ÖGB-PensionistInnen: ExpertInnen verschweigen wichtige Tatsachen

Arbeitgeber müssen bei der Beschäftigung älterer Menschen in die Pflicht genommen werden

Wien (OTS) - "Selbsternannte ExpertInnen verschweigen in der Endlosdebatte um die Sicherheit der Pensionen immer wieder wichtige Tatsachen", kritisiert der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen, Werner Thum, heute nach der Sitzung des ÖGB-BundespensionistInnenvorstands. Auffallend sei auch, dass sich in jüngster Zeit immer öfter neue Forschungsagenturen zu Wort melden, bei denen die Finanzierung im Dunkeln liege.++++
Tatsache ist, dass die Ausgaben der gesetzlichen Pensionsversicherung ausgehend von 2010 von 11,2 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf vorausgesagte 14,1 Prozent im Jahre 2060 steigen werden. Vergessen wird dabei gerne, dass es bei den Pensionen der BeamtInnen eine gegenteilige Entwicklung gibt. Diese Ausgaben werden von 3,5 Prozent des BIP auf 1,4 Prozent fallen. Der Gesamtanstieg wird daher entgegen der Behauptung bestimmter ExpertInnen nicht explodieren, sondern lediglich von 14,7 Prozent des BIP im Jahre 2010 auf 15,5 Prozent im 2060 steigen. Thum: "Daraus ergibt sich, dass der Bundesbeitrag insgesamt von 5,9 Prozent im Jahre 2010 um lediglich 0,3 Prozent auf 6,2 Prozent im Jahre 2060 ansteigt. Wer in diesen Zahlen eine Dramatik sieht hat, offensichtliches was Anderes im Schilde."
Einverstanden ist der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen damit, dass alles unternommen werden muss, um die Menschen länger in Arbeit zu halten. "Dafür müssen sich die älteren ArbeitnehmerInnen allerdings einer entsprechenden Gesundheit erfreuen, und die entsprechenden Arbeitsplätze müssen vorhanden sein", stellt Thum klar. Er kritisiert, dass die Arbeitgebervertreter zwar dauernd von einer späteren Pensionierung sprechen, gleichzeitig aber ältere Beschäftigte kündigen und nicht immer auf gesunde Arbeitsplätze Wert legen. "Wir brauchen daher das von den Gewerkschaften geforderte Bonus-Malus-System und viel mehr Anstrengungen für alternsgerechte und gesunde Arbeitsplätze. Das muss gesetzlich geregelt werden. Freiwillig werden es die Arbeitgeber trotz aller ‚großen Sprüche‘ nicht machen."
Einen wichtigen Beitrag zum Arbeiten bis zum Regelpensionsalter leistet dagegen die Pensionsversicherungsanstalt (PVA). Sie gibt jährlich hunderte Millionen Euro für Rehabilitation und damit zur Gesunderhaltung der ArbeitnehmerInnen aus. Dazu kommt, dass die Krankenversicherung für die PensionistInnen sowie die sogenannte Ausgleichszulage zahlt. Die Ausgleichszulage ist die Differenz zwischen Pensionsanspruch und der gesetzlichen Mindestpension. Thum:
"Damit wird verhindert, dass viele PensionistInnen in die extreme Armut abgleiten. Bestimmten ExpertInnen scheint diese soziale Tat allerdings ein Dorn im Auge zu sein." Wenig hält der Vorsitzende der ÖGB-PensionistInnen vom immer wieder herangezogenen Vergleich mit Schweden. Thum: "Auch hier werden wesentliche Tatsachen verschwiegen. So fallen beim schwedischen Modell die Kosten für Rehabilitation, Ausgleichszulage, KV-Beiträge und Hinterbliebenenpension nicht an. Dazu kommt, dass es in Schweden ein nahezu flächendeckendes kollektivvertraglich geregeltes Betriebspensionssystem als Ergänzung gibt."

Rückfragen & Kontakt:

ÖGB-Kommunikation
Franz Fischill
Tel.: (01) 534 44/39 266
Mobil: 0664/814 63 11
e-mail: franz.fischill@oegb.at
www.oegb.at
www.facebook.at/oegb.at
www.twitter.com/oegb_at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0002