Lunacek: „Europarlament schafft Durchbruch im Kampf gegen Plastikmüll“

Grüne Berichterstatterin setzt mit massiver Reduktion für Plastiksackerl Meilenstein in EU-Umweltpolitik

Straßburg (OTS) - "Die heutige finale Zustimmung des Europaparlaments setzt einen Meilenstein bei der Reduzierung von Plastikmüll und für die Einsparung unnötig verbrauchter Ressourcen in der EU. Es ist das erste Mal, dass sich die EU-Mitgliedsstaaten dazu verpflichten, den Verbrauch von Plastiksackerl zu senken. Gratulation an meine Grüne Abgeordneten-Kollegin Margrete Auken, die als Berichterstatterin maßgeblich zu diesem Erfolg beigetragen hat.
Bis 2019 muss nun der durchschnittliche Jahresverbrauch pro Person auf 90, bis 2025 auf 40 Sackerl gesenkt werden. Letzteres entspricht einer Reduzierung um 80 Prozent im Vergleich zum EU-Durchschnitt. Es bleibt den Mitgliedsstaaten überlassen, ob sie die Sackerl kostenpflichtig machen oder ob sie die Ziele mit anderen Maßnahmen erreichen. Ein komplettes Aus für Gratissackerl wäre aber nach den bisherigen Erfahrungen der beste Weg", begrüßt Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europaparlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen, den heute erreichten Kompromiss über die EU-Richtlinie zur Verringerung von Plastikmüll.

Kritik übt Lunacek jedoch an der Rolle der Kommission in diesen Verhandlungen: "Es ist sehr bedauerlich, dass die EU-Kommission entscheidend dazu beigetragen hat, den Kompromiss abzuschwächen. Aufgrund massiven Lobbyings aus London zugunsten eines britischen Unternehmens konnte das EU-Parlament ein Verbot der umweltschädlichen besonders dünnen Oxo-Plastiksackerl nicht durchsetzen.
Diese Plastiksackerl zerfallen in Mikro-Plastikteilchen, die auf besonders gefährliche Weise Flora und Fauna schädigen. Die Kommission muss jedoch zumindest eine Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) dieser Oxo-Sackerl durchführen. Diese UVP und der nachfolgende Gesetzesvorschlag müssen Schritte zum Totalverbot dieser Oxo-Sackerl setzen, idealerweise einhergehend mit einer Förderung von biologisch abbaubaren Plastiksackerl.
Jährlich enden zehn Millionen Tonnen großteils Plastikmüll in der Meeresumwelt. Eine österreichische Studie rechnet vor, dass die Donau jeden Tag mehr als vier Tonnen Plastikmüll ins Schwarze Meer schwemmt. Das müssen wir stoppen: Plastikteile aller Größen verschandeln nicht nur die Landschaft, sie treiben für hunderte Jahre im Wasser, stören die empfindlichen Ökosysteme und töten Fluss- und Meerestiere."

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