„Orientierung“: Wilhelm Krautwaschl neuer Bischof von Graz

Außerdem am 19. April: 100 Jahre „armenische Tragödie“

Wien (OTS) - Christoph Riedl-Daser präsentiert im in HD produzierten ORF-Religionsmagazin "Orientierung" am Sonntag, dem 19. April 2015, um 12.30 Uhr in ORF 2 folgende Beiträge:

Entscheidung gefällt: Wilhelm Krautwaschl neuer Bischof von Graz

Am Donnerstag wurde der 52-jährige Wilhelm Krautwaschl von Papst Franziskus offiziell zum neuen Bischof der Diözese Graz-Seckau ernannt. Er löst damit in zwei Monaten - am 14. Juni soll die Bischofsweihe stattfinden - den vorübergehend bestellten Diözesanadministrator Heinrich Schnuderl ab, der seit Ende Jänner die Diözese leitet. Krautwaschl, der nun als Bischof die Nachfolge von Egon Kapellari antreten wird, gilt als kommunikationsfreudiger Seelsorger, der bei den Gläubigen beliebt ist. Seit vielen Jahren fühlt er sich der Fokolar-Bewegung verbunden, die auch stark im interreligiösen Dialog engagiert ist. Der gebürtige Oststeirer war zuletzt u. a. als Regens des Augustinums - des Bischöflichen Zentrums für Bildung und Berufung - tätig. Ein Bericht von Christoph Riedl-Daser.

100 Jahre "armenische Tragödie": Auf den Spuren von Franz Werfel

Etwa ein Jahrzehnt nach den Massakern und "Todesmärschen" -beauftragt von der Führung des Osmanischen Reiches -, die bis zu eineinhalb Millionen Opfer unter der armenischen Bevölkerung des Landes forderten, reiste der österreichische Schriftsteller Franz Werfel nach Damaskus. Das Schicksal der vielen armenischen Waisenkinder, die er dort antraf, inspirierte den aus Prag stammenden jüdischen Schriftsteller zu einem Bestseller: "Die vierzig Tage des Musa Dagh" - ein Roman über die Vernichtung Hunderttausender, aber auch über die Rettung einiger tausend Armenierinnen und Armenier. Einer der Orte, an denen der Schriftsteller für seinen Roman recherchierte, war das Kloster des armenisch-katholischen Mechitaristenordens in Wien. Dort war ein "Orientierung"-Team ebenso wie bei einem Historiker-Symposion in Berlin, bei dem international bekannte Genozid-Forscher über die Ereignisse vor 100 Jahren referierten. Thematisiert wurde dabei auch, zumindest am Rande, die Mitverantwortung des Weltkriegsbündnispartners Österreich-Ungarn:
Wohl wusste man in Wien von den Massakern, doch der Kriegsverbündete - das Osmanische Reich - sollte nicht vergrämt werden. Auch "christliche Solidarität" konnten die armenischen Christen im Osmanischen Reich - zumindest aus dem Deutschen Reich und aus Österreich-Ungarn - nicht erwarten: Die "Amtskirchen" - ob katholisch oder evangelisch - schwiegen. Engagierte Geistliche wie der protestantische Pfarrer Johannes Lepsius - auch er findet in Werfels Roman Erwähnung - waren die Ausnahme. Ein Bericht von Klaus Ther.

Armenier in Istanbul: Vergangenheitsbewältigung in der Türkei

Der Massenmord an den Armeniern vor 100 Jahren sorgt in diesen Tagen wieder für diplomatische Verstimmung mit der Türkei. Papst Franziskus hatte die Massaker in Anlehnung an eine Erklärung von Papst Johannes Paul II. als Genozid, also Völkermord, bezeichnet. Das führte in der Türkei umgehend zu einer Welle der Kritik. Am 24. April erinnern die Armenier an den Jahrestag des Beginns der Vertreibungen vor genau 100 Jahren. Von 1915 bis 1917 wurden im Osmanischen Reich bis zu eineinhalb Millionen Armenier und Armenierinnen ermordet. Der Massenmord war zentral geplant, eine fanatisierte Bevölkerung half mit - es war Völkermord, sagen die meisten namhaften Historiker. Doch die Türkei, als Rechtsnachfolger des Osmanischen Reichs, leugnet standhaft viele Aspekte der Grausamkeiten von damals. Zwar hat die islamisch-konservative Regierung in den vergangenen Jahren zaghafte Schritte der Versöhnung gesetzt. Aber ein Großteil des konfiszierten armenischen Besitzes, darunter auch viele Kirchengüter, wurde nie zurückgegeben. Wie gehen die Nachfahren der Überlebenden damit um, warum tut sich die offizielle Türkei mit der Vergangenheitsbewältigung so schwer? Ein Bericht von Jörg Winter.

"So glaube jeder ..." - Lessings "Ringparabel" als Schlüsseltext der Aufklärung

Einst konnte sich ein alter König nicht entscheiden, welcher seiner drei Söhne ihm der liebste sei und wer seinen kostbaren Ring als Zeichen der Thronfolge erhalten sollte. Also ließ er zwei weitere Ringe anfertigen, die genauso aussahen wie der erste Ring, und überreichte die drei Ringe seinen Söhnen - "so glaube jeder sicher seinen Ring den echten." Lessings "Ringparabel" im Drama "Nathan der Weise" aus dem Jahr 1779 gilt heute als "Schlüsseltext der Aufklärung", profunde Auseinandersetzung mit Wahrheitsanspruch und Forderung nach Toleranz sowie als Referenztext für die Verständigung zwischen den abrahamitischen Religionen - Judentum, Christentum, Islam. Ein hochkarätig besetztes Symposion der Katholisch-Theologischen Fakultät der Universität Wien würdigte -anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums der Wiener Universität - das Werk von Gotthold Ephraim Lessing. Wissenschafter aus dem deutschen Sprachraum diskutierten den geschichtlichen Kontext und die Bedeutung der "Ringparabel" für den Dialog der Religionen in der heutigen Zeit. Ein Bericht von Marcus Marschalek und Martin Cargnelli.

Die Sendung ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar.

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