ÖVI spricht sich für Beibehaltung der Doppelmaklerschaft aus

Wien (OTS) - Der ÖVI lehnt die gestern durch einen Entschließungsantrag seitens der Grünen eingebrachte Forderung nach dem Bestellerprinzip für Immobilienmakler ab. Die in Österreich und in vielen anderen europäischen Ländern vorherrschenden Doppelmaklerschaft weist viele Vorteile für Abgeber wie Abnehmer auf.

Gerade Wohnungssuchende profitieren von den Leistungen des Maklers:
"Auch die Services und Kompetenzen eines Maklers müssen berücksichtigt werden: Er verfügt über rechtliches, wirtschaftliches und technisches Wissen, ist in der Lage, den Wert einer Immobilie einzuschätzen und kann so ein für beide Seiten faires Geschäft zum Abschluss bringen", bringt ÖVI Präsident Georg Flödl die Verdienstlichkeit des Maklers auf den Punkt.

Insbesondere der Mieter hätte bei Beauftragung durch den Abgeber bei geltendem Bestellerprinzip schlechtere Karten als bisher, denn der Makler vertritt unter diesen Umständen nur noch eine Partei und ist nicht mehr verpflichtet einen Interessensausgleich zwischen Mieter und Vermieter zu schaffen. Anstatt politisches Kleingeld aus dem Bashing einer ganzen Berufsgruppe zu schlagen sollten die Leistungen, die Makler für Konsumenten erbringen anerkannt werden. Eine seriöse Aufbereitung von Objekten und Beratung durch den Profi ermöglicht Verbrauchern erst, Vergleiche anzustellen und führt somit zu mehr Markttransparenz.

"Wie zu befürchten war, hat die geplante Einführung des Bestellerprinzips in Deutschland Nachahmungstäter hervorrufen" meint dazu ÖVI Maklersprecherin Sandra Bauernfeind. Dazu muss vorab betont werden, dass die Mietzinsbildungssysteme in Deutschland und Österreich nicht vergleichbar sind. Während in Deutschland die Miete weitgehend frei vereinbart werden darf, unterliegen große Teile des österreichischen Mietmarktes dem Richtwertzins und damit engen preislichen Beschränkungen. Das in allen Bereichen der Wirtschaft übliche Einpreisen der Vermarktungskosten wird aber dadurch dem Vermieter in Österreich unmöglich gemacht. "Sollte das Bestellerprinzip in Österreich eingeführt werden, und die Leistungen des Makler nicht mehr von beiden Vertragsparteien honoriert werden, ist gerade bei Richtwert-Wohnungen fraglich, ob eine Vermarktung durch den Makler wirtschaftlich tragbar ist", so Bauernfeind abschließend.

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