GPA-djp: Pressefreiheit muss jeden Tag verteidigt werden

Bedrohung und Einschüchterung im Herzen Europas angelangt

Wien (OTS) - "Gerade an den Tagen, in denen wir das Wiedererstehen der Republik und die Überwindung der Nazibarbarei feiern, muss man daran erinnern, dass freier Journalismus zu den Grundpfeilern einer Demokratie gehört. Wenn sich die größte ökonomische und soziale Krise seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa ausbreitet, dann ist besondere Wachsamkeit angesagt und es müssen diese Werte jeden Tag aufs Neue verteidigt werden. Überall, wo Pressefreiheit mit Füßen getreten wird, ist es auch um gewerkschaftliche Rechte und andere demokratische Grundfreiheiten schlecht bestellt", erklären der Vorsitzende des GPA-djp-Wirtschaftsbereichs Medien, Franz C. Bauer und Gerhard Moser, Vorsitzender des GPA-djp-Wirtschaftsbereichs ORF und Töchter anlässlich des Tages der Pressefreiheit am 3. Mai. ++++

"Im vergangenen Jahr, 2014, sind weltweit 118 Journalisten getötet und weitere 17 bei tödlichen Unfällen während ihrer Berufsausübung gestorben. Nach wie vor führen Länder wie Pakistan und Syrien aber auch Mexiko und Honduras diese grauenhafte Liste an. Komplettiert wird sie mit der Ukraine, in deren Hauptstadt Kiew vor wenigen Tagen ein Journalist auf offener Straße erschossen worden ist. Die Bedrohung und Einschüchterung von JournalistInnen ist aber auch längst im Herzen Europas angekommen", erinnern Bauer und Moser an die Ermordung der Redakteure der französischen Satirezeitschrift Charlie Hebdo. " Wenn politische Konflikte in Gewalt eskalieren, zählen Meinungsfreiheit und die Freiheit der Medien zu den ersten Werten, die unter die Räder kommen, wird der Job des Journalisten nicht selten zu einer lebensgefährlichen Mission. Aber auch abseits von kriegerischen Auseinandersetzungen ist die Pressefreiheit ein immer wieder bedrohtes Grundrecht", betonen die beiden Mediengewerkschafter.

"Sich von Druck und Drohungen nicht einschüchtern zu lassen, ist ein Grundsatz, den zweifellos jede/r Journalist/in beherzigen will. Dazu brauchen wir Journalistinnen und Journalisten aber auch die Rückendeckung der gesamten Öffentlichkeit, insbesondere der Politik. Freier Journalismus gedeiht dann am besten, wenn die journalistische Arbeit auch mit der nötigen materiellen Absicherung durchgeführt werden kann. Deshalb ist die wirtschaftliche und kollektivvertragliche Absicherung journalistischer Tätigkeit ein essentieller Beitrag für freie Berichterstattung. Österreich steht zwar im Ranking der Pressefreiheit international relativ gut da, weist aber andererseits im europäischen Vergleich einen außerordentlich hohen Konzentrations- und Verschmelzungsgrad im Mediensektor auf. Überproportional hohe Arbeitslosenzahlen bei den Journalisten, die jüngst erhoben worden sind, und ein stetiger Zuwachs bei schlecht bezahlten und sozial kaum abgesicherten prekären Beschäftigungsverhältnissen, zeigen, dass auch hierzulande in Sachen Pressefreiheit einiges im Argen liegt. Dazu kommen immer wieder Tendenzen, sich politisch willfährige Berichterstattung auf dem Inseratenweg erkaufen zu wollen. Verleger, Medienherausgeber und die Öffentliche Hand müssen daran erinnert werden, dass die Meinungsfreiheit ein schützenswertes Gut ist, das nicht im Selbstlauf entsteht, sondern jeden Tag erkämpft und geschützt werden muss", so Bauer und Moser abschließend.

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