KPJ und Turnus: KAV schafft attraktive Rahmenbedingungen für JungmedizinerInnen

Ab August 650 Euro Aufwandsentschädigung für Klinisch-Praktisches-Jahr, ab Juli 2015 deutlich höhere Grundgehälter für TurnusärztInnen

Wien (OTS) - Der Wiener Krankenanstaltenverbund (KAV) setzt derzeit vielfältige Maßnahmen, um die Rahmenbedingungen für Jungmedizinerinnen und -mediziner nachhaltig zu verbessern. Der KAV stellt beispielsweise rund 350 Plätze in seinen Spitälern für das Klinisch-Praktische-Jahr (KPJ) zur Verfügung und zahlt den Studierenden ab August eine Aufwandsentschädigung von 650 Euro pro Monat. Gleichzeitig profitieren Turnusärztinnen und -ärzte ab Juli von deutlich höheren Grundgehältern und flexibleren Arbeitszeitmodellen. Mit diesen und anderen Maßnahmen möchte sich der KAV als attraktiver Arbeitgeber positionieren und so sicherstellen, dass auch langfristig die besten Ärztinnen und Ärzte für die Wiener Gemeindespitäler gewonnen werden können.

Wien steht für beste medizinische Versorgung

Als eine der Städte mit der besten Lebensqualität weltweit hat Wien auch einen exzellenten Ruf, wenn es um die Qualität seiner medizinischen Versorgung geht. "Spitzenmedizin für alle Wienerinnen und Wiener, das ist unser Ziel in Wien. Und dafür unternimmt die Stadt große Anstrengungen. Mit dem Wiener Spitalskonzept 2030 schaffen wir die baulichen Voraussetzungen für modernste Spitzenmedizin. Unser wichtigstes Kapital sind aber die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Gesundheitsberufen. Auch hier stellen wir nun wichtige Weichen für die Zukunft", unterstreicht Bürgermeister Michael Häupl.

650 Euro Aufwandsentschädigung pro Monat für KPJ

Der KAV bildet angehende Medizinerinnen und Mediziner zu Spitzenärztinnen und Spitzenärzten aus, unter anderem im Rahmen des Klinisch-Praktischen Jahres. "Für die beste medizinische Versorgung brauchen wir die besten Medizinerinnen und Mediziner, um die es einen immer größeren Wettbewerb geben wird. Deshalb müssen wir hier bereits bei der Ausbildung ansetzen und dem Nachwuchs hohe Qualität sowie gute Rahmenbedingungen anbieten. Hier setzt die Stadt Wien nun einen wichtigen Schritt: Ab August 2015 erhalten die Studierenden pro Monat 650 Euro Aufwandsentschädigung", kündigt Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely heute eine konkrete Unterstützung für angehende Ärztinnen und Ärzte an. Mit diesem Betrag bietet der KAV im Bundesländervergleich ein kompetitives Angebote, einige Spitalsbetreiber zahlen eine geringere oder gar keine Entschädigung.

"Die Stadt Wien will Jungmedizinerinnen und Jungmedizinern von Beginn an attraktive Ausbildungsbedingungen anbieten. Deshalb möchte ich Studierende bereits im Klinisch-Praktischen-Jahr sozial abzusichern", so Wehsely. Die Aufwandsentschädigung ist vor allem für Studierende wichtig, die neben dem Studium arbeiten müssen oder etwa Alleinerzieherinnen oder -erzieher sind. Auch sie sollen das Klinisch-Praktische-Jahr in der vorgesehenen Zeit absolvieren können. "Der Forderung der Studierenden nach einer Aufwandsentschädigung ist die Stadt nun nachgekommen", so Wehsely.

Höhere Einstiegsgehälter für Turnusärzte im KAV

Der Wiener Krankenanstaltenverbund bildet in seinen elf Spitälern derzeit rund 500 Turnusärztinnen und Turnusärzte für Allgemeinmedizin aus. Rund 600 Medizinerinnen und Mediziner stehen in einem Vertragsverhältnis mit den städtischen Spitälern, weil sie gerade eine Ausbildung zur Fachärztin bzw. Facharzt machen. Sie alle profitieren ab Juli 2015 von neuen Arbeitszeitmodellen und deutlich höheren Gehältern. "Die Umsetzung der Arbeitszeitrichtlinie bringt auch für die Jungärztinnen und -ärzte eine kürzere Wochenarbeitszeit bei gleichzeitig bis zu 30 Prozent höheren Grundgehältern. Turnusärztinnen und -ärzte verdienen im KAV nun zwischen 3.400 bis 4.000 Euro brutto pro Monat", erläutert Wehsely. Der Verdienst wird aufgrund von Zulagen und Nachtdiensten insgesamt höher liegen. Darüber hinaus ist das ab Juli 2015 geltende neue Arbeitszeitmodell durch seine flexibleren Dienste arbeitnehmerinnen- und arbeitnehmer-sowie familienfreundlicher.

Aber auch die Ausbildungsqualität soll künftig steigen. "Durch Organisationsänderungen im klinischen Alltag, wie etwa die Verschiebung von administrativen Tätigkeiten hin zu Stationssekretariaten und der Übernahme des mitverantwortlichen Tätigkeitsbereichs durch die Pflege, sollen Turnusärztinnen und -ärzte künftig mehr Zeit für ihre Ausbildung haben", ergänzt der Generaldirektor des KAV, Udo Janßen. Diese Änderungen werden noch 2015 flächendeckend umgesetzt.

Details zum Klinisch-Praktischen-Jahr im KAV

Seit August 2014 müssen die Medizinstudentinnen und Medizinstudenten in Wien in ihrem letzten Ausbildungsjahr das Klinisch-Praktische-Jahr (KPJ) absolvieren. Es umfasst eine praktische Ausbildung von 48 Wochen à 35 Wochenstunden, die im Spital absolviert werden. Der bislang auf ein Jahr befristete Vertrag zwischen MedUni und KAV wurde durch eine langfristige Vereinbarung zur Zusammenarbeit in Aus-, Fort- und Weiterbildungsfragen ersetzt. "Im Klinisch-Praktischen-Jahr sind die Auszubildenden im Spitalsbetrieb zu 100 Prozent integriert und bekommen Einblicke in die verschiedenen Organisationen und Abläufe. Sie erhalten eine hoch spezialisierte Ausbildung und werden nicht für die Systemerhaltung eingesetzt", erläutert Janßen.

"Die Studierenden werden im Klinisch-Praktischen-Jahr Patientinnen und Patienten betreuen sowie vom Fachpersonal unterrichtet", so der KAV-Generaldirektor. Das bedeutet etwa, dass sie die Kranken von der Aufnahme bis zur Entlassung begleiten - auch stationsübergreifend und natürlich immer unter Anleitung und Aufsicht des ärztlichen Personals. Die Auszubildenden erstellen aber auch Diagnose- und Therapiepläne. Assistenzen bei Operationen sind genauso vorgesehen wie etwa Gesprächsführungen mit Patientinnen und Patienten sowie deren Angehörigen. Auch die Teilnahme an abteilungsinternen Aus- und Fortbildungen ist vorgesehen.

Sowohl für den Wiener Krankenanstaltenverbund als auch für die Studentinnen und Studenten ist das KPJ ein wertvolles Forum, um den besten Medizinerinnen- und Mediziner-Nachwuchs beziehungsweise einen passenden Arbeitsplatz zu finden.

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Mediensprecherin StRin Mag.a Sonja Wehsely
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Pressesprecher Wiener Krankenanstaltenverbund
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