- 28.04.2015, 12:40:44
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Lunacek: „Neue Förderregeln für Agrokraftstoffe werden Raubbau am Regenwald antreiben“
Grüne: Klimaschützende Wirkung von Agrokraftstoffen ist bewiesenermaßen eine Farce
Utl.: Grüne: Klimaschützende Wirkung von Agrokraftstoffen ist
bewiesenermaßen eine Farce =
Straßburg (OTS) - "Der heute vom Europaparlament angenommene
Kompromiss zwischen Parlament und den Regierungen der
EU-Mitgliedsstaaten bringt keine Verbesserung für den Umgang mit
Agrokraftstoffen. Die angeblich klimaschützende Wirkung dieser
Kraftstoffe ist bewiesenermaßen eine Farce. Wissenschaftliche Studien
belegen, dass Agrokraftstoffe das Klima sogar mehr belasten können
als fossile Kraftstoffe. Was wir brauchen ist eine komplett neue
Bewertung der Agrokraftstoffe. Die Gelegenheit dafür wurde jedoch
heute erneut verspielt. Denn die Deckelung der Förderung von
Agrokraftstoffen bei sieben Prozent reicht nicht aus. Die enorme
Förderung von Agrokraftstoffen hat mit zur Zerstörung von Regenwald
geführt. Die heute beschlossene großzügige Deckelung wird diesen
Raubbau weiter fördern", befürchtet Ulrike Lunacek, Vizepräsidentin
des Europaparlaments und Delegationsleiterin der österreichischen
Grünen, nach der Abstimmung der neuen EU-Richtlinie über die Qualität
von Kraftstoffen und die Richtlinie über Energie aus erneuerbaren
Quellen. Mit diesen neuen Regelungen für Agrokraftstoffe hätten
eigentlich die negativen Folgen der Nutzung von Anbauflächen für
Kraftstoffe gemindert werden. Das ist aber nicht der Fall.
Lunacek: "Was dem Klima wirklich helfen würde, wäre eine vollständige
Überarbeitung unserer Verkehrs- und Mobilitätskonzepte. Nur wenn
weniger Kraftstoff verbraucht wird, haben wir eine Chance auf einen
nachhaltigen Umgang mit unseren Ressourcen und effektiven
Klimaschutz. Dabei geht es vor allem um die Berücksichtigung der
sogenannten indirekten Landnutzungsänderungen. Darunter versteht man
die Verdrängung von Nahrungspflanzen durch Pflanzen für
Agrokraftstoffe. Sie werden zwar auf Flächen angebaut, die als
nachhaltig zertifiziert sind. Trotzdem müssen dafür Wald- oder
Brachflächen in Ackerland umgewandelt werden, was enorme zusätzliche
CO2-Emissionen mit sich bringt. Diese indirekten
Landnutzungsänderungen werden aber nach wie vor nicht in die
Nachhaltigkeitsbilanz für die Förderung der Kraftstoffe einbezogen.
Die neue Richtlinie berücksichtigt diesen Effekt völlig unzureichend
- darum lehnen wir sie ab."
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