Neues Volksblatt: "Digital oder analog?" von Herbert SCHICHO

Ausgabe vom 21. April 2015

Linz (OTS) - Die Flapsigkeit der Argumentationen ist offensichtlich ein rotes Markenzeichen, gestern war Andreas Schieder dran: "Die Zusammensetzung eines Parlaments soll nicht zwischen dem Einkauf bei Amazon und einem Youtube-Video entschieden werden." Der SPÖ-Klubchef Schieder will mit diesen Worten jegliche Debatte über das E-Voting abwürgen, die die ÖVP mit ihrem Vorstoß im Entwurf für das neue Parteiprogramm angestoßen hat. Parteiintern wird es nun ermöglicht und der "Einsatz moderner Partizipationsverfahren" soll ausgebaut werden. Laut SPÖ ist es aber besser, dass man die Wahl am Sonntagvormittag beim Gassigehen oder vor dem Wirtshausbesuch erledigt - Hauptsache analog.
Zwar ist das E-Voting derzeit noch unausgereift und auf viele rechtliche und technische Fragen braucht es noch Antworten. Aber: Die digitale Revolution wird langfristig auch vor dem Wahlrecht nicht Halt machen. Und es ist gescheit, dass man dies im eigenen Bereich auch ausprobiert. Denn grundsätzlich gibt es auch bei diesem Thema zwei Möglichkeiten: Entweder Augen zu und abwarten, bis die Revolution drüberfährt oder anpacken und die Zukunft evolutionär gestalten. Hinzu kommt, dass gerade die digitale Welt für Bürgerbeteiligung unglaubliche Möglichkeiten bietet. Diese gilt es zu nutzen, denn Mitbestimmung darf kein Lippenbekenntnis sein, sondern muss in einer Demokratie Selbstverständlichkeit sein.

Rückfragen & Kontakt:

Neues Volksblatt, Chefredaktion
0732/7606 DW 782
politik@volksblatt.at
http://www.volksblatt.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NVB0001