• 14.04.2015, 12:00:18
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Motorradboom in Österreich: Sicher auf zwei Rädern! - VIDEO/BILD

http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6540 Dr.
Wolfram Littich (VVO-Vizepräsident und Vorstandsvorsitzender der
Allianz Gruppe in Österreich), Dr. Othmar Thann (Direktor des KFV),
August "Gustl" Auinger (Motorrad-Profi und fünffacher Grand
Prix-Sieger) und Dr. Louis Norman-Audenhove (Generalsekretär des
österreichischen Versicherungsverbandes VVO)

Wien (OTS) - Noch nie gab es in Österreich so viele Motorräder wie
heute und noch nie war die Technik besser. Dennoch ist die Zahl der
Motorradunfälle seit Jahren auf hohem Niveau. Neue Aus- und
innovative Weiterbildungsmodelle sollen helfen die Unfallzahlen in
Zukunft zu senken. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz diskutierten
Vertreter des österreichischen Versicherungsverbandes VVO,
Verkehrsexperten des KFV (Kuratorium für Verkehrssicherheit) und
Spezialisten der Motorradszene neue Trends und Möglichkeiten der
Motorradsicherheit.

68 Motorradfahrer starben im Jahr 2014 auf Österreichs Straßen. "Auf
die Saison aufgerechnet verunglückten durchschnittlich damit zehn
Motorradfahrer monatlich in der Saison 2014 tödlich. Im Durchschnitt
von drei Jahren (2009-2013) ereignen sich 3.081 Motorradunfälle pro
Jahr, bei denen sich fast 3.200 (genau 3.162) Personen zum Teil
schwer verletzten", erläutert Dr. Wolfram Littich,
Vorstandsvorsitzender der Allianz Gruppe in Österreich und
Vizepräsident des österreichischen Versicherungsverbandes VVO. "Damit
entwickeln sich die Unfallzahlen im Zweiradsektor entgegengesetzt zu
den Gesamtunfallzahlen. Während diese Jahr für Jahr deutlich sinken,
stagnieren die Unfallzahlen bei der Gruppe der Motorradfahrer seit
Jahren auf hohem Niveau", so Littich.

Sekunden entscheiden!

Traditionell ereignen sich die meisten Motorradunfälle in den Monaten
April bis September. Insgesamt kamen auf Österreichs Straßen in den
vergangenen Jahren (2011 - 2013) 211 Motorradfahrer ums Leben, rund
95 Prozent (201 Personen) davon waren männlich. "40 Prozent der
verletzten Motorradfahrer erleiden Beinverletzungen und 35 Prozent
verletzen sich an den oberen Extremitäten. Da Biker im Fall eines
Unfalls ohne Knautschzone auskommen müssen, ist eine robuste
Schutzbekleidung wichtig. Neben der passenden Ausrüstung und Technik
erfordert das sichere Fahren mit dem motorisierten Zweirad Erfahrung,
um mit Risikosituationen umgehen zu können. Hierbei ist entscheidend,
dass die Erfahrung nicht allein auf der Fahrerfahrung mit dem Auto
beruht, denn diese kann nicht nahtlos auf das Motorradfahren umgelegt
werden", erklärt Dr. Othmar Thann, Direktor des KFV (Kuratorium für
Verkehrssicherheit). "Eines der größten Probleme ist, dass eigene
Fahrfehler oder das Fehlverhalten anderer Verkehrsteilnehmer
unmittelbare und meist schwere Auswirkungen auf den nicht durch eine
Karosserie geschützten Motorradfahrer haben. Daher ist ein Training
spezieller Fertigkeiten immer wieder, auch lange nachdem man den
Führerschein gemacht hat, essentiell", so Thann.

Neues KFV-Programm "Nah dran für Motorradfahrer"!

Diesem Umstand Rechnung tragend, bietet das KFV zum Start der
diesjährigen Motorradsaison ein neues maßgeschneidertes
Weiterbildungsprogramm an. Unter www.nah-dran-bike.at können sich
Motorradfahrer realitätsnah mittels eines E-Learning-Programms
Fertigkeiten flexibel und individuell aneignen. Nach erfolgreicher
Absolvierung dieses Lernmodells wird auf den intensiven Aufbau von
Fahrroutine gesetzt. Die Fahrpraxis wird auf der Straße, z.B. auf
typischen Motorradstrecken, gesammelt. Dabei wird der Fahranfänger
von einem erfahrenen Biker begleitet. Bei den gemeinsamen Touren wird
die Fahrweise beobachtet und diskutiert, das Ausfahren kann unter
Anleitung geübt und verbessert werden. Damit wird nachhaltig ein
ständiges Beobachten der eigenen Fahrsicherheit und -routine
gewährleistet. "Die Ergebnisse unserer Evaluationen zeigen einen
deutlichen Mehrwert für die Motorradfahrer. Das Programm wurde in
ersten Pilot-Versuchen sehr positiv aufgenommen und als Beitrag zur
Erhöhung der Verkehrssicherheit bezeichnet" schließt Thann.

Risiko durch viel Training reduzieren

"Das Fahren eines Motorrads ist ein absolut faszinierendes Gefühl",
so der österreichische Motorrad-Experte und Grandprix-Sieger August
"Gustl" Auinger. "Natürlich loten Rennfahrer ihre Grenzen aus und
gehen an Limits - dennoch wird oft übersehen, wie hart diese Profis
trainieren um über gewisse Grenzen hinausgehen zu können. Auch im
Profi-Motorsport wird durch das Zusammenspiel von solider Technik,
guter Ausrüstung, langes Training und Erfahrung das Risiko eines
Unfalles so weit wie möglich reduziert", so Auinger.

Wussten Sie dass, ...

- ein Motorrad- oder Mopedlenker im Vergleich zu einem Pkw-Lenker
  etwa das zehnfache Unfallrisiko trägt?
- fast ein Drittel der getöteten Motorradfahrer ohne fremde 
  Beteiligung (Alleinunfall) verunglückt?
- 40 Prozent der verletzten Motorradfahrer Beinverletzungen 
  erleiden und sich 35 Prozent an den oberen Extremitäten verletzen. 
  Eine robuste Schutzbekleidung ist besonders wichtig.

Sicherheitstipps für Motorradfahrer

- Ein großes Risiko für Motorradunfälle besteht am Anfang der
Motorradsaison, wenn sich der Fahrer erst wieder auf die Maschine
einstellen muss. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer müssen sich
daran gewöhnen, dass wieder mehr Einspurige unterwegs sind. Selbst
wenn das Freiheitsgefühl noch so verlockend ist, sollte immer der
Situation, dem Können und der Übung entsprechend gefahren werden.

- Nach einer mehrmonatigen Fahrpause muss man erst das richtige
Gefühl für ein Fahrzeug wiedererlangen. Die Blicktechnik in der Kurve
und das richtige "Lesen der Straße" müssen wieder auf Motorradbetrieb
umgestellt werden. Das heißt Gefahrenquellen in der
Straßenbeschaffenheit, wie z.B. Rollsplitt, müssen rechtzeitig
erkannt werden. Übungsfahrten auf geschütztem Gelände helfen dabei,
sich wieder auf das Fahrzeug einzustellen. Durch ausreichende
Sicherheitsabstände zu anderen Fahrzeugen können Motorradfahrer von
anderen Verkehrsteilnehmern besser wahrgenommen werden.

- KFV-Studien zeigen: Obwohl Motorräder etwa gleich gut bremsen wie
Pkw, bremst der Durchschnittsbiker aus Angst oft sogar schlechter als
ein Lastauto. Richtiges Bremsen muss trainiert werden. Wer das
beherzigt, hat im Ernstfall die besten Karten in der Hand, wenn es
darum geht, noch möglichst viel vom Tempo loszuwerden.

- 40 Prozent der verletzten Motorradfahrer erleiden Beinverletzungen,
35 Prozent Verletzungen an den oberen Extremitäten. Da Biker im Fall
eines Unfalls ohne Knautschzone auskommen müssen, ist eine robuste
Schutzbekleidung wichtig.

- Der Helm muss fest sitzen, so dass er gerade nicht drückt. Zu
empfehlen ist ein abklappbarer Sonnenschutz. Halbschalen sind leicht
und luftig, dafür schützen sie Gesicht und Gebiss kaum. Systemhelme
sind im Komfort spitze, aber meist deutlich schwerer als
Integralhelme. Für alle gleich: Ob Brille oder Visier, das Sichtfeld
muss stimmen, Kratzer sind hinderlich, optische Verzerrungen tabu.

Weitere Bilder unter: http://www.apa-fotoservice.at/galerie/6540

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