ist in der Gesellschaft offenbar noch nicht angekommen."

Gemeinsam kämpfen VdF und VdV gegen die Arbeitslosigkeit an. Beide haben ähnliche Ansätze, aber in Deutschland ist man schon einen Schritt weiter, wie Baranowsky bestätigt: "Wir machen gemeinsame Schulungen mit der Liga in Nachwuchszentren, geben dabei Tipps und Warnhinweise zu den Themen Umgang mit Spielervermittler, Absicherung oder Vorsorge. Viele tun sich schwer beim beruflichen Übergang." Aussagen, die man seit Jahren immer wieder auch von der VdF hört.

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GdG-KMSfB, Fachgruppe Vereinigung der Fußballer (VdF)
0664/ 614 54 14

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