LH Platter: "Europäisches Quotensystem in Asylfrage längst überfällig"

Tirol (OTS) - Die Europäische Union hat auf dem Gipfel angesichts der Flüchtlingstragödien im Mittelmeer zwar eine Verdreifachung der Mittel für die Seenotrettung beschlossen, weiterführende Maßnahmen zur gerechteren Aufteilung der Asylwerber auf die EU-Mitgliedsstaaten blieben aber aus.
Für LH Günther Platter ist das zu wenig. "Das wird dem Ausmaß des Problems bei weitem nicht gerecht. Es kann uns nicht egal sein, wenn hunderte Menschen im Meer ertrinken. Die Verbesserung der Seenotrettung ist zwar ein erster wichtiger Schritt, bei weitem aber noch nicht genug", betont Platter. "Die Europäische Union ist schließlich eine Wertegemeinschaft." Ein Wert, der jetzt besonders zählen müsse, sei der der Solidarität. Solidarität mit den Flüchtlingen, die wegen Krieg und Verfolgung ihre Heimat verlassen müssen. "Tirol steht zu seiner Verantwortung und wir bemühen uns gemeinsam nach Kräften, die erforderliche Zahl an Unterkünften bereit zu stellen." Das sei angesichts des nicht enden wollenden Flüchtlingsstroms eine große Herausforderung. Deshalb brauche es endlich auch Solidarität auch unter den EU-Mitgliedsstaaten bei der Unterbringung der schutzsuchenden Menschen. Doch in der Asylfrage reicht die Gemeinschaft zwischen den Ländern offenbar nicht besonders weit. Nicht anders ist es zu erklären, dass bislang rund zehn von 28 Staaten, darunter Italien, Österreich und Deutschland die Hauptlast an Asylwerbern tragen. Aus diesem Grund erneuert der Landeshauptmann die Forderung nach einem fairen Verteilungssystem der Asylwerber auf alle EU-Staaten. "Es gibt Modelle von Quotenregelungen, die bei einigem guten Willen rasch umgesetzt werden können." In dieser Frage sichert Platter Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, die sich ebenfalls für einen gerechten Verteilungsschlüssel innerhalb der EU stark macht, seine volle Unterstützung zu.

Rückfragen & Kontakt:

Amt der Tiroler Landesregierung
Abt. Öffentlichkeitsarbeit
+43 (0)512 508-1902
pr@tirol.gv.at
www.tirol.gv.at/oeffentlichkeitsarbeit

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | TIR0001