AeroDef Manufacturing: Aerospace als Vorreiter

Wirtschaftsdelegierter Thaler: Moderne Fertigungsverfahren sind eine Priorität, um global wettbewerbsfähig zu bleiben

Wien (OTS) - Aerodef Manufacturing 2015 ist die führende technische Konferenz und Ausstellung im Aerospace-Sektor in den USA und fand heuer vom 20. bis 22. April in Dallas/Texas statt. Unter den Sponsoren sind klingende Namen wie Bell Helicopter, Boeing, Lockheed Martin, Northrop Grumman und Raytheon. Organisiert die Messe von der amerikanischen Society of Manufacturing Engineers (SME). Hier informieren sich Fertigungsprofis über neue Verfahren im Aerospace-und Verteidigungssektor. "Die Luftfahrtindustrie ist vielfach der Wegbereiter für moderne Fertigungstechnologien und Werkstoffe - so war sie etwa der erste Anwender von Carbon Fiber und integrierte als Vorreiter Computer Aided Design (CAD) in seinen Design Prozess. Fertigungstrends im Aerospace-Sektor haben Auswirkungen auf andere Industriezweige und sind damit auch interessant für die heimische Industrie", so Rudolf Thaler, österreichischer Wirtschaftsdelegierter In Los Angeles. Digitale Fertigungstechnologien ändern dramatisch die Art, wie Produkte designed, produziert, versandt, gewartet und verkauft werden. In einen Container passen beispielsweise 14.000 Barbiepuppen. Stattdessen könnte im gleichen Container Polymerpulver für das vor Ort benötigte 3D Printing im Ausmaß von über 200.000 Stück versandt werden.

Gemäß einer SME-Studie plant die Hälfte der befragten Hersteller in den nächsten zwei Jahren eine Investition in moderne Fertigungstechnologien. Thaler: "Sie werden von Unternehmen als Priorität gesehen, um wettbewerbsfähig zu bleiben. Es führt zur Steigerung der Produktqualität, Reduktion von Produktionszeiten und -kosten und verbesserter Leistung der Fertigprodukte." Interessant ist dazu im Vergleich eine McKinsey Studie, der zu Folge zwar 80% der befragten Unternehmer digitale Fertigung als entscheidenden Wettbewerbsfaktor einstufen, aber nur 13% ihrem Unternehmen eine hohe digitale Fähigkeit einräumen. Die digitale Fitness in der Fertigung zu steigern wird zur konstanten Unternehmensaufgabe, um in der Lieferkette zu bestehen. In der Fabrik der Zukunft kommen modernste Fertigungstechnologien zum Einsatz : Additive Fertigung / 3D Printing, Robotics, Data Analytics, Virtual Reality und Wearables.

'Digital Tapestry'

Rüstungsgigant Lockheed stellte auf der Messe in Dallas seine Modell basierte Systemarchitektur 'Digital Tapestry' vor, die alle Phasen vom Konzept, über Design, Simulation, Fertigung und Inbetriebnahme umfasst. Es beruht auf dem Konzept des digitalen Fadens (‚digital thread‘), das Technologien in jeder Phase des Design- und Produktionsprozesses miteinander verwebt. Nie wird dabei der digitale Faden in den einzelnen Produktionsphasen unterbrochen. Daten werden zu Informationen und Informationen führen zu Entscheidungen, die einen Mehrwert schaffen. Ziel ist es, besser, schneller und effizienter zu werden. Die Lösung wird mit dem Auge des Kunden gesehen. Die Vorteile des Konzeptes sind vielfältig: Laufzeiten werden reduziert, Resultate genau wiederholbar, Abläufe effizienter und Produkte leistungsfähiger. Die Produktion eines Raketentanks dauert mit herkömmlichen Methoden 18 bis 21 Monate und kostet etwa 370.000 USD. Mit additiver Fertigung wird die Produktionszeit auf 5 bis 6 Monate reduziert und die Kosten um mehr als die Hälfte gesenkt. Komplexe Fertigungsvorgänge werden in einem virtuellen Raum durchgespielt. Es wird daran gearbeitet, in Zukunft beispielsweise einen Satelliten zu ‚printen‘.

"Wir nähern uns einer Welt mit unvorstellbarer Komplexität, die es zu zähmen gilt. Für die Industrie beginnt das Zeitalter der industriellen Evolution", betonte Mickey McManus von Maya Design in seiner Keynote. In fünf Jahren werde eine Sättigung der Computerisierung und der Vernetzung erreicht sein, wenn Billionen von Dingen miteinander verknüpft sind und Daten liefern. Es wird ein neues Informationszeitalter beginnen und Billionen an Möglichkeiten schaffen. (PWK289/BS)

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