Spindelberger: Ärzte sollen Blockadehaltung aufgeben

SPÖ-Gesundheitssprecher fordert Kooperationsbereitschaft der Ärztekammer

Wien (OTS/SK) - "Die Ärztekammer fordert in ihrer Kampagne ‚Gesundheit ist mehr wert‘ eine Wende im Gesundheitssystem. Diese gibt es allerdings bereits und sie ist in vollem Gange. Bund, Länder und Sozialversicherungsträger haben bereits vor Langem erkannt, dass Gesundheit mehr wert ist und setzen daher die beschlossene Gesundheitsreform schrittweise um", kommentiert SPÖ-Gesundheitssprecher Erwin Spindelberger die kürzlich getätigten Aussagen von Vertretern der Ärztekammer. Er betont: "Gerne bin ich bereit, auch abseits der Gesundheitsreform, über Verbesserungen zu sprechen. Ein Gesundheitssystem auf höchstem Niveau und die Zufriedenheit der Patientinnen und Patienten sind mir ein wichtiges Anliegen." ****

Spindelberger weiter: "Ich begrüße es sehr, dass die Ärztinnen und Ärzte näher bei den Patientinnen und Patienten sein möchten und mehr Zeit für die Behandlungen haben möchten. Ich frage mich aber, warum die Ärztekammer genau das bisher verhindert hat. Die Krankenkassen wünschen sich seit Jahren eine Vertragsänderung in punkto längerer Öffnungszeiten. Sie sind dabei aber immer wieder am Widerstand der Ärztekammer gescheitert."

Nach wie vor haben viele Ordinationen kurze Öffnungszeiten und nur an vier Tagen in der Woche offen. Die Patientinnen und Patienten stehen am Freitag oft vor verschlossenen Türen. "Die Ärztekammer wundert sich dann, dass die Krankenhausambulanzen am Wochenende überlaufen sind. Vieles könnte man abfangen, wenn die Ordinationen vermehrt auch am Freitag geöffnet haben, denn die Österreicherinnen und Österreicher sind nicht nur zwischen Montag und Donnerstag krank", betont Spindelberger.

Für Spindelberger ist es daher "höchst an der Zeit, die Vergabe der Planstellen zu hinterfragen." Diese sollte künftig "mit all den damit verbundenen Vertragsbedingungen in die Hände der Sozialversicherungsträger gelegt werden." Denn: "Wer zahlt, schafft an! Aber das gilt anscheinend nicht für Ärzte in Österreich."

In der Gesundheit tätige Menschen sollen top ausgebildet sein

Spindelberger fügt hinzu: "Wenn die Ärztekammer schon von der großen Wende spricht, dann müssen wir auch über verpflichtende Aus- und Weiterbildungsmaßnahmen unserer Medizinerinnen und Mediziner sprechen. Wir wollen top ausgebildete Menschen, die in unserem Gesundheitssystem tätig sind. Denn gut ausgebildete Ärztinnen und Ärzte sind der Garant dafür, dass den Menschen in Österreich die beste medizinische Versorgung zuteil wird." Mit der derzeitigen Form der Ausbildung sei dies aber keinesfalls gewährleistet. Er fügt hinzu: "Das hat wiederum negative Folgen für die Patientinnen und Patienten. Die Ärztekammer mache somit die Bevölkerung zum Spielball ihrer Interessen", hält der SPÖ-Gesundheitssprecher fest.

Abschließend fordert Spindelberger: "Die Ärztekammer soll ihre Blockadehaltung aufgeben. Nur so können wir das Beste für die Versicherten erreichen." (Schluss) ve/ms/mp

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