Volkshilfe: Fenninger fordert großen Wurf für Pflegesicherung

„Wir brauchen einen Masterplan für unsere älter werdende Gesellschaft“

Wien (OTS) - "Es steigt nicht nur die Lebenserwartung der Menschen, sondern es steigen auch die Ansprüche der Menschen, daher sind andere Qualitätsstandards erforderlich. Die Menschen wollen so lange wie möglich selbständig leben und müssen dabei unterstützt werden", stellt der Bundesgeschäftsführer der Volkshilfe angesichts der demografischen Herausforderungen, vor dem der Pflegebereich steht, fest.

Daher gilt es, an vielen Schrauben zu drehen. "Wir brauchen einen großen Wurf, der eine Reform der Ausbildung beinhaltet. Diese Reform muss auf alle Bereiche der Pflege, also auch der mobilen Pflege, Bezug nehmen. Derzeit zielt sie auf die medizinische Intervention im Krankenhaus ab, das ist etwas völlig anderes als die Langzeitbetreuung zu Hause. Dafür sind vier verschiedene Berufsgruppen, die unter Aufsicht aneinander delegieren, sicher nicht der richtige Weg. Ganz im Gegenteil, das verteuert die Dienste enorm. Wir brauchen aber auch eine Brücke zwischen Sozialbetreuungsberufen und Pflegeberufen. Und ganz besonders wichtig dabei ist, attraktive Berufsbilder zu schaffen, die jungen Menschen auch eine Perspektive bieten. Denn es werden viele Hände gebraucht werden, um die demografische Herausforderung unserer älter werdenden Gesellschaft zu bewältigen.

Aber wir brauchen, ähnlich wie bei der Planung der Gesundheitsversorgung, auch einen überregionalen Plan zur Versorgung der Bevölkerung mit stationären und mobilen Pflege- und Betreuungsleistungen. Dazu müssen Bund und Länder an einen Tisch, um in einem Masterplan die pflegerische Versorgung im stationären und mobilen Bereich und die nötige Finanzierung sicherzustellen. Hier sind die Länder, in deren Kompetenz es fällt, schon jetzt gefordert, mit dem Geld aus dem Pflegefonds auch qualitätsvolle Angebote sicherzustellen", so Fenninger.

Um die Dringlichkeit zu verdeutlichen, verweist Fenninger auf den prognostizierten Bedarf an Pflegeleistungen im Jahr 2020, zu dessen Abdeckung 60% mehr Einsatzstunden in der mobilen Pflege benötigt werden.

"Um die Herausforderung, die im Pflegebereich auf uns zukommt, finanzieren zu können, werden wir neue Geldquellen brauchen. Die Volkshilfe tritt seit langem dafür ein, das Lebensrisiko, pflegebedürftig zu werden, gemeinschaftlich abzusichern. Derzeit verlieren Betroffene oft ihr gesamtes Vermögen, das ist eine Erbschaftssteuer von 100%. Eine zweckgebundene Erbschaftssteuer wäre die solidarische Lösung, die das Risiko verteilt. In welcher Form das organisiert wird, sollte Gegenstand der Verhandlungen sein. Aber sicher ist, dass die Zeit drängt, um sinnvolle Lösungen zu finden", so Fenninger abschließend.

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