Glawischnig: Schutzkorridor für Flüchtlinge statt Abwälzen von Verantwortung auf Afrika – Es braucht ein 'Mare Nostrum plus'

Grüne rufen zu Teilnahme an heutiger 'Stiller Gedenkkundgebung für die hunderten Toten im Mittelmeer' auf

Wien (OTS) - "Jeden Tag den wir zuwarten, um endlich effektive Schutzkorridore in die EU für Flüchtlinge zu schaffen, machen wir uns mitverantwortlich für das sinnlose Sterben im Mittelmeer", kritisiert Eva Glawischnig, Klubobfrau und Bundessprecherin der Grünen, die Untätigkeit der EU angesichts des Ertrinkens von bis zu 950 Flüchtenden, deren Boot in der Nacht auf Sonntag im Mittelmeer gekentert war. "Ich kann es nicht mehr hören: 'Nie wieder' heißt es nach jedem größerem Unglück im Mittelmeer von Europas Regierenden, gleichzeitig lassen die EU-Länder effektive Seenotrettungsmaßnahmen wie 'Mare Nostrum' auslaufen und verweigern Asylsuchenden bis heute eine legale Einreise nach Europa. Die EU selbst fördert somit das Geschäft der Schlepper und vergießt dann Krokodilstränen, wenn das zu menschlichen Katastrophen führt", sagt Glawischnig.

"Die Bundesregierung soll sich endlich für einen sicheren Korridor für die Rettung von Schutzsuchenden und eine legale Einreisemöglichkeit in die EU einsetzen. Es ist einfach kafkaesk, Menschen zu sagen 'Recht auf Asyl hast du schon, aber erst wenn du auf unserem Grund und Boden stehst. Und wir werden alles tun, damit du Europa nicht erreichst, sondern so lange wie möglich in Afrika bleibst, wie das der österreichische Außenminister und die Innenministerin jetzt sagen. Notwendig wäre auch eine erweiterte Neuauflage des Seenotrettungsprogramms, ein Mare Nostrum plus".

Die EU-InnenministerInnen schauen seit Jahren untätig zu, wie Schutzsuchende an den stark bewachten Grenzen der EU abprallen oder davor ertrinken. Die Auslagerung von Asyl auf Afrika, um sich weiterhin abzuputzen und so wenig Flüchtlinge wie möglich aufzunehmen, ist Vernebelungspolitik und organisierte Verantwortungslosigkeit. Es braucht einen sicheren Rettungskorridor und legale Einreise, um dem "Sterben ein Ende zu bereiten und Verantwortung zu übernehmen", so Glawischnig.

"Die Grünen rufen dazu auf, an der heute von zivilgesellschaftlichen Organisationen organisierten 'Stillen Gedenkkundgebung für die hunderten Toten im Mittelmeer' teilzunehmen", sagt Eva Glawischnig, die auch selbst teilnehmen wird.

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