ORF hat 2014 zum fünften Mal in Folge positiv bilanziert

Aktueller ORF-Jahresbericht liegt Nationalrat vor

Wien (PK) - Der ORF hat 2014 zum fünften Mal in Folge positiv bilanziert. Und das, obwohl er im vergangenen Jahr keine Gebührenrefundierung erhielt. Das geht aus dem ORF-Jahresbericht 2014 hervor, den Kanzleramtsminister Josef Ostermayer vor kurzem dem Nationalrat vorgelegt hat (III-166 d.B.). Auch abseits des wirtschaftlichen Erfolgs ist das Direktorium äußerst zufrieden. Der ORF habe sich in allen drei Medien - Fernsehen, Radio und Internet -als Marktführer und elektronisches Leitmedium Österreichs behaupten können, alle Programmvorgaben wie den öffentlich-rechtlichen Kernauftrag erfüllt und zahlreiche strategische Weichenstellungen getroffen, hält der insgesamt fast 200 Seiten starke Bericht fest.

Konkret konnte die Konzernmutter ORF laut Bericht ein - vorläufiges -positives Geschäftsergebnis von 2,9 Mio. € erzielen. Das Konzern-EGT wird mit 5 Mio. € angegeben. Allerdings sind die Umsatzerlöse, vor allem aufgrund von geringeren Programmentgelten (589,5 Mio. € 2014, 615,1 Mio. € 2013) und geringeren sonstigen Erlösen (101 Mio. € 2014, 118,6 Mio. € 2013), von 952,6 Mio. € 2013 auf 912,2 Mio. € zurückgegangen. Ein leichtes Plus ist hingegen bei den Werbeeinahmen zu verzeichnen (221,7 Mio. € 2014, 218,9 Mio. € 2013). Davon entfielen 209,2 Mio. € auf klassische Radio- und Fernseh-Werbung, 12,5 Mio. € auf den Online-Bereich. Aus Sonderwerbeformen, die unter den sonstigen Erlösen firmieren, wurden Einnahmen in der Höhe von 41,6 Mio. € - bei Aquisitionskosten von 6 Mio. € - lukriert. Zu den sonstigen Erlösen werden etwa auch Erträge aus Koproduktionen und Lizenzen, die Bereitstellung von technischen Einrichtungen und Zinserträge gezählt.

Auf die ORF-Landesdirektionen entfielen 2014 14,3% der dem ORF insgesamt zur Verfügung stehenden Budgetmittel. Bei den Programmkosten betrug ihr Anteil 17,4%. Für 2015 werden entsprechende Werte von 14,6% bzw. 18,4% erwartet.

ORF eins und ORF 2: Marktanteil sank von 33,9% auf 33,4%

Geringfügig zurückgegangen ist der Marktanteil der ORF-Fernsehprogramme. Konnten ORF eins und ORF 2 2013 in der TV-Bevölkerung über 12 Jahre noch einen durchschnittlichen Marktanteil von 33,9% erreichen, waren es 2014 nur noch 33,4%. Für ORF eins werden dabei 13,3%, für ORF 2 20,2 % angegeben. Ein Plus wurde bei der Tagesreichweite erzielt: Durchschnittlich sahen jeden Tag 3,67 Millionen ZuseherInnen ab 3 Jahren eines der beiden TV-Programme, 2013 waren es 3,63 Millionen gewesen.

Als einer der Gründe für das Seherplus nennt der Bericht die Übertragung sportlicher Großevents wie der Fußball-Weltmeisterschaft und der Olympischen Winterspiele. Auch der Song-Contest und die EU-Wahlberichterstattung lockten viele ZuseherInnen an. Insgesamt strahlten ORF eins und ORF 2 netto, also ohne Moderation, Programmhinweise und Werbung, 17.637 Programmstunden aus, wobei wie 2013 22% der Sendezeit auf das Programmfeld Information, 4% auf Kultur, 8% auf den Bereich Lebenshilfe, je 1% auf Wissenschaft/Bildung und Religion sowie 47% auf Unterhaltung fielen. Der Sportanteil am Programm stieg wegen der sportlichen Großereignisse von 6% auf 8%, im Gegenzug ging der Bereich Familie von 11% auf 9% zurück.

Etabliert haben sich auch die Spartensender ORF III und ORF Sport+, wobei die durchschnittliche Tagesreichweite von ORF III 2014 bei 470.000 ZuseherInnen, jene von ORF Sport+ bei 190.000 lag. Die neun regionalen Ausgaben von "Bundesland heute" erzielten eine Durchschnittsreichweite von 987.000 SeherInnen und einen Marktanteil von 51%. Verwiesen wird im Bericht auch auf ORF 2 Europe (ORF 2E):
Über dieses Satellitenprogramm werden zwischen ca. 6.00 Uhr und 24.00 Uhr rund 80% des Programms von ORF 2 (alle Sendungen, für die der ORF die Senderechte verfügt) zeitgleich und unverschlüsselt via ASTRA-Satellit ausgestrahlt. ORF 2E kann, inklusive Österreich, in 27 Ländern empfangen werden und hat damit ein theoretische Reichweite von 460 Millionen ZuseherInnen.

Unverändert fortgesetzt wurden die Kooperationen mit anderen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, so steuerte der ORF weiter Programm und Koproduktionen für 3sat, Arte und ARD-alpha bei.

ORF-Radios nehmen weiter Spitzenposition ein

Beim Radio konnte der ORF 2014 seinen Marktanteil von 74% halten. An der Spitze liegt weiter Ö3 mit 31%, die neun ORF-Regionalradios kommen gemeinsam auf 35%. Ö1 erzielte einen Marktanteil von 6%, FM4 einen von 2%. Die durchschnittliche Tagesreichweite aller Sender lag bei 66,7%, fünf Millionen HörerInnen drehten also täglich zumindest eines der ORF-Radioprogramme auf. Ö1 hatte durchschnittlich 680.000 HörerInnen pro Tag. Zum Vergleich: Auf die kommerziellen Privatradios entfiel ein Marktanteil von 24%, die Tagesreichweite betrug 29,1%.

Zuwächse für ORF.at und ORF-TVthek

Zuwächse verzeichnete 2014 die Internet-Seite ORF.at. Auch die ORF-TVthek und andere Video-Angebote des ORF wurden im vergangenen Jahr so intensiv genutzt wie nie zuvor. Im Schnitt haben UserInnen pro Monat 18,6 Millionen Videos abgerufen. Die mit Abstand am häufigsten nachgesehene Sendung in der ORF-TVthek war das Song-Contest-Finale mit 965.501 Sichtungen, besonders stark nachgefragt waren aber etwa auch der Auftritt der "Wutoma" im Sommergespräch mit Vizekanzler Reinhold Mitterlehner, die Gala "Mitten im Leben" zum 80. Geburtstag von Udo Jürgens und ein ZIB-24-Auftritt von Andreas Gabalier.

Seit Jänner 2014 werden auch alle Reden der Nationalratsabgeordneten einzeln als Video-on-Demand und mit Suchfunktion für jeweils sieben Tage nach einer Plenarsitzung bereitgestellt. Trotz des Internets weiter beliebt ist auch der ORF TELETEXT. Das Angebot kann auf rund 1,9 Millionen LeserInnen pro Woche verweisen.

ORF sieht alle Programmaufträge erfüllt

Laut Bericht hat der ORF auch im vergangenen Jahr alle Programmaufträge erfüllt. Darunter fallen etwa die Vorgaben, ein differenziertes Gesamtprogramm von Information, Kultur, Unterhaltung und Sport für alle anzubieten, die österreichische Identität zu fördern und bei der Programmgestaltung österreichische bzw. europäische Produktionen angemessen zu berücksichtigen. So ordnet eine vom ORF bei der Universität Wien in Auftrag gegebene Studie 20% des 2014 ausgestrahlten ORF-Fernsehprogramms, inkl. ORF III und ORF Sport+, der Kategorie Information, 31% der Kategorie Unterhaltung, 19% der Kategorie Kultur und 30% der Kategorie Sport zu. Den Anteil der Sendungen mit Österreich-Bezug in ORF eins und ORF 2 gibt der ORF für das vergangene Jahr mit 58,5% an - bzw. mit 73,6% in der Primetime zwischen 18.00 Uhr und 22.00 Uhr -, der Programmanteil europäischer Werke abseits von Nachrichten, Sportberichten und Spielshows betrug demnach 65,2%.

Nachgekommen ist der ORF auch der Verpflichtung, in den Hauptabendprogrammen, also zwischen 20.00 Uhr und 22.00 Uhr, in der Regel anspruchsvolle Sendungen zur Wahl zu stellen. Als Beleg dafür führt der ORF zwei Musterwochen an, wobei in beiden Wochen jeweils an einem Tag keine anspruchsvolle Sendung aufgelistet wird. Neben klassischen Informationssendungen, Reportagen und Dokumentationen wie Thema, Report, Am Schauplatz und Universum finden sich auch Krimireihen wie Tatort, Copstories und SOKO Donau, die von Kritikern ausgezeichnete Science-Fiction-Serie "Under The Dome", Fernsehfilme wie "Die Holzbaronin" und die Volksmusiksendung "Mei liabste Weis" in der Aufstellung.

Angebot für hör- und sehbehinderte Menschen wurde weiter ausgebaut

Weiter ausgebaut wurde das Angebot sowohl für gehörlose und stark hörbehinderte als auch für blinde und stark sehbehinderte Menschen. Insgesamt wurden 2014 in ORF eins und ORF 2 mehr als 11.690 Sendestunden untertitelt, was einer Quote von 66,75% entspricht (+3,86% gegenüber 2013). ORF III erreichte eine Untertitelquote von 32,91%. Auf ORF 2 Europe wird die tägliche "Zeit im Bild" um 19.30 Uhr und der anschließende Wetterbericht in Gebärdensprache ausgestrahlt, auch das Servicemagazin "heute konkret" wird hier entsprechend gedolmetscht.

In "Hörversion", also mit Einsatz von Audiodeskriptionen, wurden 2014 1.117 Programmstunden in ORF eins und ORF 2 ausgestrahlt, das sind täglich im Schnitt drei Stunden. Nicht nur Sportübertragungen und Unterhaltungs-Highlights wie Dancing-Stars werden für sehschwache bzw. blinde Menschen kommentiert, auch Spielfilme wie Michael Hanekes "Amour - Liebe" und Andreas Prochaskas "Das finstere Tal" wurden als Hörfilme gesendet.

Der durchschnittliche Radiokonsum in Österreich lag 2014 bei 190 Minuten pro Tag. 162 Minuten verbrachte die heimische Bevölkerung im Schnitt vor dem Fernsehgerät. Die von der Regulierungsbehörde KommAustria angestrebte Umstellung des Übertragungsstandards DVB-T auf DVB-T2 soll schrittweise bis Anfang 2017 erfolgen.

Eigene Kapitel im Bericht sind auch dem Angebot des ORF für Volksgruppen, den Aktivitäten des öffentlich-rechtlichen Senders im Bereich "Humanitarian Broadcasting" und den technischen Reichweiten der ORF-Radio- und Fernsehprogramme sowie des Internetangebots gewidmet. (Schluss) gs

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