Weninger: Österreich verneigt sich vor den Opfern des Genozids am armenischen Volk

Es geht nicht um Schuldzuweisung, sondern um Aussöhnung

Wien (OTS/SK) - "Österreich verneigt sich vor den Opfern des Völkermordes am armenischen Volk. Wir gedenken jener rund 1,5 Millionen Armeniern, die in den Jahren 1915 und 1916 einem der ersten Genozide des 20. Jahrhunderts zum Opfer fielen", erklärte SPÖ-Nationalratsabgeordneter Hannes Weninger, der heute bei der offiziellen Gedenkkundgebung in Jerewan teilnimmt. ****

Gegenüber den armenischen Gastgebern bekannte sich der SPÖ-Abgeordnete zur historischen Verantwortung - die österreich-ungarische Monarchie war im Ersten Weltkrieg mit dem Osmanischen Reich verbündet - und erinnerte an die Pflicht, die schrecklichen Geschehnisse vor einhundert Jahren als Genozid anzuerkennen und zu verurteilen. "Es ist die Pflicht der heutigen Türkei, sich der ehrlichen Aufarbeitung dunkler und schmerzhafter Kapitel ihrer eigenen Vergangenheit zu stellen und die im Osmanischen Reich begangenen Verbrechen an den Armeniern als Genozid anzuerkennen", verwies Weninger auf die am Mittwoch vom österreichischen Nationalrat verabschiedete "Erklärung anlässlich des 100. Jahrestages des Genozids an den Armeniern im Osmanischen Reich". "Sich an etwas zu erinnern und Schuld einzugestehen, gehört zu den Voraussetzungen einer Aussöhnung. Es geht keinesfalls darum, Schuld zuzuweisen, sondern Verantwortung zu übernehmen und aus der Geschichte zu lernen", so Weninger.

Angesichts aktueller Krisenherde von der Ukraine über den Nahen Osten bis hin zu großen Teilen Afrikas ist die heutige Gedenkfeier in Jerewan ein geeigneter Anlass, die internationale Staatengemeinschaft auf ein gemeinsames Vorgehen gegen Gewalt, Verfolgung, Vertreibung und Massenmord einzuschwören. "In einer Zeit, in der vermehrt Keile zwischen Ethnien, Staaten und Religionen getrieben werden, muss die Unantastbarkeit unserer Werte Freiheit, Frieden und Menschenrechte wieder in den Mittelpunkt gerückt werden", betont Weninger den bewährten österreichischen Weg des Dialogs und der Versöhnung bei der Beilegung internationaler Konflikte. (Schluss) bj/ms/mp

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