Schriftstellerin Christa Stippinger und Bildhauer Karl Stippinger ausgezeichnet

Wien (OTS) - Christa Stippinger, Schriftstellerin und Kulturmanagerin, wurde heute, Mittwoch, im Wiener Rathaus mit dem "Goldenen Verdienstzeichen des Landes Wien", Bildhauer und Restaurator Karl Löff mit dem "Silbernen Verdienstzeichen des Landes Wien" ausgezeichnet.

"Neben ihrem vielseitigen Wirken als Schriftstellerin ist Christa Stippinger eine Brückenbauerin, die Menschen zusammenführt. Karl Löff hat mit seinem Mahnmal zum Gedenken an die Zwangsarbeiter in der Donaustadt ein wichtiges Stück Erinnerungskultur geschaffen", so Wiens Kulturstadtrat Andreas Mailath-Pokorny im Rahmen der Ehrenzeichenverleihung. "Beide sind zudem Ermutiger und Ermöglicher, die auch anderen Kunstschaffenden entsprechende Plattformen bieten:
Christa Stippinger mit dem Verein exil im Amerlinghaus und Karl Löff mit der Kunstfabrik in der Donaustadt".

Julya Rabinowich gab in ihrer Laudatio einen Überblick über das literarische Schaffen Christa Stippingers und ging auch besonders auf ihr Engagement für schreibende KollegInnen ein: "Christa Stippinger hilft neue Wurzeln zu schlagen und verhilft der Gegenwartsliteratur zu neuen Stimmen."

Die Kunsthistorikerin Alexandra Maria Löff hielt die Laudation auf ihren Vater: "Karl Löff macht herrliche Skulpturen aus Holz, Stein und email. Vieles von dem, was er weiß und kann, hat er sich durch seine Liebe zur bildenden Kunst und durch seine Neugierde selbst beigebracht".

Zwt.: Biographie Christa Stippinger
Christa Stippinger wurde 1951 in Wien geboren. Nach der Matura 1969 studierte Christa Stippinger Theaterwissenschaft und Germanistik an der Universität Wien, brach das Studium jedoch 1975 ab.

Um 1980 finden sich literarische Beiträge Stippingers in gesellschaftskritischen österreichi¬schen Zeitschriften wie "Fettfleck", "Frischfleisch & Löwenmaul", "Die Frau" und "Wespen¬nest". 1984 erschien ihr Romandebüt "Der Tschusch" in der Knaur Taschenbuchreihe "Frauen & Literatur", danach widmete sie sich verstärkt dramatischen Arbeiten. Das Theater¬stück "stark besetzt" (1987) wurde in der Arena im Rahmen der Wiener Festwochen urauf¬geführt, "wiener blut - keine operette" (1993) im Wiener Theater im Zentrum. Außerdem verfasste sie mehrere Drehbücher, wie etwa für den Film "Der Magnetiseur".

Seit 1980 arbeitet Stippinger als Kulturmanagerin und -vermittlerin im Kultur- und Kommuni¬kationszentrum Amerlinghaus, das sich unter ihrer Leitung auf "literatur- und kulturprä¬sentationen der minderheiten und speziell der roma in österreich" spezialisierte und heute unter dem Namen "exil. zent¬rum für interkulturelle kunst und antirassismusarbeit" firmiert. Das Kulturzentrum ist als Ver¬ein organisiert, mit dem Ziel, "verfolgung und diskriminierung von minderheiten mit den mit¬teln kultureller auseinandersetzungen" zu bekämpfen und aufzuarbeiten.

Mit einer interkulturellen Schreibwerkstatt rief Stippinger 1995 ein Projekt ins Leben, aus dem in den beiden folgenden Jahren die edition exil sowie der Literaturwettbewerb der exil-literaturpreise "Schreiben zwischen den Kulturen" hervorgingen. In der edition exil sind inzwi¬schen rund 50 Titel erschienen, Stippinger fungierte bei zahlreichen Büchern als Herausge¬berin und Lektorin, etwa bei Erwin Rennerts Lebenserinnerungen "Der Welt in die Quere" (2000) oder Ceija Stojkas "ausschwitz ist mein mantel" (2008).

Im Rahmen des Literaturwettbewerbs, der die Literatur von MigrantInnen fördert, wurden AutorInnen wie Dimitré Dinev und Julya Rabinowich entdeckt. In der edition exil erschien auch Dinevs erstes Buch "Die Inschrift" (2001).

Zwt.: Biographie Karl Löff
Karl Löff ist als Künstler Autodidakt. Der Themenkreis seiner künstlerischen Arbeiten bewegt sich, wie er selbst beschreibt, um den Menschen und seine Beziehung zur Umwelt. Er befasst sich mit dem Vielgestaltigen der menschlichen Figur, mit abgeleiteten und sich wieder zu ihr zurück tastenden, plastisch-figu¬ralen Abstraktionen. Sein technisches Können und seine Vielseitigkeit stellt er auch als Steinrestaurator unter Beweis. Die bevorzugten Materialien des Karl Löff sind Marmor, Kunstmarmor, Sandstein, Holz, experimentelles Feuer-Email.

Im Jahr 2000 gründete er gemeinsam mit anderen KünstlerInnen "die Kunstfabrik" (Stadlau), eine Künstlerkooperative, die sich ihre Ateliers in den Räumlichkeiten einer ehemaligen Fabrik eingerichtet hat.
Die ProtagonistInnen der "Kunstfabrik" kommen aus verschiedenen Bereichen der Bilden¬den- und anderen Sparten der Kunst. Die Kooperative veranstaltet und organisiert Werk¬schauen, Tage der offenen Ateliers, Kunst- und Kulturmeetings sowie Beteiligungen an Kunstmessen und diversen Projekten.

Karl Löff schuf 2010 am Standort Lobgrundstraße, Ecke Raffineriestraße ein Mahnmal gegen das Vergessen der Ausbeutung von ZwangsarbeiterInnen in der Donaustadt unter dem NS-Regime von 1938 bis 1945. Die Enthüllung fand am 26.5.2010 statt.
Karl Löff stellt in regelmäßigen Abständen an kleineren Orten in Wien aus. 2012 und 2013 beteiligte sich der Künstler an Kunst & Kulturmesse - International ART VIEW in den Blu¬mengärten Hirschstetten.

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