Schon 61.000 Langzeitbeschäftigungslose in Wien - Prognose: Es werden noch mehr!

In den letzten drei Jahren hat sich die Zahl der Menschen, die länger als ein Jahr arbeitslos sind, fast verdoppelt

Wien (OTS) - Der "Tag der Arbeitslosen" am 30. April ist auch heuer kein Anlass zum Feiern: Derzeit gibt es in Wien 125.215 Arbeitslose, das ist eine Quote von 13,6% (März 2015, Quelle: AMS). Fast jede/r Zweite ist schon länger als ein Jahr ohne Job. Eine Situation, die sich auch in Zukunft nicht verbessern wird, wie eine aktuelle Studie von Synthesis Forschung im Auftrag des AMS zeigt: Für Wien wird ein weiterer durchschnittlicher Anstieg der Arbeitslosenzahlen um 17,4% (2015) beziehungsweise 9,1% (2016) prognostiziert. Und das, nachdem die Arbeitslosigkeit im Vergleich zum Vorjahr (März 2014) bereits um 19,5% zugenommen hat.

Dringend mehr Unterstützung notwendig

Christoph Parak, Geschäftsführer des Wiener Dachverbands für sozial-ökonomische Einrichtungen (DSE-Wien): "Die Zahlen machen deutlich, dass verstärkt Mittel und Energie in die Arbeitsmarktpolitik fließen müssen. Das AMS Wien braucht dringend mehr Geld, um Projekte zur Beratung, Qualifizierung und Beschäftigung zu finanzieren. Gerade geförderte Arbeitsplätze bieten für Langzeitbeschäftigungslose oft die einzige Chance, am Arbeitsmarkt wieder Fuß zu fassen. Da muss verstärkt investiert werden."

Dass diese Forderung auch in der Bevölkerung Zustimmung findet, zeigt die jüngste SORA-Studie zum Volkshilfe Sozialbarometer: 70% der Befragten sprechen sich dafür aus, dass Langzeitarbeitslose einen Anspruch auf einen öffentlich geförderten gemeinnützigen Arbeitsplatz haben sollen. 73% sind dafür, dass es für ältere Arbeitslose, die vor der Regelpension stehen, mehrjährige adäquat bezahlte Arbeitsplätze in Beschäftigungsprojekten geben soll.

Budget für ältere Arbeitslose erhöht

Ein erster Schritt in diese Richtung wird derzeit im Bereich der älteren Arbeitslosen gemacht: Für 2016 und 2017 sollen laut Sozialministerium durch Umschichtung der Arbeitsmarktmittel österreichweit jeweils 250 Millionen Euro für aktive Arbeitsmarktpolitik im Bereich der über 50-Jährigen zur Verfügung stehen. Heuer sind 120 Millionen Euro vorgesehen. Diese Gelder fließen in Eingliederungsbeihilfen und den zweiten Arbeitsmarkt.

Andere Gruppen nicht allein lassen!

Christoph Parak: "Die verstärkte Förderung von Arbeit suchenden Menschen über 50 ist begrüßenswert. Es bleibt die wichtige Frage offen, ob diese Mittel dann nicht bei der Beratung und Beschäftigung jüngerer arbeitsmarktferner Personen fehlen. Langzeitbeschäftigungslose unter 50 Jahre sitzen derzeit zwischen den Stühlen. Jüngere Menschen, die Probleme mit dem (Wieder-)Einstieg in den Arbeitsmarkt haben, dürfen nicht allein gelassen werden."

Eine arbeitsmarktpolitische Zielvorgabe lautet nach wie vor Early Intervention. Arbeitslose sollen vom AMS rasch ein Angebot bekommen, das bei der Jobsuche hilfreich und sinnvoll ist. Ohne Konjunkturbelebung und ohne ausreichende Ausstattung des AMS wird es aber vor allem in Wien nicht gelingen, die Zahl der Langzeitbeschäftigungslosen zu reduzieren. Seitens der Bundesregierung sind deshalb erheblich größere Anstrengungen notwendig als bisher. Anstrengungen, die nicht nur die über 50-jährigen Arbeitslosen unterstützen, sondern auch jüngeren Langzeitbeschäftigungslosen und arbeitsmarktfernen Personen eine Perspektive eröffnen.

DSE-Wien: Ansprechpartner für aktive Arbeitsmarktpolitik

Der Wiener Dachverband für sozial-ökonomische Einrichtungen vertritt über 55 Betriebe und Beratungseinrichtungen, hinter denen 31 Trägerorganisationen stehen. Jährlich werden über 20.000 Menschen beraten und/oder beschäftigt. Alle DSE-Mitglieder sind gemeinnützig und haben sich der Beratung, Qualifizierung, Betreuung und Beschäftigung arbeitsmarktferner Menschen verschrieben. Auf Basis seiner starken und stabilen Vernetzung bietet der DSE-Wien fachliche Expertise in Belangen der aktiven Arbeitsmarktpolitik und ist mit seinen Mitgliedsorganisationen Ansprechpartner für Fördergeber, Politik, Wissenschaft, Medien und Betroffene.

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Eva Schober
Öffentlichkeitsarbeit
Wiener Dachverband für sozial-ökonomische
Einrichtungen (DSE-Wien)
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Mail: e.schober@dse-wien.at

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