Korun zu Abdullah-Zentrum: Völlige finanzielle Abhängigkeit vom wahabitschen Saudi Arabien bleibt

An den Verträgen soll sich NICHTS ändern, angekündigte Reform ist Augenauswischerei - Verhandler verwechseln interreligiösen Dialog mit PR-Offensive

Wien (OTS) - "Der Berg hat gekreißt und ein Mäuslein ward geboren: So kann man die seit Monaten andauernden Verhandlungen von Außenminister Kurz mit den Vertragsparteien des König Abdullah Zentrums (KAICIID) beschreiben. Das Papier, das in der heutigen - natürlich nicht öffentlichen - Sitzung offensichtlich abgesegnet wurde und jetzt gesickert ist, zeigt eines: Es soll sich an den Verträgen nichts ändern. Dafür wird aber eine PR-Offensive auf allen Kanälen gestartet. Die völlige finanzielle Abhängigkeit vom wahabitischen Königreich Saudi Arabien bleibt bestehen: 'The present voluntary contribution system should remain in place, with no amendment to the Establishment Agreement'. Finanzielle Beiträge zum Zentrum bleiben also weiterhin 'freiwillig', das sunnitisch-wahabitische Saudi Arabien, das gerade Schiiten im Jemen bombardiert, finanziert weiter. Und soll gleichzeitig im Rest der Welt interreligiösen Dialog stiften. Es sind auch keine neuen Vertragsparteien in Sicht, obwohl genau das seit Monaten angekündigt wurde", resümiert Alev Korun, Menschenrechtssprecherin der Grünen.

"Das fatale Missverständnis von Minister Kurz, das Zentrum solle Aktivitäten nur viel lauter präsentieren, dann sei alles schon in Ordnung, scheint sich bei den Verhandlungen durchgesetzt zu haben. Der unübersehbare Konstruktionsfehler, dass ein Regime, das sein extremistisches Religionsverständnis ständig in andere Länder exportiert und inzwischen Andersgläubige auch noch militärisch bekämpft, zugleich in Europa auf Respekt vor anderen Religionen macht, soll unangetastet bleiben. Ein Festhalten am Status Quo kaschiert mit großer PR-Offensive ist keine Reform und inakzeptabel", betont Korun.

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