AUSTROMED fordert Qualität statt Mindestversorgung im Gesundheitswesen

Ausgabenobergrenzen und andere einseitige Sparmaßnahmen gefährden hochwertige Patientenversorgung in Österreich

Wien (OTS) - "Spardruck im Gesundheitssystem darf nicht auf Kosten der Patienten gehen!" Mag. Friedrich Thomasberger, Präsident von AUSTROMED, der Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen, sprach sich im Rahmen der gestern stattgefundenen Hauptversammlung für eine stärkere Berücksichtigung von Qualität und Innovation im österreichischen Gesundheitswesen aus.

"Einsparungsmaßnahmen im Gesundheitssystem sind grundsätzlich erwünscht. Wenn sie jedoch zu minderwertigen Produkten führen, dann sind sie fehl am Platz. Medizinprodukte spielen von der Prävention über Diagnostik und Therapie bis hin zur Rehabilitation eine tragende Rolle. Mit Ausgabenobergrenzen und Deckelungen wird hingegen verhindert, dass Patienten mit innovativen und hochwertigen Produkten versorgt werden", so Thomasberger.

Bestbieterprinzip ist notwendige Basis für hochwertige Produkte

Mag. Thomasberger zog ein positives Resümee über die Tätigkeiten von AUSTROMED im vergangenen Jahr und stellte die Aktivitäten und Herausforderungen der Medizinproduktebranche für 2015 dar. Thomasberger: "Vor allem im Schwerpunktbereich Forschung, Technologie und Innovation ist es dringend notwendig, für unsere Branche geeignete Rahmenbedingung zu schaffen. Die Konsequenz wäre, dass wir nicht mehr wettbewerbsfähig sind und europaweit an Boden verlieren."

Darüber hinaus sprach sich der AUSTROMED-Präsident für eine Optimierung der Vergabepraxis bei öffentlichen Ausschreibungen aus. Er fordert in diesem Zusammenhang bei der Auftragsvergabe nach dem Bestbieter- und nicht nach dem Billigstbieterprinzip vorzugehen. Thomasberger: "Nur so kann langfristig die Basis für eine hochwertige Patientenversorgung geschaffen werden."

Keynote-Speaker McDonald: Gesundheitsausgaben sind Investitionen

Für die diesjährige Hauptversammlung konnte AUSTROMED Mag. Peter McDonald, Vorsitzender des Verbandvorstands im Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger, gewinnen. McDonalds Keynote stand ganz im Zeichen der Modernisierung des österreichischen Gesundheitswesens: "Ziel der Sozialversicherung ist es, die Finanzierung der Versorgung nachhaltig sicherzustellen. Wir nehmen den Menschen die Sorge um ihre soziale Sicherheit, damit sie den Kopf dafür frei haben, sich den Herausforderungen ihres Lebens zu widmen. Wir müssen wegkommen davon, Ausgaben im Gesundheitswesen nur als Kosten zu sehen, sondern sie auch als Investitionen begreifen. Es ist wichtig, dass wir künftig mehr über den Nutzen diskutieren und nicht nur über Kosten. Gute Qualität kostet viel, schlechte Qualität kostet aber noch viel mehr. Aber auch In der persönlichen Gesundheitsvorsorge ist es notwendig, ein größeres gesellschaftliches Bewusstsein zu erreichen."

Mag. Sandra Proprenter neues AUSTROMED Vorstandsmitglied

Im Rahmen der Hauptversammlung wurde der bestehende Vorstand in seiner Funktion für eine Amtszeit von drei Jahren bestätigt und um ein zusätzliches Mandat erweitert. Mag. Sandra Proprenter, Geschäftsführerin von ERBE Austria, wurde dabei als zusätzliches Mitglied in den AUSTROMED Vorstand aufgenommen.

Über AUSTROMED

AUSTROMED ist die Interessensvertretung der österreichischen Medizinprodukte-Unternehmen, die in der Entwicklung, der Produktion, der Aufbereitung und dem Handel von Medizinprodukten in Österreich tätig sind. Medizinprodukte reichen vom Herzschrittmacher über das Hüftimplantat bis hin zum Pflaster. Aufgrund der hohen Innovationskraft werden ständig neue Produkte entwickelt. Rund 100 Mitgliedsunternehmen beschäftigen ca. 9.000 Mitarbeiter und die Wertschöpfung beträgt über 1,5 Mrd. Euro.

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