Neues Volksblatt: "Es geht alle an" von CR Christian HAUBNER

Ausgabe vom 20. April 2015

Linz (OTS) - Neu sind die Meldungen über den Flüchtlingsstrom über das Mittelmeer nicht. Auch nicht jene Berichte über die inzwischen Tausenden Toten, die es dabei zu beklagen gibt. Dennoch haben es bislang eine Reihe von EU-Staaten geschafft, sich nobel aus der Diskussion herauszuhalten. Fast hatte es den Anschein, als würden manche darauf setzen, dass Italien, das einfach aufgrund seiner geografischen Lage als erstes Land mit den Flüchtlingen konfrontiert ist, das Problem allein löst.
Die Problematik ist aber keine rein italienische. Daher offeriert der österreichische Vorschlag von sicheren UNHCR-Anlaufstellen als Gegenpol zu den von Schleppern organisierten und oft tödlichen Schiffsfahrten einen gangbaren ersten Schritt. Und auch den zweiten hat die Innenministerin gestern einmal mehr formuliert: Es muss einen objektiven Verteilungsschlüssel für alle EU-Staaten geben. Bislang übernehmen einige wenige - darunter Österreich - besonders viele Asylwerber, während andere sich einfach davor zu drücken scheinen. Gegen diese Schieflage muss die EU vorgehen.
Es ist freilich ein Trauerspiel, dass man auf EU-Ebene erst nach einem neuerlichen Massensterben auf See aktiv wird. Denn gestorben wird bei Flüchtlingsüberfahrten bekanntlich nicht erst seit gestern. Hoffen wir im Sinne der Menschlichkeit, dass es ein Einsehen gibt. Denn die Flüchtlingsthematik geht alle an.

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