Kunstrückgabebeirat empfiehlt Rückgabe von Porzellanobjekten des MAK

Porzellansammlung von Ferdinand Bloch-Bauer und eine Porzellanpuppe aus der Sammlung Alice Stein

Wien (OTS) - Der Kunstrückgabebeirat beschloss in seiner heutigen Sitzung drei Empfehlungen, die das MAK (Österreichisches Museum für angewandte Kunst/Gegenwartskunst) betreffen. Es handelt sich um zwei Rückgaben von Porzellanobjekten, die aus der Sammlung Ferdinand Bloch-Bauer stammen sowie eine Alt-Wiener Porzellangruppe aus der Sammlung Alice Stein.

Die Rückgabe diverser Asiatika, die das MAK im Jahr 1942 über das Dorotheum aus der Sammlung Wilhelm Kimbel angekauft hatte, wurde nicht empfohlen.

Ferdinand Bloch-Bauer wurde von den NS-Machthabern auch eine sehr bedeutende Porzellansammlung entzogen. In der Folge gelangte ein Teil der Sammlung in das heutige MAK. Im Jahr 1949 wurde im engen Zusammenhang mit Verfahren nach dem Ausfuhrverbotsgesetz von den Erben nach Ferdinand Bloch-Bauer eine Vereinbarung geschlossen, durch die einige Porzellane dem MAK unentgeltlich gewidmet, andere vom MAK im Tauschweg erworben wurden. Die unentgeltlich gewidmeten Porzellane wurden bereits auf Grundlage einer Empfehlung des Beirates vom 28. Juni 1999 zurückgegeben. Der geänderten Rechtslage entsprechend empfahl der Beirat nun auch jene Porzellane zu übergeben, die im Tauschweg, also entgeltlich, erworben wurden. Die erhaltene Gegenleistung wäre allerdings im Falle einer Rückgabe gemäß § 1 Abs. 2 Kunstrückgabegesetz zurückzuerstatten.

Während der Vorbereitung ihrer Flucht nach New York schenkte die aus Wien stammende Alice Stein am 11. Oktober 1938 dem MAK eine Alt-Wiener Porzellangruppe. Wie der Beirat bereits mehrfach unter Bezug auf die einschlägige Rechtsprechung der Rückstellungskommissionen feststellte, sind auch Schenkungen von verfolgten Personen, insbesondere an öffentliche Sammlungen, als nichtige Rechtsgeschäfte zu qualifizieren, weshalb der Tatbestand des § 1 Abs. 1 Z 2 Kunstrückgabegesetz erfüllt ist.

Keine Rückgabe wurde hinsichtlich einer größeren Zahl von Ostasiatika empfohlen, die im Jahr 1942 über das Dorotheum angekauft wurden. Die Stücke stammen aus der Sammlung von Wilhelm Kimbel, der in Berlin ein Unternehmen für Innenausstattungen führte. Dieses Unternehmen war bereits im Jahr 1932 in Konkurs gegangen, was zur Veräußerung der Sammlungen führte. Es ergab sich kein Hinweis auf eine NS-Verfolgung Wilhelm Kimbels.

Die Empfehlungen sind im Wortlaut auf der Webseite der Kommission für Provenienzforschung unter www.provenienzforschung.gv.at wiedergegeben.

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