Blaulicht-Einsatzübung zeigt: Wiener Wasserversorgung ist sicher

Pumpwerk Laaerberg Schauplatz für fiktiven Stromausfall; Berufsfeuerwehr und Berufsrettung Wien testen Ernstfall mit MA 31 (Wiener Wasser)

Wien (OTS/RK) - Egal ob Blackout oder Trafo-Unglück: Auch ohne Strom ist die Versorgung Wiens mit Hochquellwasser gesichert. Fallen Pumpwerke aus, hilft die Schwerkraft. Das hat eine Übung im Pumpwerk Laaerberg heute, Donnerstag, gezeigt. Darüber hinaus konnten Blaulichtorganisationen ihr sicheres Zusammenwirken praktisch testen. Bei dem fiktiven Szenario waren Berufsfeuerwehr Wien (MA 68) im Einsatz, ebenso Berufsrettung Wien (MA 70), Wiener Wasser (MA 31), Wiener Netze sowie der Zusammenschluss der Rettungsdienste "4 für Wien" (Arbeiter Samariterbund, Johanniter, Malteser und Österreichisches Rotes Kreuz). Koordiniert wurde die Übung von der Gruppe Krisenmanagement und Sicherheit der Wiener Magistratsdirektion - Bereich Organisation und Sicherheit (MD-OS KS).

Das Szenario

Die Übung simulierte einen Schaden bei der Trafostation. Fiktiv fiel die gesamte Energieversorgung des Pumpwerkes aus. Damit wäre die überregionale Verteilung des Wassers schlagartig unterbunden. Wiens Wasserversorgung ist in diesem Fall durch lokal gespeicherte Wassermengen mit Hilfe der Schwerkraft gewährleistet.

Die Ausgangslage der Einsatzübung war ein Arbeitsunfall, der eine Gasflasche in Brand setzt und MitarbeiterInnen verletzt. Dieser Unfall führt auch zu einem Schaden in der Trafoanlage, wodurch die Stromversorgung für das Pumpwerk ausfällt. Berufsrettung und Berufsfeuerwehr rückten an, sicherten und versorgten die Verletzten. Rettungsdienste kamen, um die Verletzten in umliegende Spitäler zu bringen. Die Berufsfeuerwehr Wien war mit 19 Mann im Einsatz, einem Kommandofahrzeug, zwei Löschgruppenfahrzeugen und einem Atemschutzfahrzeug. Die Berufsrettung Wien eilte mit drei Fahrzeugen herbei.

Rainer Gottwald, Leiter der Berufsrettung Wien, zog Bilanz: "Die Koordination und Abstimmung der verschiedenen Einsatzorganisationen wurde nach weltweiten Standards erfolgreich absolviert und verlief reibungslos."

Ähnlich überzeugt vom Übungserfolg zeigte sich Wolfgang Zerobin, Abteilungsleiter der MA 31 (Wiener Wasser): "Die Wasserversorgung ist einer der sensibelsten Teile der städtischen Infrastruktur. Wie die Übung zeigt, ist Wiener Wasser sehr gut auf mögliche Krisensituationen vorbereitet."

Wiens "gravitative" Wasserversorgung

Die I. Hochquellenleitung aus dem Rax-Schneeberg-Schneealpengebiet endet am Hochpunkt des Rosenhügels und die II. Hochquellenleitung aus dem Hochschwabgebiet endet in Lainz, mit Weitblick geplant, noch um rund 80 Meter höher. Der überwiegende Teil des Wiener Stadtgebietes liegt topographisch tiefer, sodass die Wasserversorgung mit Hilfe der Schwerkraft - also gravitativ - erfolgen kann.

Die Quellen schwanken in ihrer Ergiebigkeit nach Jahreszeit, die Transportkapazitäten der Hochquellenleitungen sind durch den Querschnitt limitiert. Deshalb verfügt die Stadt Wien über insgesamt 31 Vorratsbehälter, die 1,6 Millionen Kubikmeter Wasser unmittelbar bereitstellen können.

Das Wiener Rohrnetz hat eine Gesamtlänge von 3.000 Kilometern, das auf Grund der Wiener Terrassen in mehrere Druckzonen aufgeteilt ist. Jeder dieser Druckzonen sind ein oder mehrere Wasserbehälter zugeordnet. Durch große Transportleitungen wird das Wasser über weite Distanzen in Wien verteilt.

Das Pumpwerk Laaerberg und seine Bedeutung für Wiens Wasserversorgung

Das Pumpwerk am Laaerberg hat folgende Funktionen:

o Überregionale Verteilung großer Wassermengen in andere und auch höher gelegene Druckzonen

o Sicherung der Wasserversorgung während Wartungsarbeiten an einer der beiden Hochquellenleitungen

o Sicherung der Wasserversorgung bei Spitzenverbrauch, zum Beispiel im Hochsommer

o Sicherung der Wasserversorgung bei Ausfall einer wesentlichen Transportleitung

Bei einem Ausfall dieses Pumpwerkes können oben genannte Funktionen nicht mehr wahrgenommen werden. Automatisch übernimmt in diesem Moment jeder Wasserbehälter die Versorgung seiner Druckzone. Dies erfolgt ohne Pumpenergie - also gravitativ.

Selbst bei einem flächendeckenden Stromausfall in Wien - einem sogenannten Blackout - würde die Wasserversorgung in der ersten Phase nur beeinträchtigt, würde aber nicht ausfallen. Die Bevölkerung würde in der Versorgung zuerst nichts merken. Erst über einen längeren Zeitraum besteht die Möglichkeit, dass eine der kleineren Versorgungszonen, die mit Pumpenergie versorgt werden, teilweise ausfällt. Um dies zu verhindern, besteht die Möglichkeit, die Pumpwerke mit mobilen Stromaggregaten in Betrieb zu halten. Grundsätzlich sind alle Versorgungszonen in Wien durch unterschiedliche Anspeisungen in ihrer übergeordneten Wasserversorgung abgesichert. (Schluss) esl/red

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