Gewerkschaft vida fordert Einführung der flächendeckenden Lkw-Maut

AK-Studie entzieht Panikmache der Frächterlobby Grundlagen – Maßnahme würde zu mehr Wettbewerbsgerechtigkeit zwischen Schiene und Straße führen

Wien (OTS) - Für die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut plädiert einmal mehr auch die Gewerkschaft vida. Eine heute von der AK veröffentlichte ÖIR-Studie zeige auf, dass eine Lkw-Maut auch abseits der Autobahnen und Schnellstraßen so gut wie keinen spürbaren Einfluss auf die Lebensmittelpreise habe. So läge laut Studie der Anteil bei einem Liter Milch lediglich bei 0,2 Cent. "Der Panikmache der Frächterlobby vor möglichen Preissteigerungen durch eine flächendeckende Lkw-Maut ist somit jegliche sachliche Grundlage entzogen", so Roman Hebenstreit, Vorsitzender des Fachbereichs Eisenbahn in der Gewerkschaft vida. ****

Schwere Lkw belasten die Landes- und Gemeindestraßen und verursachen teure Schäden, für die die Allgemeinheit aufkommen müsse, so Hebenstreit weiter: "Aufgrund des Verursacherprinzips ist eine Kostenbeteiligung des Lkw-Verkehrs an den von ihm verursachten Straßenschäden nur gerecht."

Zudem würde die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut endlich die Schieflage im Wettbewerb zwischen Schiene und Straße im Güterverkehr etwas begradigen, da der Bahnverkehr nicht nur im hochrangigen sondern im gesamten Schienennetz Schienenmaut zu entrichten habe.

Die Einführung einer flächendeckenden Lkw-Maut sei aus diesem Grund auch eine wichtige Voraussetzung, um den Zielen des EU-Weißbuchs zum Verkehr näher zu kommen, wonach 30 Prozent des Lkw-Verkehrs über Distanzen von mehr als 300 km bis 2030 auf die Bahn verlagert werden sollten, sagt Hebenstreit. Bis 2050 solle dieser Wert gemäß EU-Zielvorgabe bis auf 50 Prozent ansteigen. Die Verlagerung von mehr Güterverkehr auf die Schiene sei wiederum eine Chance für die Schaffung von zusätzlichen hochqualifizierten Arbeitsplätzen im Bahnsektor, so der vida-Gewerkschafter.

"Neben der flächendeckenden Lkw-Maut muss im nächsten Schritt zu fairem Wettbewerb und Kostenwahrheit der Straßenverkehr auch für die von ihm verursachten Gesundheits- und Umweltschäden zur Verantwortung gezogen werden", bekräftigt Hebenstreit.

Rückfragehinweis:

Rückfragen & Kontakt:

Gewerkschaft vida/Öffentlichkeitsarbeit
Hansjörg Miethling
Tel.: 01 53444 79 261
Mobil: 0664/61 45 733

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NGB0008