ÖGB-Jungendkongress: Lehre darf nicht zur Leere verkommen

Eröffnung des 34. ÖGB-Bundesjugendkongresses mit Hundstorfer, Foglar und Kaske

Wien (OTS) - Heute wurde der 34. Bundesjungendkongress des ÖGB unter dem Motto "Jung & gehaltbereit" im Wiener ACV eröffnet. 330 Delegierte werden das Arbeitsprogramm der Österreichischen Gewerkschaftsjugend (ÖGJ) für die kommenden Jahre beschließen. Als Vorsitzender kandidiert erneut Sascha Ernszt.

Hundstorfer: Ausbildung senkt Arbeitslosigkeitsrisiko massiv

Arbeits- und Sozialminister Rudolf Hundstorfer ging auf die Problematik am Arbeitsmarkt ein: "Wenn wir sagen, dass in Österreich die Arbeitslosigkeit niedriger ist als in anderen Ländern, dann juckt das zwar hier niemanden, aber es zeigt doch, dass wir die richtigen Maßnahmen ergriffen haben." Er verwies auf das Jugendcoaching, wo mehr als 30.000 Jugendliche pro Jahr betreut würden. Dafür werde es auch weiterhin keine Budgetrestriktionen geben. Eine Ausbildung sei das beste Mittel gegen Arbeitslosigkeit: "Hat jemand nur Pflichtschule, ist das Risiko, arbeitslos zu werden, 20 Prozent. Hat jemand aber einen Lehrabschluss, beträgt das Risiko nur sechs Prozent." Entsprechend müsse man die Zahl der Schul- und AusbildungsabbrecherInnen senken. Hundstorfer: "Die Bundesregierung wird alles daran setzen, dass die duale Berufsausbildung weiter ausgebaut wird. Diese Erfolgsstory wird weitergehen."

Foglar: Lehrlingsausbildung solidarisch finanzieren

Für ÖGB-Präsident Erich Foglar ist eines der brennendsten Probleme die Jugendarbeitslosigkeit: "Es ist unerträglich, dass in manchen EU-Ländern fast 50 Prozent der Jugendlichen ohne Arbeit sind." Auch wenn Österreich - nicht zuletzt durch die Stärke der Gewerkschaftsbewegung - weniger betroffen sei als andere Länder, müsse man die Jugendarbeitslosigkeit auch hierzulande ernst nehmen. "Jeder und jede Arbeitslose ist einer oder eine zuviel", sagte Foglar. Ein Mittel gegen Arbeitslosigkeit sei möglichst gute Ausbildung. "Es ist großartig, wenn österreichische Lehrlinge internationale Auszeichnungen bekommen. Aber in anderen Ausbildungsbetrieben wird nicht einmal das Minimum ausgebildet. Man kann nicht die Ausbildungserfolge einiger Spitzenbetriebe in den Himmel heben, aber sich mit Händen und Füßen dagegen wehren, dass einheitliche Qualitätskriterien eingeführt werden. Schmalspur-Lehrberufe wie RezeptionistIn sind der falsche Weg!"

AK-Kaske: Gegen Schmalspur-Lehrberufe ohne Inhalt

AK-Präsident Rudi Kaske kritisierte in seiner Eröffnungsrede die Wirtschaft: "Leider ziehen sich immer mehr Betriebe aus der Lehrlingsausbildung zurück. Viele Arbeitgeber vergessen, dass sie eine gesellschaftliche Verantwortung haben. Ich erwarte mir mehr Engagement der Betriebe." Beispiel Wien: Hier sei die Zahl der Ausbildungsbetriebe von 4.400 auf 3.800 zurückgegangen. Kaske forderte eine Reform der Lehrlingsausbildung mit mehr Qualitätssicherung. Gegen neue Lehrberufe habe er nichts, aber es dürfe nur solche geben, wo die den jungen Menschen wichtige berufliche Kenntnisse und Fähigkeiten vermittelt würden, die die Lehrzeit von drei oder vier Jahren auch ausfüllen würden - "und nicht Schmalspurberufe, bei denen mangels Inhalt die Lehre zur Leere verkommt."(fk)

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