Tag der Arbeit: Fast jeder 5. Beschäftigte hat Migrationshintergrund

Neue ÖIF-Statistikbroschüre liefert aktuelle Zahlen zu Arbeit, Bildung und Beruf / BM Kurz: Erleichterungen bei Berufsanerkennung und Rot-Weiß-Rot-Karte umsetzen

Wien (OTS) - Zum Tag der Arbeit am 1. Mai präsentiert der Österreichische Integrationsfonds (ÖIF) die neue Statistikbroschüre "migration & integration - Schwerpunkt Arbeit & Beruf" sowie ein aktuelles Fact-Sheet und liefert damit aktuelle Zahlen und Fakten zu den spezifischen Herausforderungen und Chancen von Migrant/innen am österreichischen Arbeitsmarkt.

Bildung und Arbeitsmarkt: Zweite Generation holt deutlich auf

Rund 19% der Erwerbstätigen in Österreich haben einen Migrationshintergrund. Fast jede/r zweite Migrant/in der ersten Generation ist als Arbeiter/in tätig (48%), in der zweiten Generation arbeitet hingegen bereits fast jede/r Fünfte im Handel (20%). Auch im Bildungsbereich nähern sich Migrant/innen der zweiten Generation Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund an: Während in der ersten Zuwander/innen-Generation noch 30% nur über einen Pflichtschulabschluss verfügten, sinkt dieser Wert in der zweiten Generation auf 17% (ohne Migrationshintergrund: 12%), mehr als die Hälfte verfügt außerdem über einen Berufs- und Fachschulabschluss (53%). Besonders Zuwander/innen aus der EU verfügen sogar über einen höheren Bildungsgrad als Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund: 2013 hatten 26% einen akademischen Abschluss, unter Österreicher/innen lag die Akademiker/innen-Quote bei knapp 16%.

Integrationsminister Kurz: Rot-Weiß-Rot-Karte unbürokratischer gestalten

Integrationsminister Sebastian Kurz: "Viele Zuwanderinnen und Zuwanderer in Österreich sind sehr gut qualifiziert: Sie haben im Herkunftsland einen Beruf gelernt oder ein Studium absolviert. Es darf nicht sein, dass wir diese Qualifikationen ungenutzt lassen, weshalb wir in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen wie die Online-Plattform www.berufsanerkennung.at gesetzt haben". Angesichts der hohen Zahlen an ausländischen Studierenden an Österreichs Universitäten betont Kurz, dass auch die Rahmenbedingungen der Rot-Weiß-Rot-Karte weiterentwickelt werden müssen: "Wenn Studierende aus dem Ausland ihr Studium absolviert haben und hier arbeiten könnten, machen wir ihnen den Jobeinstieg mit der derzeitigen Regelung der Rot-Weiß-Rot-Karte schwer. Hier müssen wir Erleichterungen, was die Frist zur Jobsuche sowie die Einkommensgrenze betrifft, schaffen und bürokratische Hürden abbauen, um qualifizierte Studienabsolventinnen und -absolventen aus dem Ausland in Österreich zu halten."

Migrant/innen im öffentlichen Dienst fördern

Unterschiede zeigen sich auch im Bereich der beruflichen Anstellung:
Knapp 45% aller Personen mit Migrationshintergrund waren 2013 als Arbeiter/innen tätig, 42% als Angestellte. Besonders gering war der Anteil an Menschen mit Migrationshintergrund, die in der Verwaltung als Beamte und Vertragsbedienstete tätig sind (2,6%). Im Vergleich:
Unter Österreicher/innen ohne Migrationshintergrund sind knapp 12% im öffentlichen Dienst tätig. Franz Wolf, Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds (ÖIF) betont: "Migrantinnen und Migranten bringen mit ihren Sprachkenntnissen und Qualifikationen häufig Potenziale für den österreichischen Arbeitsmarkt mit, die es zu nutzen gilt. Der ÖIF hat deshalb bedarfsorientierte Angebote wie das Programm "Mentoring für Migrantinnen" oder fachsprachliche Vorbereitungskurse für den Berufseinstieg entwickelt".

Objektive Zahlen zu Schwerpunkten Arbeit, Frauen, Jugend und Bundesländer

In der Reihe "migration & integration" sind neben der Statistikbroschüre zum Thema Arbeit & Beruf noch weitere Publikationen zu den Schwerpunkten Frauen, Jugend sowie Bundesländer erschienen. Ziel der Reihe ist es, mit objektiven Zahlen, Daten und Fakten eine konstruktive und sachliche Diskussion rund um Chancen und Herausforderungen im Bereich Migration und Integration zu fördern.

Das Fact Sheet "Migration und Arbeit" ist online unter www.integrationsfonds.at als PDF-Download verfügbar, die Broschüre "integration & migration - Schwerpunkt Arbeit & Beruf" kann online gelesen sowie unter pr@integrationsfonds.at kostenlos bestellt werden.

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Österreichischer Integrationsfonds
MMag. Franziska Troger
T: 01/710 12 03 - 133
M: franziska.troger@integrationsfonds.at

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