Lunacek: „Neue Förderregeln für Agrokraftstoffe werden Raubbau am Regenwald antreiben“

Grüne: Klimaschützende Wirkung von Agrokraftstoffen ist bewiesenermaßen eine Farce

Straßburg (OTS) - "Der heute vom Europaparlament angenommene Kompromiss zwischen Parlament und den Regierungen der EU-Mitgliedsstaaten bringt keine Verbesserung für den Umgang mit Agrokraftstoffen. Die angeblich klimaschützende Wirkung dieser Kraftstoffe ist bewiesenermaßen eine Farce. Wissenschaftliche Studien belegen, dass Agrokraftstoffe das Klima sogar mehr belasten können als fossile Kraftstoffe. Was wir brauchen ist eine komplett neue Bewertung der Agrokraftstoffe. Die Gelegenheit dafür wurde jedoch heute erneut verspielt. Denn die Deckelung der Förderung von Agrokraftstoffen bei sieben Prozent reicht nicht aus. Die enorme Förderung von Agrokraftstoffen hat mit zur Zerstörung von Regenwald geführt. Die heute beschlossene großzügige Deckelung wird diesen Raubbau weiter fördern", befürchtet Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin des Europaparlaments und Delegationsleiterin der österreichischen Grünen, nach der Abstimmung der neuen EU-Richtlinie über die Qualität von Kraftstoffen und die Richtlinie über Energie aus erneuerbaren Quellen. Mit diesen neuen Regelungen für Agrokraftstoffe hätten eigentlich die negativen Folgen der Nutzung von Anbauflächen für Kraftstoffe gemindert werden. Das ist aber nicht der Fall.

Lunacek: "Was dem Klima wirklich helfen würde, wäre eine vollständige Überarbeitung unserer Verkehrs- und Mobilitätskonzepte. Nur wenn weniger Kraftstoff verbraucht wird, haben wir eine Chance auf einen nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und effektiven Klimaschutz. Dabei geht es vor allem um die Berücksichtigung der sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen. Darunter versteht man die Verdrängung von Nahrungspflanzen durch Pflanzen für Agrokraftstoffe. Sie werden zwar auf Flächen angebaut, die als nachhaltig zertifiziert sind. Trotzdem müssen dafür Wald- oder Brachflächen in Ackerland umgewandelt werden, was enorme zusätzliche CO2-Emissionen mit sich bringt. Diese indirekten Landnutzungsänderungen werden aber nach wie vor nicht in die Nachhaltigkeitsbilanz für die Förderung der Kraftstoffe einbezogen. Die neue Richtlinie berücksichtigt diesen Effekt völlig unzureichend - darum lehnen wir sie ab."

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