FCG-Gemeindebedienstete: Beamten-Bashing der Kurier-Kopieranstalt

Wien (OTS) - Die Sonntags-Ausgabe des Kurier vom 19. April 2015 erschien mit der Schlagzeile "Ade, Beamten-Paradies!" auf der Titelseite. Optisch aufgeputzt wurde das Thema mit einer "himmlischen Karikatur" von Michael Pammesberger. Im Innenteil wurden von den Journalist/innen Bernhard Gaul und Karin Leitner auf zwei Seiten die angeblichen Beamten-Privilegien einem Kurier-Faktencheck unterzogen. Das Ergebnis dieses Fakten-Checks wurde durch einen Zombie illustriert, der ein vergilbtes Plakat mit der Aufschrift "Schule, Verwaltung, Landtage, Gesundheit" in Händen hält.

Inhaltlich handelt es sich dabei um eine Mischung aus einigen Fakten und Halbwahrheiten, wobei vielfach klärende Hintergrundinformationen weggelassen werden. So wird aus der Pragmatisierung ansatzlos ein Privileg, ohne zu erwähnen, dass dies in vielen Fällen eine unabhängige Verwaltung garantieren soll, die den Bürger/innen nutzt. Es hat andererseits aber Zeiten gegeben, in denen die Pragmatisierung anderen Berufsgruppen "gewährt" wurde, weil man sie nicht adäquat bezahlen konnte. Diesen Weg hat man aber längst verlassen, es wird nur mehr in wenigen Bereichen pragmatisiert.

Insgesamt werden die Standard-Themen Einkommen, Krankenstände und Pensionen abgehandelt. Ab und zu gibt es einzelne Hinweise auf Unterschiede zwischen Beamt/innen und dem Privatsektor, wie z. B. Akademikeranteil, höheres Durchschnittsalter, die Berücksichtigung der Kurzkrankenstände, oder höhere Aktivbezüge. Immer bleibt aber zumindest die unterschwellige Behauptung bestehen, dass Beamt/innen privilegiert sind.

Dieser Umgang mit Halbwahrheiten und verzerrenden Darstellungen kann nur als Beamten-Bashing bezeichnet werden. Die Regelmäßigkeit mit der die immer gleichen Halbwahrheiten mit großen Überschriften versehen als "Privilegien-Skandal" der Öffentlichkeit präsentiert werden, lässt keinen anderen Schluss zu.

Mittlerweile scheint es, als ob die durch Budgetkürzungen verschlankten Redaktionen das gut verkaufbare "Beamten-Bashing" aus dem Hut zaubern, wenn vorweg eine Wochenendausgabe vorzubereiten ist. Anfang dieses Monats brachte etwa "Die Presse" einen Dreiseiter, nun der Kurier.

Der Kurier zeigte nun sogar eine ganz herausragende Sparsamkeit. Es wurde nicht nur die Illustration der Titelseite recycelt - diese erschien schon am 13. November 2011 zum Thema "Beamtenparadies Österreich?". Auch der aktuelle Inhalt hat sehr viele Übereinstimmungen mit dem damaligen Text. Dabei könnte man sich schon fragen, ob nicht die damaligen Verfasser/innen Philipp Hacker und Maria Kern ein Honorar für die wiederverwendete "Grundlagenarbeit" erhalten sollten.

Es wird jedenfalls Zeit, dass sich die öffentlich Bediensteten gegen dieses "Beamten-Bashing" der Medien gemeinsam zur Wehr setzen. Bei allem Verständnis für die Eigenlogiken und Probleme der Medien und der Notwendigkeit substantieller Kritik an Fehlentwicklungen im öffentlichen Dienst, wenn derart unseriös Stimmung gegen "eine" Berufsgruppe gemacht wird, dann kann dies nicht einfach hingenommen werden.

Rückfragen & Kontakt:

Kurt Obermülner, MAS (Mediation)
Vorsitzender

Fraktion Christlicher Gewerkschafter/innen
in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten, Kunst, Medien, Sport, freie Berufe - Wien
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Tel.: (01) 31316 - 83682, Handy: 0676 70 68 511

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