TV-Premiere für „Fest der Freude“: ORF III überträgt Gedenkfeier und -konzert vom Heldenplatz am 8. Mai live

Pressekonferenz mit MKÖ und Wiener Symphonikern – dazu Präsentation einer neuen Toleranzstudie

Wien (OTS) - 70 Jahre Kriegsende, 70 Jahre Frieden in Österreich:
Dieses historische Jubiläum wird am Freitag, dem 8. Mai 2015, dem Tag der Befreiung vom NS-Terror, zum dritten Mal in Folge mit einem "Fest der Freude" am Wiener Heldenplatz begangen Erstmals überträgt der ORF heuer die vom Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) in Kooperation mit Partnern wie den Wiener Symphonikern veranstaltete Gedenkfeier, die zugleich den Opfern des Nationalsozialismus gewidmet ist, live im Fernsehen. ORF III Kultur und Information zeigt den aus einem Festakt und einem Konzert der Symphoniker unter Philippe Jordan bestehenden Event ab 19.40 Uhr - eingebettet in einen bereits um 15.10 Uhr startenden umfassenden Thementag mit spannenden Dokumentationen, Zeitzeugengesprächen und einem "Kultur Heute Spezial" (18.30 Uhr) mit Interviews vom Ort des Geschehens. Im Rahmen einer Pressekonferenz heute am Montag, dem 27. April, präsentierten der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi, der Geschäftsführer der Wiener Symphoniker, Johannes Neubert, und ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz alle Details zum diesjährigen "Fest der Freude" sowie zur TV-Live-Übertragung. Weiters wurde eine neue, vom MKÖ beauftragte Studie zum Thema Toleranz in Österreich vorgestellt - durchgeführt diesen Monat vom Institut meinungsraum.at (Christina Matzka). Ergebnis: Österreich wird toleranter.

ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz: "Wichtiger Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur"

"Die Befreiung des KZ Mauthausen, die Kapitulation des NS-Regimes, das Ende des Zweiten Weltkriegs, die Gründung der Zweiten Republik und die Unterzeichnung des Staatsvertrags sind die Säulen des Gedenk-und Jubiläumsjahres 2015, das der ORF im Rahmen eines umfassenden trimedialen Programmschwerpunkts begleitet und damit einen weiteren wichtigen Beitrag zur lebendigen Erinnerungskultur in diesem Land leistet. Unter dem Motto ,Österreich ist frei!‘ stehen in den nächsten Wochen beeindruckende Zeit-Zeugnisse auf dem ORF-Programm, die in der zeitlichen Klammer 1945 - 1955 - 2015 österreichische Geschichte, die unser Jetzt ermöglichte, medial ausleuchten und verantwortungsvoll und nachhaltig aufarbeiten", sagt ORF-Generaldirektor Dr. Alexander Wrabetz. Und: "Die Republiksjubiläen sind zudem ein willkommener Anlass, Österreich zu feiern! Es freut mich daher besonders, dass wir heuer das ,Fest der Freude‘ vom symbolträchtigen Heldenplatz am 8. Mai - dem Jahrestag der Kapitulation der Deutschen Wehrmacht - nicht nur live in ORF III übertragen und allen Österreicherinnen und Österreichern die Gelegenheit geben, beim offiziellen Festakt und dem Gedenkkonzert der Wiener Symphoniker dabei zu sein, sondern dass das Friedenskonzert, gerade in Zeiten wachsender politischer Spannungen, von unserem Partnersender TV Kultura in Russland ausgestrahlt wird. Auch hiermit setzen wir ein gemeinsames Zeichen für Frieden und Zusammenarbeit in Europa. Dieser Tag ist tatsächlich ein Tag der Freude, weil er das Ende des NS-Terrors und den Sieg über die Diktatur markiert wie kaum ein anderer", so Wrabetz.

Willi Mernyi, Vorsitzender Mauthausen Komitee Österreich: "Am 8. Mai 2015 feiern wir den Tag der Befreiung vom nationalsozialistischen Terrorregime mit einem ,Fest der Freude‘. An diesem Tag gedenken wir auch jener Millionen Menschen, die von den Nationalsozialisten verfolgt und ermordet wurden und die den Kampf gegen das nationalsozialistische Regime mit ihrem Leben bezahlt haben. Wir freuen uns, dass der ORF live überträgt. Damit können all jene, die nicht vor Ort sein können, das ,Fest der Freude‘ am Wiener Heldenplatz mitverfolgen."

Johannes Neubert, Geschäftsführer der Wiener Symphoniker: "Zum 70-Jahr-Jubiläum der Befreiung vom Nationalsozialismus ist es den Wiener Symphonikern ein besonderes Anliegen, am 8. Mai ein ‚Fest der Freude‘ zu feiern. Wir möchten - jenseits aller tagespolitischen oder weltanschaulichen Grenzen - einen Beitrag dazu leisten, dass Freiheit und Toleranz die Fundamente unserer Gesellschaft bleiben. Unsere Sprache dafür ist die Sprache der Musik, die Sprache von Beethovens ,Ode an die Freude‘. Beethovens Neunte symbolisiert mit ihrem letzten Satz und dessen vertonter Ode von Friedrich Schiller wie kaum ein anderes Werk den über allen Menschen stehenden humanistischen Freiheitsgedanken, unabhängig ihrer Herkunft, Nationalität oder Weltanschauung. Diese Symphonie ist ein Appell an uns alle, ein Ausdruck unserer Sehnsucht nach Verbrüderung, nach Freude und Jubel, nach einer Welt ohne Kriege und Zerstörung."

ORF-III-Auftakt zur Live-Übertragung um 18.30 Uhr, "Fest der Freude" ab 19.40 Uhr

Während "Erlebnis Bühne"-Host Barbara Rett und ORF-III-Chefredakteur Christoph Takacs abwechselnd von den Angelpunkten des Heldenplatzes, u. a. vom historischen Balkon über dem Eingang der Nationalbibliothek, berichten, treffen die "Kultur Heute"-Gastgeber Ani Gülgün-Mayr und Peter Fässlacher in einem ORF-III-Spezial ab 18.30 Uhr Politiker, Künstler und Zeitzeugen - wie u. a. Natalia Ushakova und Suzanne-Lucienne Rabinovici - auf der großen ORF-III-Bühne und sprechen mit ihren Gästen über das historische Datum als bedeutendsten Markstein der Zweiten Republik. Anschließend, um 19.40 Uhr, begrüßt Barbara Rett zur Live-Übertragung des "Fests der Freude", bei dem der MKÖ-Vorsitzende Willi Mernyi, Vizebürgermeisterin Mag. Maria Vassilakou, Bürgermeister Dr. Michael Häupl, Vizekanzler Dr. Reinhold Mitterlehner, Bundeskanzler Werner Faymann, die Widerstandskämpferin Helga Emperger und Bundespräsident Dr. Heinz Fischer zu Wort kommen. Für die Moderation zeichnet Katharina Stemberger verantwortlich.
Im Rahmen des Konzerts der Wiener Symphoniker (ab 20.15 Uhr in ORF III), die unter der Leitung von Philippe Jordan Ludwig van Beethovens Symphonie Nr. 9 darbieten, treten Michaela Kaune (Sopran), Anke Vondung (Mezzo), Burkhard Fritz (Tenor) und Gábor Bretz (Bass) als Solisten auf. Es singt der Wiener Singverein unter der Leitung von Johannes Prinz.

Das "Fest der Freude" wird auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Live-Stream angeboten und ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar.
Auch der russische TV-Sender Kultura übernimmt die ORF-III-Übertragung vom Heldenplatz und sendet eine Stunde später.

Das ORF-III-Rahmenprogramm am 8. Mai

Als Einstimmung auf die Live-Strecke präsentiert ORF III am 8. Mai bereits ab dem Nachmittag Programm im Zeichen des historischen Datums. Auf die Dokumentation "Am Anfang waren Trümmer - Kirche 1945" von Ernst Trost (15.10 Uhr) folgen Andreas Novaks Doku "Trümmerfrauen" (16.15 Uhr) sowie die Produktion "Oflag XVII A - Mit der Kamera hinter Gittern" (17.25 Uhr), die in erstaunlichen Bildern zeigt, wie französische Soldaten ihre Kriegsgefangenschaft mittels geschmuggelter Kameras und Filme dokumentierten. Die Reihe "Erinnerungen zum Kriegsende" (15.55, 17.05, 0.20, 0.35, 0.50 Uhr) präsentiert in fünf Episoden eine Auswahl an ungekürzten Interviews mit Zeitzeugen, die im Zuge der Dreharbeiten zu Hugo Portischs Erfolgsserie "Österreich II" entstanden sind und in dieser Form noch nie im Fernsehen zu sehen waren.

Alle weiteren Details zum ORF-Programm bzw. zum Programmschwerpunkt Republiksjubiläen sind unter presse.ORF.at abrufbar.

Repräsentative Toleranzstudie: Toleranz in Österreich groß geschrieben - bei Religion scheiden sich die Geister

Das 70-Jahr-Jubiläum der Befreiung vom nationalsozialistischen Regime hat das Mauthausen Komitee Österreich zum Anlass genommen, erheben zu lassen, wie es heute um die Toleranz in unserem Land bestellt ist. "Toleranz ist ein Gradmesser dafür, wie entwickelt eine Gesellschaft ist. Je toleranter Menschen sind, desto weniger sind sie empfänglich für autoritäre Handlungsmuster - und umgekehrt", sagt MKÖ-Vorsitzender Willi Mernyi. Das von ihm beauftragte Meinungsforschungsinstitut meinungsraum.at hat unter der Leitung von Christina Matzka dazu 1.000 Österreicherinnen und Österreicher zu heiklen Toleranzthemen befragt - gegliedert in die Bereiche Sexualität, ethnische Herkunft und Hautfarbe, Religion, Geschlecht und Behinderung. Die Ergebnisse, die bei der Pressekonferenz im Detail präsentiert wurden, fasst Mernyi zusammen: "Österreich wird toleranter, und das ist eine gute Nachricht. Die Studie zeigt, dass die unermüdliche Aufklärungsarbeit vieler Menschen und Institutionen Früchte getragen hat, etwa bei Toleranz gegenüber Homosexualität oder Menschen mit Migrationshintergrund. Aufholbedarf gibt es dagegen noch bei der Toleranz gegenüber den Religionen. In diesem Bereich müssen wir dafür sorgen, dass radikale Strömungen und Diskriminierung keine Chance haben", so Mernyi.

Details dazu unter
http://www.festderfreude.at/Bottom-Links/Kontakt-Service/Presseinform
ation.

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