Willi: Bahnlärm muss von Regierung gezielter bekämpft werden

Grüne: Zum Tag gegen Lärm am 29. April gegen Verkehrslärm vorgehen

Wien (OTS) - "Zum Internationalen 'Tag gegen Lärm' eine Erinnerung an die Bundesregierung: Verkehrslärm ist das größte Lärmproblem und das verbreitetste Umweltproblem Österreichs - mit Abstand. Nicht weniger als ein Viertel der Bevölkerung ist im Wohnbereich davon betroffen. Mit der Zurückhaltung bei Gegenmaßnahmen muss Schluss sein, denn die Rechnung zahlen über Gesundheitsschäden wir alle. Neben Straßen- und Fluglärm muss auch der nervige Schienenlärm neu angegangen werden, von dem Hunderttausende ein Lied singen können, die entlang von Bahntrassen wohnen. Hauptverursacher ist der Güterverkehr: Die meisten Güter-Waggons laufen noch mit gusseisernen Bremsen, deren Betätigung die Lauffläche der Räder verformt - je unrunder diese werden, desto mehr rumpelt es auf dem Gleis. Durch Umrüstung auf 'Flüsterbremsen' könnte der Lärmpegel langfristig um zehn Dezibel gesenkt werden, für AnrainerInnen eine Halbierung des Lärms", betont der Verkehrssprecher der Grünen, Georg Willi.

"Die technischen Lösungen, um den Lärm des Schienengüterverkehrs um die Hälfte zur reduzieren, existieren bereits" sagt Willi. "EU-weit sind rund 650.000 Bahn-Güterwagen mit den herkömmlichen Bremssystemen im Einsatz. Das wollen wir Grüne ändern und die Umrüstung auf 'Flüsterbremsen' vorantreiben. Die EU stellt dafür 260 Mio. Euro im Rahmen der Haushaltslinie 'Connecting Europe Facility' bis 2020 zur Verfügung - diesen Topf muss auch Österreich rasch nutzen."
Der zweite Hebel, um die Umrüstung und die Anschaffung neuer lärmarmer Güterwagen zu beschleunigen, sind lärmabhängige Schienenmauten. Der Zug, der mehr Lärm macht, zahlt spürbar mehr -ein Ansatz, der wirkt und der obendrein EU-rechtlich vorgegeben ist, wobei Österreich bei der Umsetzung säumig ist. "Ich beantrage im Parlament, dass Österreich wirksam differenzierte lärmabhängige Schienenmauten umsetzt und endlich groß in die Umrüstung der Waggons investiert. Lärmschutzwände sind teure und begrenzt wirksame, passive Maßnahmen. Flüsterbremsen und gestaffelte Schienenmauten sind aktive Maßnahmen, die an der Lärmquelle selbst ansetzen und deshalb in Österreich viel stärker vorangetrieben werden müssen", appelliert Willi.

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